Wenn ein Webseitenbetreiber die Daten der Nutzer sammeln will, muss er dafür zuerst um Erlaubnis fragen. Dieses Gesetz soll den Datenschutz stärken, sorgt aber auch dafür, dass man sich täglich durch dutzende Cookie-Banner klicken muss. Kalifornien hat jetzt eine elegante Lösung gefunden.
Geht es Cookies bald an den Kragen?
Erst vor wenigen Tagen hatten wir über einen Gesetzesvorschlag der EU-Kommission berichtet, der ebenfalls auf das Abbauen von Cookie-Bannern abzielt. Dort sollen Cookies allerdings grundsätzlich erlaubt werden, sodass Nutzer nur hinterher die Einwilligung entziehen können.
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Es gibt aber auch eine Hintertür, nämlich eine sogenannte »Opt-Out«-Option im Browser. So soll es möglich sein, die eigenen Präferenzen direkt im Browser zu hinterlegen, von wo aus sie dann automatisch an jede besuchte Webseite gesendet werden.
Genau so eine Option ist auch das zentrale Element der Assembly Bill 566, einem neuen Zusatz zum »California Privacy Rights Act of 2020«. Der Beschluss soll ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten und Browser-Betreiber dazu zwingen, eine solche »Opt-Out«-Option einzubauen.
Das Gesetz sieht vor, dass jeder Browser die Möglichkeit haben soll, ein Signal zu senden, »mit dem der Verbraucher seine Entscheidung mitteilt, der Weitergabe und Nutzung seiner personenbezogenen Daten zu widersprechen.«
Diese Option soll zudem einfach aufzufinden und hinreichend erklärt sein. Im Gegenzug sind Browser-Betreiber nicht haftbar, wenn Webseiten trotzdem und gegen den Willen der Nutzer deren Daten sammeln und nutzen.
Das Gesetz könnte das Internet, so wie es aktuell funktioniert, stark verändern. Es ist kaum vorstellbar, dass die großen Browser-Betreiber die Option so einbauen, dass sie tatsächlich nur in Kalifornien funktioniert. Möglicherweise haben also ab Anfang 2027 alle Menschen zumindest in den USA die Möglichkeit, die Weitergabe der Daten mit einem Klick zu verweigern.
Da auf diese Weise auch die Cookie-Banner verschwinden würden, ist es gut vorstellbar, dass viele diese Funktion nutzen. Das wäre ein echter Schritt nach vorne für den Datenschutz, könnte aber auch ganze Geschäftssysteme, die auf das Sammeln von Daten setzen, bedrohen.
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