Mit Android, Linux und Windows: Ein neues Handy will sogar den Desktop ersetzen

Nach 14 (!) Jahren Entwicklungszeit wird das »NexPhone« Realität: Im Handy stecken mit Android 16, Linux und Windows 11 gleich drei vollwertige Betriebssysteme.

Das NexPhone von Nex Computer will mit drei Betriebssystemen unterwegs als Smartphone und zuhause als Desktop-PC fungieren. (© NexPhone) Das NexPhone von Nex Computer will mit drei Betriebssystemen unterwegs als Smartphone und zuhause als Desktop-PC fungieren. (© NexPhone)

Das kalifornische Unternehmen Nex Computer hat nach satten 14 Jahren Entwicklungszeit ein ungewöhnliches Smartphone vorgestellt. Das »NexPhone« genannte Handy kombiniert drei vollwertige Betriebssysteme in einem einzigen Gerät: Android 16 als mobiles Hauptsystem, Linux in Form von Debian sowie Windows 11 als vollständige Desktop-Lösung.

Mit diesem Konstrukt verfolgt Nex Computer eine mutige Idee: Nutzer sollen unterwegs ihr Smartphones wie gewohnt verwenden und zuhause dasselbe Handy als vollwertigen Computer nutzen können.

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Zwischen Android, Linux und Windows wechseln

Standardmäßig läuft das NexPhone mit Android 16 – komplett ohne vorinstallierte Bloatware, wie CEO Emre Kosmaz in der zugehörigen Ankündigung verspricht.

  • Innerhalb von Android steht eine App bereit, die eine vollständige Linux-Distribution (Debian) startet. Diese läuft nach in einem Container auf Basis von Lindroid und LXC. Wer eine »nackte« Linux-Installation bevorzugt, kann den entsperrten Bootloader nutzen und eigene Distributionen installieren.
  • Nach einem Neustart lässt sich sogar das vollständige Microsoft-Betriebssystem starten. Nex Computer hat dafür sogar eine eigene Benutzeroberfläche entwickelt, die auf dem kleinen Smartphone-Display an das klassische Windows Phone erinnert.
  • Sobald das NexPhone jedoch mit einem externen Monitor, einer Tastatur und einer Maus verbunden wird, steht die vollständige Windows-11-Desktopoberfläche zur Verfügung.

So soll der Desktop-Modus funktionieren. Fraglich bleibt, wie lange der Akku hält – und wie gut die Qualcomm-CPU für solche Arbeiten geeignet ist. (© NexPhone) So soll der Desktop-Modus funktionieren. Fraglich bleibt, wie lange der Akku hält – und wie gut die Qualcomm-CPU für solche Arbeiten geeignet ist. (© NexPhone)

Mittelklasse mit potenziellem Langzeit-Support

Technisch siedelt sich das NexPhone in der Mittelklasse an. Das Gerät verfügt über ein 6,58 Zoll großes LCD-Display mit Full-HD+-Auflösung (1.080 x 2.403 Pixel) und einer Bildwiederholrate von 60 bis 120 Hertz. Geschützt wird der Bildschirm durch Corning Gorilla Glass 3.

Als Prozessor kommt der Qualcomm QCM6490 zum Einsatz. Die Besonderheit: Qualcomm unterstützt den QCM6490 laut Hersteller bis ins Jahr 2036. Diese außergewöhnlich lange Lebensdauer ermöglicht theoretisch Software-Updates über mehr als ein Jahrzehnt – ob Nex Computer tatsächlich so lange Updates ausliefern wird, bleibt allerdings offen.

  • Dem Prozessor stehen 12 GByte Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher beträgt 256 GByte und lässt sich per microSD-Karte um bis zu 512 GByte erweitern. Windows 11 läuft dabei in einer separaten Partition, sodass kein Zugriff auf Android-Daten möglich ist.
  • Bei den Kameras setzt Nex Computer auf eine Dual-Kamera auf der Rückseite: Eine 64-Megapixel-Weitwinkelkamera mitsamt einer 13-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Auf der Vorderseite findet sich indes eine 10-Megapixel-Selfiekamera.
  • Der Akku des NexPhone fasst 5.000 mAh; kabelgebundenes Laden mit 18 Watt sowie kabelloses Laden wird grundsätzlich unterstützt. Wie lange der Akku im Desktop-Modus mit aktivem Windows 11 durchhält, bleibt abzuwarten.
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Dass das NexPhone Windows 11 ausführen kann, liegt an der offiziellen Unterstützung des QCM6490 durch Microsoft – und ist damit direkte Folge der Initiative, Windows auch auf ARM-Prozessoren zum Laufen zu bringen.

Auch für PC-Spiele geht es hier voran: Die Xbox-App ist offiziell für ARM freigegeben; aktuell sollen mehr als 85 Prozent der Spiele direkt spielbar sein.

Das NexPhone kann ab sofort vorbestellt werden. Neben dem Handy selbst ist im Lieferumfang ein USB-C-Hub mit fünf Anschlüssen enthalten.

Als UVP werden 549 US-Dollar fällig – umgerechnet etwa 468 Euro. Für Kaufinteressierte hierzulande fallen zudem Versandkosten, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer an. Bei der Vorbestellung ist eine Anzahlung von 199 US-Dollar fällig, der Restwert ist bei der Auslieferung im dritten Quartal 2026 fällig.

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