Nintendos Gehirnjogging-Professor erklärt, warum Autos mit Gangschaltung besser für euer Hirn sind als Automatik

In Staus ist sie ein Albtraum, doch euer Hirn freut sich über Gangschaltung.

Hättet ihr gedacht, dass ihr euer Hirn trainiert, wenn ihr einen Schaltwagen fahrt? (Bildquelle: Adobe Stock, Jürgen Fälchle) Hättet ihr gedacht, dass ihr euer Hirn trainiert, wenn ihr einen Schaltwagen fahrt? (Bildquelle: Adobe Stock, Jürgen Fälchle)

Professor Ryuta Kawashima, vielen als Kopf hinter Nintendos Gehirnjogging-Reihe bekannt, hat mit seinem Team an einer Studie gearbeitet und herausgefunden: Autofahren mit Schaltgetriebe fordert unser Gehirn deutlich stärker als Automatik und könnte sogar helfen, Demenz vorzubeugen (via IGN).

Wer ist Ryuta Kawashima?

Kawashima ist Neurowissenschaftler an der Tohoku-Universität in Japan und forscht dort am Institute of Development, Aging and Cancer zur Aktivität des Gehirns. Bekannt wurde er vor allem durch die Spielereihe Dr. Kawashimas Gehirnjogging, die zwischen 2003 und 2020 für Nintendo-Konsolen erschienen ist.

Was die Studie zeigt

Für die aktuelle Untersuchung verglich Kawashimas Team die Hirnaktivität von Menschen beim Fahren mit Schaltgetriebe und mit Automatik. Das Ergebnis: Beim Schalten wird der präfrontale Cortex deutlich stärker aktiviert als beim Fahren mit Automatikgetriebe.

Der präfrontale Cortex ist der Bereich des Gehirns, der für Gedächtnis, Entscheidungsfindung und Aufmerksamkeit zuständig ist.

Der Grund liegt im Ablauf des Schaltvorgangs selbst:

  • Ihr müsst einschätzen, welcher Gang zur aktuellen Situation passt.
  • Gleichzeitig bedient ihr Kupplung und Schalthebel.
  • Und behaltet dabei die Beschleunigung im Blick.

Diese Kombination aus Einschätzung, Entscheidung und motorischer Koordination sorgt laut der Studie für die stärkere Aktivierung im Gehirn. Wer beim Anfahren schon mal abgewürgt hat, weiß, wie viel Koordination hier tatsächlich gefragt ist.

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Kawashima selbst bringt es gegenüber dem japanischen Portal Best Car Web auf den Punkt:

»Das hat einen deutlichen Effekt auf die geistige Gesundheit und kognitive Funktion.«

Wozu die Studie? In Japan, wie auch in vielen anderen Ländern, wächst der Anteil älterer Menschen, wodurch geistiger Abbau zu einem immer größeren gesellschaftlichen Thema wird. Laut der Studie könnte regelmäßiges Fahren mit Schaltgetriebe ein einfacher Weg sein, das Gehirn aktiv zu halten und Demenz entgegenzuwirken.

Trotzdem ist die Gangschaltung längst auf dem Rückzug. Besonders in den USA und in Japan hat sich die Automatik durchgesetzt: Dort liegt der Anteil manuell geschalteter Neuwagen nur noch bei etwa 1 bis 2 Prozent, wie IGN berichtet.


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Kein Schaltwagen? Videospiele helfen auch

Wer keinen Zugang zu einem Schaltwagen hat, muss trotzdem nicht auf ein Hirn-Workout verzichten. Auch bestimmte Videospiele wirken sich positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus, wie das Max-Planck-Institut verrät.

Ob Gangschaltung oder Controller: Für euer Gehirn scheint aktive Beteiligung offenbar wichtiger zu sein als reiner Komfort.

Wie trainiert ihr euer Hirn? Strategiespiele wie Age of Empires oder geht es eher in Richtung Factorio? Es dürfte jedenfalls viele Spiele geben, die das Hirn fit halten.


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