Die Grafikkarte stottert, die FPS brechen ein, die Lüfter laufen auf Hochtouren, doch gängige Auslese-Tools und Windows melden völlig unbedenkliche Temperaturen. Seitdem Nvidia den Zugriff auf einen wichtigen Sensor auf den RTX-5000-Grafikkarten gekappt hat, häufen sich Berichte von verzweifelten Spielern.
Der Grund für diese unerklärlichen Ruckler kann eine unsichtbare Performance-Bremse tief im Inneren der Hardware sein: Wie PC Games Hardware berichtet, verfügen aktuelle Nvidia-Grafikkarten über einen versteckten Hotspot-Sensor, der die Leistung drosselt, sobald bestimmte Temperaturen überschritten werden. Während Windows und Auslese-Tools Temperaturen um 60 oder 70 Grad Celsius anzeigen, kann die aktuelle Temperatur um bis zu 39 Grad höher sein.
Aufgedeckt wurde dieses undokumentierte Phänomen ursprünglich in einem YouTube-Video der brasilianischen PC-Bastler rund um Paulo Gomes. Das Video zeigt, dass sich dieser Temperatur-Sensor erst mit Nvidias internen Diagnose-Tool auslesen lässt, um so dem eigentlichen Problem auf die Schliche zu kommen.
Link zum YouTube-Inhalt
Wie Standard-Tools Spieler in die Irre führen können
Im Alltag verlassen sich PC-Bauerinnen und -Bauer und Hardware-Enthusiasten auf weitverbreitete Software wie GPU-Z, MSI Afterburner oder HWiNFO, um die Temperaturen des Grafikchips im Auge zu behalten.
Doch genau hier lauert der Fallstrick: Diese frei zugänglichen Programme greifen auf die öffentliche Schnittstelle der Nvidia-Treiber zurück.
Der im Video gezeigte Hotspot-Sensor kann hierüber aber nicht gelesen werden. Er misst thermische Spitzen an spezifischen, nicht dokumentierten Hotspots der Platine.
Übersteigt die Temperatur an diesen Stellen Schwellenwerte, wird die Notbremse gezogen. Das Resultat ist ein deutlicher Abfall der Leistung, Lüfter, die auf der höchsten Stufe laufen, sowie oft merkbare Ruckler im Spiel oder in Anwendungen. All das, während die gängigen Tools Temperaturen von um die 65 Grad Celsius ausgeben.
1:04:00
Endlich Schluss mit Hardware-Dürre! Das steckt hinter den neuen Grafikkarten, Handhelds und der Nvidia-CPU
MODS: Der Blick hinter die Kulissen der Hardware
Laut Paulo Gomes liefert erst Nvidias internes MODS-Werkzeug die fehlenden Informationen. Es handelt sich hierbei um eine Linux-basierte Testumgebung, die vor allem für Nvidia-Ingenieure, Partnerfirmen und spezialisierte Reparaturstellen gedacht ist.
MODS umgeht Windows und kann daher Informationen auslesen, die der Windows-Treiber nicht zur Verfügung stellt. Genau dieser Vollzugriff ermöglicht es dem Tool, die gesperrten Temperatursensoren – etwa in der Nähe der Stromversorgung oder an speziellen GPU-Knotenpunkten, auszulesen.
Eine mögliche Ursache der Hitzeentwicklung
Laut dem Youtube-Experten sind es vor allem mechanische und altersbedingte Probleme, die zu einer deutlich höheren Temperatur führen können. Oft ist die Ursache auf ausgetrocknete oder falsch platzierte Wärmeleitpasten zurückzuführen, so der PC-Bastler.
Im Video demonstriert er das Problem anhand einer Geforce RTX 5070 Ti-Grafikkarte. Während sie unter Windows rund 68 Grad Celsius meldet, zeigt Nvidias-Werkzeug am Hotspot eine Temperatur von 107 Grad Celsius an. Genau die Temperatur, an der die Grafikkarte beginnt, die Notbremse zu ziehen.
Beim Öffnen der Abdeckung wurde schnell klar, dass sich die Wärmeleitpaste verschoben hatte. Nach der Entfernung der alten und dem Auftragen der neuen Paste sank die Temperatur auf 100 Grad Celsius ab.
Mehr zum Thema: Nvidia RTX Spark: Wie erfolgreich der neue Chip wird, hängt nicht alleine von Nvidia ab
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch: Einen offiziellen Download für das Diagnose-Werkzeug von Nvidia gibt es nämlich nicht.
Jetzt seid ihr gefragt: Hattet ihr auch schon einmal mit plötzlichen Frame-Drops zu kämpfen, obwohl Afterburner, GPU-Z und Co. völlig unbedenkliche Temperaturen angezeigt haben? Habt ihr bei euren Karten schon einmal die Wärmeleitpaste erneuert? Teilt eure Erfahrungen mit uns gerne unten in den Kommentaren.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.