»Echte Eigenständigkeit«: Microsoft will sich von OpenAI lösen und noch in diesem Jahr eigene KI-Basismodelle liefern

Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman bestätigt, dass der Konzern eigene Foundation-Modelle entwickeln und sich schrittweise von OpenAI lösen will. Erste Versionen sollen noch 2026 erscheinen.

Die nächsten schlechten Nachrichten für OpenAI-Chef Sam Altman: Jetzt will auch Microsoft seine eigenen KI-Foundation-Modelle bauen. (© Wikimedia Commons Sundry Photography via Adobe Stock) Die nächsten schlechten Nachrichten für OpenAI-Chef Sam Altman: Jetzt will auch Microsoft seine eigenen KI-Foundation-Modelle bauen. (© Wikimedia Commons / Sundry Photography via Adobe Stock)

Microsoft will die Geschäftsbeziehung mit OpenAI aufweichen und eigene KI-Grundmodelle entwickeln. Das bestätigte Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman in einem Interview mit der Financial Times.

Mit den KI-Grundmodellen, die auch als KI-Foundation bekannt sind, ist die Basis moderner KI-Systeme gemeint. Darunter befinden sich etwa Google Gemini, Meta LLama – und natürlich auch OpenAI GPT, das bei Microsoft aktuell die Basis für die Copilot-KI bildet.

Video starten 56:01 GameStar Tech Talk: Geht KI zu weit?

Vom Partner zum Konkurrenten

Nach wie vor hält Microsoft an der ChatGPT-Firma eine Beteiligung in Höhe von rund 135 Milliarden US-Dollar und besitzt bis einschließlich 2032 die Rechte an den neuesten OpenAI-Modellen.

Nach dieser Umstruktierung setzte Microsoft das offensive Ziel, »echte Eigenständigkeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz« zu erreichen, wie Suleyman nun gegenüber der Financial Times erklärt:

Wir müssen unsere eigenen Foundation-Modelle entwickeln, die an der absoluten Spitze stehen, mit Gigawatt-Rechenkapazität und einigen der besten KI-Trainingsteams der Welt.

OpenAI unter finanziellem Druck

Für OpenAI kommt Microsofts angedachter Strategiewechsel zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Das Unternehmen von Sam Altman steht vor enormen finanziellen Verpflichtungen:

  • Allein 2026 sollen mehr als 80 Milliarden US-Dollar an aufgeschobenen Zahlungen fällig werden (via IFR).
  • Darunter befinden sich auch anteilige Kosten aus einem 250 Milliarden US-Dollar schweren Vertrag – mit Microsoft.

Zusätzlich belastet die ins Stocken geratene Nvidia-Investition OpenAIs Finanzlage. Im September 2025 hatten Nvidia und OpenAI zunächst eine Absichtserklärung mit einem Gesamtvolumen von 100 Milliarden US-Dollar unterzeichnet.

Doch im Januar 2026 kamen Berichte auf, dass die Verhandlungen gescheitert seien, nachdem bei Nvidia interne Bedenken aufgekommen waren. Nvidia-CEO Jensen Huang relativierte die Summe öffentlich: 100 Milliarden seien »nie verbindlich« gewesen.

»OpenAI spielt eine große Rolle für uns«

Ein komplettes Ende der OpenAI-Beziehung scheint indes nicht auf der Agenda zu stehen, wie Microsofts PR-Manager Frank X. Shaw als Antwort auf den Bericht erklärt: »Wir leben in einer Multi-Modell-Welt. OpenAI spielt dabei eine große Rolle für uns, und gleichzeitig entwickeln wir eigene Spitzenmodelle für bestimmte Zwecke, die wir ebenfalls verfolgen wollen.«

Das Zeitfenster für die ersten Microsoft-Foundation-Modelle steht scheinbar ebenfalls bereits fest: Noch in diesem Jahr sollen laut Suleyman die ersten KI-Basismodelle des Unternehmens erscheinen.

zu den Kommentaren (11)

Kommentare(10)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.