Homelander ist vieles. Superheld, Superschurke, wandelnder Muttermilch-Liebhaber. Vor allem aber ist er jemand, dem ihr besser nicht widersprecht, wenn ihr an eurem Puls hängt.
Umso überraschender ist eine Szene aus der sechsten Folge von The Boys, Staffel 5: Ausgerechnet ein Rückkehrer stellt sich dem mächtigsten Supe der Welt verbal in den Weg, sagt ihm ziemlich unverblümt die Meinung – und verlässt den Raum danach nicht in mehreren lasergetrennten Einzelteilen.
Spoiler-Warnung! Dieser Artikel enthält Spoiler zur Handlung von The Boys, Staffel 5, Episode 6.
The Legend kehrt zurück und gerät sofort an den Falschen
The Legend war seit Staffel 3 untergetaucht, feiert in Folge 6 aber sein Comeback - als unscheinbarer Kinomitarbeiter. MM und die Boys suchen ihn auf, weil sie Informationen über Bombsight und V-One brauchen. Als ehemaliger Vought-Mann kennt The Legend die dunklen Ecken des Konzerns besser als fast jeder andere.
Besonders begeistert ist er von der ganzen Sache nicht, hilft aber widerwillig. Danach will er sich eigentlich wieder aus allem raushalten. Blöd nur, dass kurz darauf Homelander auf der Matte steht.
Der will wissen, wo sich die Boys verstecken. The Legend führt ihn zum Unterschlupf, doch der ist leer. An diesem Punkt ist dem alten Vought-Veteranen klar: Das war es vermutlich. Also entscheidet er sich für eine ziemlich riskante Überlebensstrategie – absolute Ehrlichkeit.
The Legend versucht nicht, Homelander anzulügen. Er winselt nicht. Er schmeichelt ihm auch nicht auf diese erbärmliche Firecracker-Art, die in Folge 5 bereits böse endete. Stattdessen hält er Homelander eine kleine Rede darüber, dass selbst die größten Supes irgendwann aus dem Rampenlicht gedrängt werden.
Und genau das rettet ihm offenbar das Leben.
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The Boys: Im neuen Trailer zum Serienfinale steht Homelander kurz vor seinem finsteren Triumph
Serienschöpfer Eric Kripke erklärt im Gespräch mit Screenrant, dass Homelander zwar brutal und launisch wirkt, aber nicht völlig wahllos tötet. Zwei Dinge spielen bei The Legend eine entscheidende Rolle: Er hat keine Angst vor Homelander – und er wirkt auf ihn wie eine weitere Vaterfigur.
Das passt erstaunlich gut zu Homelanders bisherigem Verhalten: Stan Edgar lebt noch. Soldier Boy wurde trotz aller Vorgeschichte ebenfalls nicht einfach ausgelöscht, obwohl es die perfekte Gelegenheit gab. Homelander klammert sich an ältere, dominante Männerfiguren, weil er von ihnen genau das will, was er nie bekommen hat: Anerkennung.
Als The Legend ihm sagt, dass er zwar ein Freak sei, aber eben auch Talent habe, trifft das bei Homelander offenbar einen sehr empfindlichen Punkt: eine ehrliche Einschätzung von jemandem, der keine Angst zeigt.
Firecracker beweist das Gegenteil
Die Szene kam direkt nach Firecrackers Tod: Die war Homelander gegenüber praktisch bedingungslos loyal, hat sich ihm unterworfen, jegliche Werte über Bord geworfen und in ihren letzten Momenten alles gesagt, was sie selbst retten sollte.
Genau das verachtet Homelander aber.
Kripke beschreibt es so: Homelander will nicht, dass Menschen aus Angst vor ihm einknicken. Er will echte Liebe, echte Bewunderung, echte Anerkennung. Sobald er merkt, dass jemand nur noch kriecht, manipuliert oder sich aus Panik selbst verrät, wird daraus für ihn Verachtung.
Bei The Legend passiert das Gegenteil. Der Mann weiß, dass er wahrscheinlich stirbt, und redet trotzdem frei heraus. Das macht ihn für Homelander fast schon respektabel.
Ganz neu ist dieses Muster nicht: Auch Butcher, Hughie oder Stan Edgar haben Homelander immer wieder überlebt, obwohl sie sich ihm offen widersetzt haben. Natürlich ist das kein verlässlicher Rat für den Umgang mit dem psychotischen Superman-Verschnitt. Ein falsches Wort, ein falscher Blick, ein minimal schlechter Tag – und schon ist Schluss.
Ob The Legend nach dieser Begegnung noch einmal auftaucht, ist fraglich. Vernünftigerweise dürfte er jetzt versuchen, so weit wie möglich von Vought, den Boys und Homelander wegzukommen.
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