Australien verklagt Microsoft, weil es die Möglichkeit verschleiert, ein Microsoft 365-Abonnement aufrechtzuerhalten, ohne Preiserhöhungen zu akzeptieren

Die Firma hinter Windows hat sich bereits zu dem Fall geäußert und angekündigt, Wert auf Transparenz zu legen und die Vorwürfe zu überprüfen.

Microsoft sieht sich aktuell in Australien mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert. (Bild: stock.adobe.com - Sikov) Microsoft sieht sich aktuell in Australien mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert. (Bild: stock.adobe.com - Sikov)

Die Australische Competition & Consumer Commission (ACCC) hat Klage gegen Microsoft eingereicht. Hintergrund ist die Kommunikation mit Kunden bei der neuen Preisgestaltung eines Microsoft-365-Zugangs.

Wie lautet der Vorwurf?

  • Im Zuge der Integration des KI-Assistenten Copilot in Microsoft 365 wurden die Kosten von 109 auf 159 australische Dollar erhöht (Personal Plan) beziehungsweise von 139 auf 179 australische Dollar (Family Plan).
  • E-Mails von Microsoft mit der entsprechenden Information dazu an Kunden sollen die Möglichkeit verschleiert haben, die Software weiter zum alten Preis ohne KI-Funktionen zu verwenden. Stattdessen klingen die Mails so, als müsse man mehr zahlen oder kündigen.
  • Um die Option mit dem alten Preis und ohne KI verwenden zu können, war es wohl nötig, zunächst den Kündigungsvorgang einzuleiten, statt die neuen Preise zu akzeptieren.

Über den Fall berichten verschiedene Medien wie The Guardian, er ist außerdem ausführlich bei der ACCC selbst dokumentiert.


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Was sagt Microsoft zu den Vorwürfen?

Microsoft hat sich bereits zu den Vorwürfen geäußert.

The Guardian zitiert einen Sprecher der Firma dazu mit den folgenden Worten:

Das Vertrauen der Verbraucher und Transparenz haben für Microsoft höchste Priorität, und wir prüfen die Behauptung der ACCC eingehend. Wir sind weiterhin entschlossen, konstruktiv mit der Regulierungsbehörde zusammenzuarbeiten und sicherzustellen, dass unsere Praktiken allen rechtlichen und ethischen Standards entsprechen.

Die ACCC hat sowohl Screenshots einer fraglichen E-Mail als auch des Kündigungsvorgangs mit dem günstigeren Abo ohne KI-Funktionen veröffentlicht:

Links ist eine der fraglichen Mails zu sehen, rechts der Kündigungsvorgang mit dem günstigeren Abo-Angebot ohne KI (mittlere Option »Lower cost without AI«). (Screenshots: ACCC) Links ist eine der fraglichen Mails zu sehen, rechts der Kündigungsvorgang mit dem günstigeren Abo-Angebot ohne KI (mittlere Option »Lower cost without AI«). (Screenshots: ACCC)

Wie viele waren betroffen und wie hoch ist die mögliche Strafe?

Laut ACCC wurden die kritisierten E-Mails insgesamt an über 2,7 Millionen australische Kunden von Microsoft verschickt.

Sollte das Gericht entscheiden, dass Microsoft das Australische Verbraucherrecht gebrochen hat, ist die maximale Strafe für jeden Verstoß dagegen die höchste der folgenden Summen:

  • 50 Millionen Dollar
  • das Dreifache der insgesamt erzielten und vernünftigerweise zurechenbaren Vorteile
  • Wenn der Gesamtwert der Vorteile nicht bestimmt werden kann, 30 Prozent des bereinigten Umsatzes des Unternehmens während des Zeitraums, in dem der Verstoß stattfand

Wenn es weitere Entwicklungen in diesem Fall gibt, erfahrt ihr es auf GameStar.de.

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