Aufmerksamen Fans war es längst aufgefallen: Tomi Adeyemi, Autorin des Fantasy-Hits Children of Blood and Bone, rührt für die anstehende Verfilmung ihres eigenen Buchs auffällig wenig die Werbetrommel. Kein Social-Media-Post, kein Set-Foto, nichts. Jetzt hat sie erklärt, warum.
»Ich habe den Film nicht gesehen und werde ihn nicht sehen«
Auf die Frage eines Fans, warum sie nichts mehr über die Adaption poste, antwortete Adeyemi Ende Juni zunächst knapp per Instagram-Story: Es gebe einen Grund, warum sie zu der Verfilmung ihres Werks nichts sage – mehr nicht. Anfang Juli legte sie dann per TikTok nach.
Link zum TikTok-Inhalt
Dort schrieb sie, sie habe den Film nicht gesehen und werde ihn auch nicht sehen. Es sei »schmerzhaft« gewesen, das die ganze Zeit zurückzuhalten. Von einem Aufruf zum Boykott hielt sie ihre Fans aber ausdrücklich ab: Sie habe nichts dagegen, dass Leute ins Kino gehen. »Ich habe das für uns geschrieben. Ich habe für uns gekämpft«, so Adeyemi. »Ich lege nur mein Schwert nieder und trenne offiziell meinen Namen, weil ich nicht länger hinter den Kulissen verletzt und angegriffen werden kann.«
Dabei steht sie als ausführende Produzentin in den Credits und hat das Drehbuch gemeinsam mit Regisseurin Gina Prince-Bythewood (The Woman King) geschrieben.
Ein geleakter Chat und handfester Krach
Woran genau sich der Ärger entzündet, sagt Adeyemi nicht offen. Im oben eingebetteten TikTok postete sie allerdings Screenshots, die einen Bruch mit Hauptdarstellerin Amandla Stenberg nahelegen. Stenberg (The Hunger Games, The Acolyte) spielt im Film Prinzessin Amari.
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In einer auf den 28. Februar 2025 datierten Nachricht schreibt Adeyemi an Stenberg: »Nutze meinen Namen nie wieder in einem Interview oder Video. Schreib mir nicht. Ruf mich nicht an.« Der Screenshot deutet zudem darauf hin, dass Adeyemi die Schauspielerin blockiert hat.
Der Hintergrund: Stenbergs Besetzung als Amari hatte eine Colorism-Debatte ausgelöst. Im Buch wird die Figur mit dunkler, kupferfarbener Haut beschrieben, und ein Teil der Leserschaft warf der helleren Stenberg vor, dunkelhäutigeren Darstellerinnen Rollen wegzunehmen.
Trotz der Absage der Autorin ist der Film alles andere als ein kleines Projekt. Neben Thuso Mbedu als Heldin Zélie und Stenberg als Amari stehen unter anderem Idris Elba, Viola Davis, Cynthia Erivo, Regina King, Lashana Lynch, Damson Idris und Chiwetel Ejiofor auf der Besetzungsliste. Paramount will Children of Blood and Bone am 15. Januar 2027 in die Kinos bringen, einen ersten Trailer gab es bislang noch nicht öffentlich zu sehen.
Ganz reibungslos lief die Reise auf die Leinwand ohnehin nie: Ursprünglich lag der Stoff bei Lucasfilm, wanderte Ende 2021 aber in die sogenannte Turnaround-Phase, bevor Paramount ihn übernahm. Schon damals soll Adeyemis Wunsch, das Drehbuch zu schreiben, bei Lucasfilm abgelehnt worden sein. Gedreht wurde schließlich Anfang 2025, im Juni desselben Jahres war der Dreh abgeschlossen.
Die Vorlage selbst war 2018 ein Hit: Adeyemis Debüt schoss direkt auf Platz eins der New-York-Times-Bestsellerliste für Jugendbücher, verkaufte sich millionenfach und wird gern in einem Atemzug mit Harry Potter und Die Tribute von Panem genannt – nur eben angesiedelt in einem von westafrikanischer Mythologie inspirierten Königreich. Der Auftakt der Legacy-of-Orïsha-Reihe erzählt von der jungen Zélie: Im Königreich Orïsha hat ein despotischer König die Magie ausgelöscht, und sie will sie zurückholen.
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