Ich liebe Ask Me Anythings mit euch zu veranstalten. Ich bin seit 10 Jahren Heimkino-Redakteur, aber manche Dinge bedenkt man einfach nicht, weil man zu tief in der Materie steckt.
Haargenau das ist mir bei meinem letzten AMA zu OLEDs passiert. Dort kommentierte scheffi nämlich Folgendes:
Ist der Unterschied zwischen OLED und TN / IPS wirklich so stark, wenn beide Monitore korrekt eingestellt sind? Ich sehe auf Reddit immer die Vergleichsbilder, dabei ist der TN / IPS Monitor aber total beschissen eingestellt.
Hintergrund ist, ich hab aktuell einen zu damaliger Zeit guten Monitor (Acer XB27 1HU) und bin jetzt zwiegespalten, ob sich das wirklich lohnt. Aber der alte ist auch schon 8 Jahre alt, aber er funktioniert halt noch.
Dieser Artikel setzt sich nicht mit scheffis Acer XB271HU auseinander, sondern der Frage: Wann sollte man upgraden? Und vor allem: Was darf man erwarten? Erst wird’s technisch, danach psychologisch.
Wann sollte man upgraden?
Im Grunde reicht da ein Gefühl aus. Wenn ihr nicht mehr zufrieden mit TV oder Monitor seid – sei es aus Gründen des Alters oder der Technologie –, dann macht euch auf die Suche. Rein technischer Natur gibt es drei Anzeichen, wenn ihr langsam das Sparschwein plündern solltet.
1. Display graut aus
Es mag im ersten Moment vielleicht gar nicht so sehr auffallen, aber läuft ein Bildschirm über Jahre hinweg, verliert das Bild an Kraft. Das gilt für alle Paneltechnologien.
Je länger und stärker einzelne Zellen beansprucht werden, desto mehr Lebenszeit verlieren sie. Zurück bleiben ausgebrannte Zellen, die nur noch einen Bruchteil ihrer Leuchtkraft haben.
- Es entsteht eine Vignettierung.
- Das Bild wird grau, fahl oder stumpf.
- Das Display ist deutlich dunkler.
2. Tote oder feststeckende Pixel
Der Name ist relativ selbsterklärend. Wenn ein Pixel nicht mehr leuchtet oder seine Farbe nicht mehr ändert, dann ist er entweder tot oder steckt fest. Das kann theoretisch bei allen Panel-Arten vorkommen.
- Tote Pixel bekommen keine elektrische Spannung mehr oder bleiben durch Abnutzung einfach aus.
- Hängen gebliebene Pixel zeigen eine bestimmte Farbe dauerhaft an.
Ersteres mag vielleicht gar nicht so schlimm klingen, aber ein knallgrüner oder pinker Pixel auf dem Bildschirm fällt sogar bei einem großen 65-Zöller auf. Gegen tote Pixel lässt sich auch nichts unternehmen, also müsst ihr damit leben oder ein neues Gerät kaufen.
3. Es fehlen moderne Features
In diesen Punkt spielt mit hinein, dass ihr überhaupt moderne Funktionen nutzen wollt. Kann gut sein, dass ihr sie womöglich gar nicht vermisst.
- Die Auflösung ist euch zu niedrig.
- Die Bildwiederholrate ist euch zu niedrig.
- Die Paneltechnik ist veraltet.
- Die Anschlüsse sind veraltet.
Trifft eines der drei Dinge zu, dann solltet ihr über ein Upgrade nachdenken. Das gilt natürlich auch, wenn euer Monitor oder Fernseher irgendeine andere Macke hat, mit der ihr nicht leben könnt oder wollt.
Die Tatsache, die scheffi beschäftigt – nämlich, dass andere Monitore ja besser aussehen könnten –, ist allerdings meist ein Trugschluss.
Das Upgrade und ihre Erwartungshaltung
»Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner«, heißt es im Volksmund und das trifft auch auf das von scheffi skizzierte Szenario zu.
Irgendwo da draußen, meist auf Reddit, gibt es immer jemanden, der den besseren Gaming-PC, prächtigeren Monitor oder größeren TV hat.
Dadurch wirkt das, was man hat, immer etwas mager. Das kann niemand besser beurteilen als jemand, der jahrelang High-End-TVs getestet hat und zu seiner »Mühle« nach hause gekommen ist – die beileibe nicht schlecht war!
3:12
Habe ich die Zukunft gesehen? So sehr wie dieser TV hat mich noch nie ein neuer Fernseher begeistert
Klar, logisch, wenn besagte Mühle schon acht Jahre auf dem Buckel hat, dann sehnt man sich nach etwas Besserem und hier kommt die Erwartungshaltung ins Spiel.
»Wenn ich mir einen neuen Monitor kaufe, sieht der auf jeden Fall besser aus als der alte.«
Das mag so sein, wenn ihr wirklich lange nicht geupgradet habt. Steht auf eurem Schreibtisch allerdings ein ordentlicher Monitor, dann ist der Unterschied gar nicht so groß.
Die Tatsache, die 99 Prozent nämlich nicht auf dem Schirm haben, ist, dass man selten die Möglichkeit hat, seine Möhre und den funkelnagelneuen Monitor (oder TV) miteinander vergleichen zu können. Oder noch besser: Mehrere potenzielle Kandidaten untereinander, um den zu finden, der einen am meisten anspricht.
Klar sieht der OLED-Monitor auf Reddit Sahne aus, aber wie ist er eingestellt? Und vor allem: Wie sieht er im Vergleich zu eurem Modell aus? Erste Frage lässt sich vielleicht noch beantworten, die zweite so gut wie nie.
Meiner Erfahrung nach ist man nicht selten enttäuscht, wenn man sich aus einem Bauchgefühl heraus nach geraumer Zeit ein neues Gerät zulegt, weil man irgendwo ein vermeintlich besseres gesehen. So viel mehr macht das dann am Ende oft gar nicht her.
Das hat vor allem mit unserer Erwartungshaltung zu tun, weil Techies wissen (oder glauben), dass OLED auf jeden Fall besser ist als Displays mit anorganischen Panels wie LCD oder Mini-LED. Aber gefällt das Endprodukt auch uns besser?
Das steht auf einem anderen Blatt.
Passend zum Thema:
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Ich will hier nicht mit erhobenem Zeigefinger stehen und sagen: »Gebt euch mit dem zufrieden, was ihr habt«. Kann ich auch gar nicht, weil nur ihr selbst wisst, was ihr möchtet und was ihr braucht.
Daher empfehle ich euch, was ich scheffi bereits in der Kommentarspalte unter dem AMA-Artikel empfohlen habe: Wenn euer Monitor oder Fernseher die Hufe hochreißt, schaut euch im Elektrofachhandel eures Vertrauens nach einem OLED um (sofern ihr denn einen möchtet).
Vor Ort sind die zwar auch nicht so eingestellt wie zuhause, aber einen Eindruck gewinnt ihr dennoch. Verliert euch aber nicht in Details, welches Modell jetzt wirklich das Bessere ist. Das sorgt nur für eine Qual bei der Wahl, denn am Ende ist eines klar: der neue Monitor oder TV wird dann auf jeden Fall knackiger aussehen als der alte – wenn ihre lange genug gewartet habt.

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