DNA als Speichermedium: Eine Million Netflix-Folgen in etwas Flüssigkeit, wie geht das?

Die erste Folge der deutschen Netflix-Serie Biohackers könnt ihr nicht nur streamen, sondern auch von einer DNA-Doppelhelix auslesen.

von Alexander Köpf,
19.08.2020 12:41 Uhr

Die Netflix-Serie Biohackers gibt es quasi auch als "Life-Stream". Die Netflix-Serie Biohackers gibt es quasi auch als "Life-Stream".

Am 20. August startet die deutsche Fernsehserie Biohackers auf Netflix. Das Netflix Original arbeitet Themen wie Genetic Engineering und im Zuge dessen illegale Gen-Experimente auf - ein Science-Thriller also.

Passend zum Thema haben sich die Produzenten einen besonderen Werbetrick überlegt: Die erste Folge Biohackers wurde auf Desoxyribonukleinsäure, kurz DNS (oder englisch DNA), gespeichert. Wir verraten euch, wie das funktioniert und wie viel Information sich auf der Doppelhelix unterbringen lässt.

Wie funktioniert das?

Das erklären die Produzenten der Serie auf der entsprechenden Webseite zu Biohackers und Wissenschaflter in einem kurzen Video:

Link zum YouTube-Inhalt

Zusammengefasst: Der Binärcode der Folge (Einsen und Nullen) wird in einen DNA-Code umgewandelt. Es gibt vier DNA-Bausteine, sogenannte Basen: Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin (A, T, G, C).

Die Kombination aus den Basenpaaren Adenin & Thymin (AT) und Guanin & Cytosin (GC) wird Sequenz genannt und bildet quasi das genetische Äquivalent zu Einsen und Nullen des Binärcodes. Die einzelnen Sequenzen sind dabei etwa 150 Nukleinbasen lang.

Die DNA-Stränge (Sequenzen) werden dann in Glaskügelchen eingebettet, die gerade einmal Nanometer-groß sind. Die Kügelchen selbst wiederum werden in ein Gel gepackt, das eine Million Kopien der ersten Folge Biohackers enthält.

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Speicherkapazität und Haltbarkeit

Wie viel Platz die Serienfolge dabei genau benötigt, ist nicht bekannt. Auch nicht, welche Auflösung und Bitrate verwendet wurde. Vermutlich wird man aber keine Kompromisse eingegangen sein, denn die DNA-Doppelhelix kann schiere Unmengen an Daten speichern.

Kann man sich künftig ganze Videotheken in handlichen Fläschchen kaufen? (Bildquelle: de.biohackersnetflix.com) Kann man sich künftig ganze Videotheken in handlichen Fläschchen kaufen? (Bildquelle: de.biohackersnetflix.com)

Laut Prof. Dr. Robert Grass vom Funtional Materials Laboratory der ETH Zürich passen in einen kleinen Würfel DNA theoretisch 200 Millionen TeraByte Daten.

Wer jetzt denkt, dass DNA wohl nicht lange haltbar ist, der irrt. Schätzungen gehen davon aus, dass sie mindestens 1.000 Jahre fehlerlos auslesbar bleibt.

Besagtes Auslesen der DNA, das sogenannte Sequencing, dauert derzeit noch recht lange. Wer sich die erste Folge also im Labor ansehen will, sollte ein paar Tage Geduld aufbringen.

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