Als ich zur IFA fuhr, war ich vor allen Dingen auf die Neuigkeiten bei Saugrobotern und Mährobotern gespannt, denn mit beidem beschäftige ich mich täglich – auch daheim. Auf dem Rückweg waren es aber ganz andere, eigentlich "langweilige" Bereiche, die mir sogar noch bis heute im Kopf festhingen.
IFA 2025 Highlights: Dreame und Roborock fahren groß auf - aber die Konkurrenz ist brutal!
Bleiben wir doch mal bei Saug- und Mährobotern. Die "Großen" waren alle vor Ort: Dreame (mit einer ganzen Halle), Roborock, ECOVACS – und MOVA. Letztere sind erst seit zwei Jahren bei uns auf dem Markt, aber dank Verbindung zu Dreame bauen sie herausragende Geräte. Ich persönlich habe schon einige getestet und war nach anfänglicher Skepsis positiv überrascht.
Eufy, Dreame und Mova haben jeweils Saugroboter vorgestellt, die Treppen steigen können. Dreame hat nun auch einen mit Arm, der wiederum sogar Aufsätze hat, um in engen Ecken zu saugen, an die bisher kein Saugroboter kam. Funktionierte beim Aussteller sogar schon einigermaßen gut.
MOVA hatte dann sogar noch einen Mähroboter mit Greifarm. Soweit, so gut, so spannend. Aber über genau diese Modelle gibt's ja auch schon hunderte Beiträge und genügend Videos. Ich will jetzt aber mal noch über etwas anderes sprechen.
Bosch, Siemens, Dreame, Midea, Roborock und viele mehr: Unser Haushalt ist der neue Big Market!
"Weiße Ware" – früher hat man Waschmaschinen, Trockner, Spülmaschinen oder Kühlschränke leicht despektierlich so betitelt. Und seien wir ehrlich: So richtig spannend waren diese Geräte schon lange nicht mehr. Designtechnisch hat sich da zuletzt durchaus ein bisschen was getan, aber im Kern ist ein Kühlschrank halt ein Kühlschrank und ein Waschtrockner ein Waschtrockner. Klassischerweise griff man hier zu Siemens, LG, Miele, Bosch, Hisense, Gorenje und Konsorten - der Markt scheint eigentlich gesättigt.
Was mir auf der IFA 2025 aber massiv aufgefallen ist: Die aufstrebenden Hersteller zielen jetzt nahezu ohne Ausnahme auf unseren gesamten Haushalt ab. Fangen wir mal mit dem Beispiel Dreame an: In deren Halle wurden vorgestellt:
- Smarte Türschlösser
- Sicherheitskameras
- Klimaanlagen
- Kühlschränke
- Öfen
- Spülmaschinen
- Fernseher
- Waschtrockner
- TVs
- Monitore
- Soundbars
- Saugroboter
- Mähroboter
Und das war noch nicht mal alles, was der Hersteller, eine Tochterfirma von Xiaomi, geplant hat. Genauso wie die von Dreame sahen eine Menge Stände aus. Was ich dabei interessant fand: Viele Hersteller versuchen dabei auch wirklich ein paar Dinge anders zu machen als wir sie bisher kennen. Dreame-Kühlschränke haben beispielsweise eine Schublade mit reduziertem Sauerstoffgehalt, um leicht verderbliche Speisen länger frisch zu halten. Oder der (wunderschöne!) Roborock Zeo X Waschtrockner trocknet mit Zeolith auf niedrigen Temperaturen. Miele hat Öfen mit Dampfgarschublade vorgestellt. Und Spülmaschinen arbeiten mit Belüfter und Desinfektion, um Geruch zu vermeiden.
Die IFA 2025 zeigt: Was beim Saugroboter begann, geht jetzt in die nächste Runde!
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Mova NexLawn Master X Series Concept - Der Rasenmähroboter mit Greifarm
Mir geht es gar nicht darum, ob jede Neuerung so sinnvoll ist und ehrlicherweise war auch die Verarbeitungsqualität nicht immer tadellos. Was mir aber so richtig klar wurde: Viele der größten Hersteller im Bereich Robotik nehmen jetzt unseren gesamten Haushalt ins Visier und riechen dort den nächsten großen Wachstumsmarkt.
Was ich damit sagen will: Die Robotik-Revolution rollt an. Die Tech-Aufsteiger, die in der Robotik ihren Massenmarkt schon erreicht haben, denken in neuen Dimensionen.
Jetzt starten sie noch mit Kühlschränken und Konsorten, aber das ist gerade nur das erste Kügelchen einer ganzen Lawine an Innovation. Ich habe in den letzten drei Jahren beobachtet, wie Saugroboter sich von dummen Maschinchen in hochkomplexe, lernende Hightech-Haushaltshelfer verwandelt haben.
In den nächsten Jahren wird sich die Robotik, die dort angefangen hat, in den gesamten Haushalt übertragen.
MOVA verspricht einen Mähroboter, der Äpfel pflückt und sogar den Gartenschlauch nimmt, um zu gießen. Und sie arbeiten an einem Saugroboter mit zwei Armen, Dreame laut unbestätigten Quellen ebenso. Noch sind das unausgereifte Spielereien, aber wie wir bei Saugrobotern gesehen haben: Die Hersteller sind bereit, Millionen in die Entwicklung zu investieren.
Und die unfassbaren Verkaufszahlen von Saugrobotern zeigen uns ja: Wenn etwas wirklich funktioniert und es uns das Leben erleichtert, dann sind die Leute auch bereit, sich das zu kaufen. Von daher gehe ich hier und jetzt eine Wette ein: In fünf Jahren werden Robotik und viele neue Hersteller unseren Haushalt so sehr verändern wie in den letzten 30 Jahren nicht.
Top, die Wette gilt!
