Ein seinerzeit unbeliebtes Xbox-Zubehör wird heute zum Geisterjagen benutzt – ihr könnt das auch tun, aber günstig wird es nicht

Who you gonna’ call? In unserem Fall nicht die Ghostbusters, sondern die Ghostkinecters.

Mit einem Xbox-Zubehör Geister jagen? Theoretisch ja, praktisch ist die Technik nicht fehlerfrei. (Bild: Carlos - adobe.stock.com) Mit einem Xbox-Zubehör Geister jagen? Theoretisch ja, praktisch ist die Technik nicht fehlerfrei. (Bild: Carlos - adobe.stock.com)

Wenn ihr Hunde- oder Katzenbesitzer seid, kennt ihr es sicher, wenn sie manchmal regungslos in die Ecke starren. Und wir fragen uns berechtigterweise: Sehen die Tiere etwa Geister?

Eine Antwort darauf werdet ihr in diesem Artikel nicht bekommen. Allerdings könnt mithilfe eines alten Xbox-360-Zubehörs selbst Geister sichtbar machen – na ja, zumindest so ungefähr.

Die Kinect-Kamera von Microsoft darf nämlich noch nicht in den Himmel alter Konsolen-Tools auffahren, sondern muss ihr Dasein noch im Diesseits fristen – als Werkzeug zum Jagen von Geistern.

Kinect als Geisterjäger-Tool: So soll es funktionieren

An ein Tablet angeschlossen lassen Strichmännchen on the fly sichtbar machen. An ein Tablet angeschlossen lassen Strichmännchen on the fly sichtbar machen.

2017 war Schicht im Schacht und Microsoft hat die bewegungssensitive Kamera zu Grabe getragen – nur, um von Geisterjägern wieder ausgebuddelt zu werden.

Um dahinter zu steigen, wieso die Kinect vermeintliche Geister zeigt, müssen wir zunächst verstehen, wie die Kamera funktioniert.

Ursprünglich wurde die Kinect dazu verwendet, Eingaben an der Xbox 360 ohne Controller zu machen. Die Linse und die dazugehörige Software haben bestimmte Bewegungen erkannt und diese dann als Befehle an die Konsole weitergegeben.

Technisch funktioniert das aufgrund des Zusammenspiels mehrerer Komponenten:

  • Die Linse selbst registriert, wenn jemand Neues ins Bild tritt.
  • Eine VGA-Kamera hilft bei der Identifizierung von Körperformen und Gesichtern.
  • Ein komplementärer Metall-Oxid-Halbleiter erkennt räumliche Tiefe. Der ist deshalb wichtig, weil er vermeiden soll, menschenähnliche Formen als tatsächliche Personen zu erkennen.
  • Ein Lichtsensor (Structural Light Sensor oder SLS) wirft ein Raster vor die Kamera, in dem Menschen und deren Bewegungen erkannt werden.

Die Kinect SLS-Kamera verfügt über einen Infrarot-Lichtprojektor mit einem monochromen CMOS-Sensor, der alles als Punkte in 3D-Anordnung darstellt. An ein Tablet gesteckt, kann man so live nach Geistern jagen.

Was man als Defekt abtun kann, ist für Geistergläubige ein möglicher Beweis für Gespenster, denn wieso sollte der Sensor eine Person anzeigen, wenn da gar keine ist? Gerade weil die Kamera darauf ausgelegt ist, Menschen zu erkennen und zu ignorieren, was kein sich bewegender Körper ist, soll sie (humanoide) Gespenster erkennen können, so die Theorie.

Wie erklärt sich das genau? Eine Wissenschaft dahinter gibt es natürlich nicht, daher ist das alles reine Spekulation. Eine Theorie besagt, dass die Strichmännchen durch die hinterbliebenen spektralen Spuren einer physischen Form entstehen; eine Präsenz der Toten an dem Ort, an dem sie einst lebten, sozusagen.

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Kinect als Geisterjäger-Tool: Alles nur Fiktion?

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Beweis für die Existenz von Geistern.

Auch wenn die Strichmännchenskelette faszinierend sind, wie sie so im Raum oder an der Wand stehen, dürfen aus technischer Sicht daher Zweifel an der Zuverlässigkeit der Kinect angemeldet werden, so wie es die Seite Microcontroller Tips tut.

Laut der Seite soll nur die allererste Version der Kinect von 2010, falls überhaupt, spektrale Wesen erkennen können, und nicht die Iterationen danach, wie sie auch mit der Xbox One verwendet werden können.

Die zweite Iteration der Kinect ist bei der Geisterjagd noch unzuverlässiger als die erste. Die zweite Iteration der Kinect ist bei der Geisterjagd noch unzuverlässiger als die erste.

Alles, was in die Infrarotmatrix der Kamera läuft, wird also von der Kamera erkannt. Das wird von der Software mit einer internen Datenbank an »menschentypischen« Bewegungen verglichen. Herauskommt, was die Software als humanoid zu erkennen versucht und im Falle eines Videospiels als Avatar in die Spielumgebung einbindet.

Allerdings kann die Kinect-Software auch durcheinanderkommen. Das größte Problem dabei:

  • Die Kinect bewegt sich selbst. Konzeptioniert wurde das Gerät aber stationär auf oder unter dem TV. Daher geht das Programm davon aus, dass alles, was sich bewegt, ein Mensch sein könnte – und wenn man sie händisch durch ein Spukhaus trägt, ist das potenziell alles (sogar Wände, Schränke oder Balken).

Je mehr Möbel, desto höher die Fehlerquote, da es mehr infrarote Reflexionen gibt, welche die Kamera theoretisch als vermeintliche Menschen wahrnehmen kann.

Die Version 2 der Kinect ist noch fehleranfälliger, da sie eine andere Technik zum Scannen verwendet. Die im Detail zu erklären, würde den Rahmen des Artikels sprengen, daher lassen wir euch dieses Video hier, in welchem viele falsch-positive Reaktionen der Kamera erklärt werden.

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Ihr wollt mit der Kinect selbst auf Geisterjagd gehen? Ihr könnt euch selbst Kinect-Rig bestellen, aber seid gewarnt: günstig ist es nicht.

Ob ihr nun an Geister glaubt oder nicht: Die deutsche Geisterjäger-Serie »Geisterakten« ist eine Empfehlung für Mystery-Fans. Maxe hat dazu letztes Jahr schon einen Artikel geschrieben. Gruselfreunde sollten auf Prime Video einen Blick riskieren.

Die Microsoft Kinect wurde exhumiert und zum Geisterjagen verwendet. Sie ist nicht allein: Interessiert euch weitere Technik, die laut Netz dazu dienen soll, Geister aufzuspüren – und was sich technisch dahinter verbirgt? Schreibt es gerne in die Kommentare.


Hinweis: Dieser Beitrag ist bereits zu einem früheren Zeitpunkt auf GameStar Tech erschienen. Wir haben ihn im Rahmen unserer Horror-Themenwoche noch einmal aktualisiert und neu veröffentlicht.

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