Technik von morgen: Gibt es bald OLED-Bildschirme mit aufblasbaren Tasten?

Mit diesen Ballon-Tasten könnten Handys bald ausgestattet sein. Wie funktioniert die Technik, mit der Tasten auf dem Display ertastbar werden?

Staunen bis in die Fingerspitzen: Diese Technik schiebt sich unters OLED-Display - und bläst Tasten auf (Bilder. Pixabay, figlab.com) Staunen bis in die Fingerspitzen: Diese Technik schiebt sich unters OLED-Display - und bläst Tasten auf (Bilder. Pixabay, figlab.com)

Ein OLED-Bildschirm, aus dessen Oberfläche Tasten organisch herauf- und herunterfahren können. Einen solchen haben Wissenschaftler der Future Interface Group an der Carnegie Mellon University entwickelt. 

Aber wie funktionieren diese Pop-up-Schaltflächen - und wieso könnten sie die Art und Weise verändern, wie wir Smartphones nutzen?

Was bringen Pop-up-Tasten?

Das Besondere an der Technik ist ihr haptisches Feedback. Statt wie sonst bei ertastbaren Bedienelementen auf Displays, könnten Nutzer hier auch sprichwörtlich im dunklen Tippen. Sprich: Die Tasten lassen sich erfühlen.

Gerade bei reaktionsschnellen Anwendungen, wie Ego-Shootern oder dem Tippen eines Texts, erspart haptisches Feedback Frustrationen.

Das Potenzial aufblasbarer Tasten 

Die Möglichkeiten dieser Technologie gehen über Smartphones oder andere Touchscreens des alltäglichen Gebrauchs hinaus. Denkbar sind etwa Game Controller, ausgestattet mit solchen aufblasbaren Erhebungen. 

Wie funktionieren Pop-up-Tasten?

  • Kleinste Bauteile: Die dafür benötigte Technik ist so klein, dass sie sich unter ein OLED-Panel schieben lässt.  
  • Verbaute Bauteile: Mit der so untergebrachten Technik entstehen Vorsprünge entlang bestimmter Bildschirmabschnitte. Praktisch funktioniert das über eine Flüssigkeit, die eingeführt (Vorsprung erhebt sich) oder abgelassen wird (Vorsprung erniedrigt sich). Der Vorgang, bis sich ein Tastenfeld erhebt, dauert ungefähr eine Sekunde. 
  • Hervorstehende Ballon-Tasten: Diese Vorsprünge (oder Knöpfe) stehen bis zu 1,5 Millimeter hervor, sind somit mit den Fingerspitzen ertastbar.

Was sind Elektroosmotische Pumpen? 

Die Technik dahinter nennt sich Embedded Electroosmotic Pumps (EEOPs) - zu Deutsch: Eingebettete, elektroosmotische Pumpen. EEOPs sind in unserer technisierten Welt allgegenwärtig; sie sind in Touchscreen-Geräten wie Smartphones verbaut. EEOPs bestehen aus einer dünnen Schicht aus Flüssigkeits-Pumpen.  

Eine Demonstration des forscherischen Treibens rund um die EEOPs der Future Interface Group gibt es in einem knapp vierminütigen Video zu bestaunen.

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Laut beteiligter Wissenschaftler ist ihre Erfindung dünner, im Vergleich zu ähnlichen Anwendungen diese Technik. Ein weiteres Beispiel für diese Technik ist die Tastatur von Tactus.

Die besseren Ballon-Tasten

Die Wissenschaftler rund um die Future Interface Group fassen die Vorteile ihres Ansatzes wie folgt zusammen: 

  • Kompakter Formfaktor: die verbauten EEOPs haben eine Dicke von gerade mal 5 Millimeter 
  • Leichtgewicht: weniger als 40 Gramm soll das Gerät auf die Waage bringen.
  • Widerstandsfähig: Die verbauten EEOPs sollen kräftig genug sein, um dem anhaltenden Tippen, Tasten und Hämmern mit Fingerspitzen standzuhalten. 

Worin liegen eurer Meinung nach weitere Anwendungsbereiche für die Technik hinter den aufblasbaren Tasten? Findet ihr EEOPs genialisch, oder ist das neumodischer Humbug - denn immerhin hat die Entwicklung der Telefonie mit der Wählscheibe ihren Zenit erreicht, oder? Schreibt uns dazu gerne in die Kommentare.

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