Jeder Brettspiel-Designer hofft darauf, diesen Preis zu gewinnen! Das Spiel des Jahres ist die wichtigste Auszeichnung der Branche und wurde für 2026 am vergangenen Sonntag, dem 12. Juli, offiziell verliehen. Wieder einmal wurden Spiele in drei Kategorien mit einem Award geehrt. Darunter natürlich das Spiel des Jahres, aber auch das Kennerspiel des Jahres für Experten und das Kinderspiel des Jahres für ... Kinder.
Das sind die Gewinner
Kommen wir als Erstes zu den Ergebnissen der Preisverleihung und dazu, welche Spiele es nur in die Nominierungslisten geschafft haben.
Das Spiel des Jahres 2026
- Dito! von Martin Aang
Nominiert waren
- Cozy Sticker Ville von Corey Konieczka
- Morty Sorty Magic Shop von Markus Slawitschek
Das Kennerspiel des Jahres 2026
- Rebirth von Reiner Knizia
Nominiert waren
- Boss Fighters QR von Michael Palm und Lukas Zach
- Moon Colony Bloodbath von Donald X. Vaccarino
Das Kinderspiel des Jahres 2026
- Die Insel der Mookies von Florian Sireix
Nominiert waren
- Buh Party von Florian Sireix und Benoit Turpin
- Verflixt verzaubert von Thomas Dagenais-Lespérance
Das steckt hinter den Preisträgern
Spiel des Jahres: Dito!
1:21
Dito! ist das Spiel des Jahres 2026! Dieses Brettspiel konnte sich gegen die Konkurrenz durchsetzen
- Verlag: Carletto
- Spieleranzahl: 3 bis 7 Personen
- Preis: Ca. 28 Euro
Darum geht's: In Dito! dreht sich alles um Assoziationen. Die Spielrunde zieht drei Karten, auf denen ein kurzer Satz steht. Zum Beispiel: »Assoziiert man mit Vampiren.« Dann müssen alle Mitspieler drei Assoziationen auf einer Art Bingo-Karte eintragen. Anschließend werden die Worte vorgelesen. Euer Ziel ist es, Wörter zu finden, die mindestens eine andere Person am Tisch auch hat. Nur dann gibt es einen Punkt.
Bei Vampiren etwa »Knoblauch«. Extra Punkte gibt es, wenn nur zwei Spieler dasselbe Wort haben. Obendrein gibt es noch mehr Punkte, wenn ihr eine Reihe auf eurer Karte abschließt. Das fügt dem Ganzen noch eine strategische Komponente hinzu, da ihr einschätzen müsst, welche Worte, die euch einfallen, mit der höchsten Wahrscheinlichkeit noch jemand anderes hat. Wer die meisten Punkte eintütet, gewinnt das Spiel.
Kennerspiel des Jahres: Rebirth
1:10
Rebirth ist das Kennerspiel des Jahres 2026! Darum geht es in dem postapokalyptischen Legespiel
- Verlag: Frosted Games
- Spieleranzahl: 2 bis 4 Personen
- Preis: Ca. 50 Euro
Darum geht's: Rebirth ist eigentlich unheimlich simpel. Fast schon so simpel und zugänglich, dass man es womöglich nicht bei den Kennerspielen erwarten würde. Im Detail macht ihr hier nichts anderes, als jede Runde Plättchen auf eine Karte von Schottland zu legen. Ihr befindet euch aber in der Postapokalypse und müsst das ruinierte Land nun wieder aufbauen. Dafür errichtet ihr Energieanlagen, Nahrungsanlagen oder Siedlungen, die ihr aus einem zufälligen Stapel zieht.
Doch ihr konkurriert dabei um den Platz auf der Karte. Alle Spieler versuchen, Punkte zu sammeln, indem sie mit ihren Plättchen Gruppen bilden oder Städte beanspruchen, in denen sie die meisten Siedlungen gebaut haben. Auch Burgen können sie so einnehmen und mit Kathedralen werden Quests verfügbar, die beim Erfüllen noch mehr Punkte gewähren. Das ist simpel, aber auch sehr elegant, schnell zu lernen und durchaus taktisch, selbst wenn der Glücksfaktor recht groß ist. Weniger Glück spielt auf der Irland-Karte eine Rolle, die die Regeln modifiziert und den Anspruch noch etwas verstärkt.
Kinderspiel des Jahres: Die Insel der Mookies
1:17
Das Kinderspiel des Jahres 2026: Die Insel der Mookies ist ein Pokémon-artiges Sammelspiel für kleine Brettspiel-Fans
- Verlag: Kosmos
- Spieleranzahl: Für 2 Personen
- Preis: Ca. 15 Euro
Darum geht's: Als Kinderspiel des Jahres ist Die Insel der Mookies natürlich entsprechend leicht zu lernen, kindgerecht, aber trotzdem spannend. Es handelt sich um ein Duellspiel, in dem zwei Kinder um Trophäen wetteifern. Dafür müssen sie abwechselnd von zwei Stapeln Karten ziehen, auf denen bunte Wesen abgedruckt sind – danach kann sich das Kind entscheiden, ob es das Wesen der Vorder- oder der Rückseite haben will. Jeder sogenannte Mookie gehört zu einer Farbfamilie und wer die meisten einer Familie hat, bekommt die entsprechende Trophäe.
Jede Trophäe gewährt verschieden viele Sterne. Wer die meisten Sterne hat, gewinnt das Spiel. Es gibt auch eine gemeine Spinne, die kein Mookie ist, und die auf den Stapel des Gegners gelegt wird. Wer am Ende die meisten Spinnen hat, muss eine Trophäe wieder abgeben. Das Spiel spricht wie etwa Pokémon den Sammeldrang an und fordert, ohne zu überfordern.
Das Spiel des Jahres ist ein Kritikerpreis, der seit 1979 vergeben wird. Die Jury besteht aus ehrenamtlichen Mitgliedern, die für deutschsprachige Medien arbeiten. Obwohl es sich um einen deutschsprachigen Preis handelt, gilt der Preis inzwischen als der wichtigste Award für Brettspiele und wird auch international sehr geschätzt. Den Award auf die Packung zu drucken, kann sich massiv auf die Verkaufszahlen auf der ganzen Welt auswirken.
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