Am fünften Tag seines Release-Events Shipmas
wartet OpenAI mit einem Highlight auf: Sora ist da. Mit einem einfachen Prompt können nun ganze Videoclips generiert werden. Dafür braucht es nur einen Bezahl-Account von OpenAI.
Auch wenn wir Sora selbst noch nicht testen können, dürfen wir dafür die Ergebnisse in der Community bestaunen. Die zeigt sich vor allem begeistert, es wird aber auch eine Menge Kritik laut.
Sora: Das müsst ihr wissen
- Sora kann aus einem Text-Prompt oder Bildern Videos generieren
- Die Videos können in Full-HD aufgelöst und bis zu 20 Sekunden lang sein
- Sora ist bis jetzt in der EU und im UK nicht zugänglich
- Das braucht ihr:
- Plus-Account (20 US-Dollar/Monat) für monatlich bis zu 50 Videos in maximal HD-Auflösung (720p) und mit Wasserzeichen
- Pro-Account (200 US-Dollar/Monat) für bis zu 500 Videos in maximal Full-HD (1080p)
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So reagiert die Community
Auf Reddit hat sich mit r/SoraAI ein SubReddit gegründet, das schon jetzt 12.000 Mitglieder zählt. Hier teilen diejenigen, die Sora bereits nutzen, ihre generierten Clips. Viele zeigen sich fasziniert von den gestochen scharfen Bildern und sind überzeugt, dass mit Sora in der generativen KI ein weiterer Meilenstein erreicht ist. Bei genauerer Betrachtung liefern die Ergebnisse und die Firma OpenAI selbst aber auch viel Diskussionspotenzial.
Begeisterte User
Beeindruckende Qualität: Sora wurde zuerst einer Gruppe von Alpha Artists
zur Verfügung gestellt. Einer davon ist Künstler Ata Mojlish. Der hat sich von seiner Heimat Bangladesch inspirieren lassen und basierend auf Prompts einen atmosphärischen Kurzfilm zusammengeschnitten.
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Der Ton stammt allerdings nicht von Sora, die KI generiert nur die Videos. Auch vorhandene Bilder lassen sich animieren. Twitter-User taziku CEO / AI × Creative hat sich von der Bildgenerierungs-KI Midjourney hyperrealistische Bilder erstellen lassen. Mit Sora haucht er diesen Leben ein:
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Kreative Möglichkeiten
Das Tool regt bei der Community auf jeden Fall die Fantasie an, was in Zukunft mithilfe von KI noch alles möglich sein wird. User aHumanRaisedByHumans stößt die Diskussion an, ob mittels Sora wohl bald neue Szenen aus The Office generiert werden könnten.
Vielleicht denkt hier der ein oder andere auch darüber nach, ein alternatives Ende von Game-of-Thrones zu erstellen. Zumindest für User Plane-Bat4763 sind die sieben Stunden mit Sora Non-Stop-Kreativität
. Denn neben den kurzen Clips liefert die KI auch GIFs, ebenso wie dynamische Elemente für Präsentationen.
Kritische Stimmen
Qualitätsprobleme: OpenAI weist in seiner Ankündigung selbst auf qualitative Schwankungen der Ergebnisse hin. Die unrealistische Physik von Objekten sei etwa eine solche Schwachstelle.
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Ob explodierende Kanonenkugeln überhaupt etwas im Mittelalter zu suchen haben, sei einmal dahingestellt. Dass die Kugel aber schräg neben der Kanone hochgeht, dürfte wohl an Soras Physikverständnis liegen.
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Leider hat User kodachromalux den Prompt für sein Video nicht geteilt. Ob die dritte Brust der Dame im Hintergrund intendiert ist, lässt sich nicht sicher sagen. Dass die Person im Vordergrund allerdings nur vier Finger hat, ist ein bekanntes Problem von generativer KI.
Mangelnde Verfügbarkeit: Doch mehr als die Qualität des Contents sorgt der eingeschränkte Zugriff auf Sora für Unmut. Warum die KI in der EU nicht verfügbar ist, wurde seitens OpenAI nicht erklärt. Allerdings werden Probleme in Fragen des Copyrights vermutet. Solche EU-Richtlinien sehen immer mehr Menschen kritisch. Der User halfbeerhalfhuman fühlt sich abgehängt:
»Europe in a nutshell on how to lose the Ai race«
Aber auch Nutzer aus Ländern mit Zugriff haben keine Garantie, an Sora zu kommen. Eigentlich, so das Versprechen von OpenAI-CEO Sam Altman, hat jeder mit einem Bezahl-Account bei OpenAI Zugriff auf das neue Produkt. Viele enttäuschte Nutzer können das aber nicht bestätigen:
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Aufgrund des hohen Andrangs sind die Server bei OpenAI überlastet. CEO Sam Altman gibt sich überrascht und gelobt eine schnelle Lösung des Problems.
Undurchsichtige Preispolitik: Bisher bot OpenAI einen Plus-Account, um die Dienste der Firma zu nutzen. Kurz vor der Veröffentlichung von Sora kam noch ein Pro-Account hinzu. Der ist mit satten 200 US-Dollar im Monat zehnmal so teuer wie der bisherige Plus-Account. Allerdings können mit diesem auch zehnmal so viele Videos, nämlich 500, erstellt werden.
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Doch so einfach ist es nicht: Pro liefert Clips mit einer Auflösung bis 1080p, der Plus nur mittelmäßige 720p mit Wasserzeichen. Doch wer in 720p und mit einem Plus-Account arbeitet, wird keine ganzen 50 Videos pro Monat bekommen. Die bekommt man nur in einer Auflösung von 480p. Wie die Verhältnisse sich aber genau darstellen, bleibt undurchsichtig.
Altman verspricht zwar, dass für die meisten User ein Plus-Account reichen würde. Die Community bezweifelt das aber:
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Wie sein Account-Name andeutet, möchte User AImoneyhowto mit KI Geld verdienen. Eine professionelle Nutzung sieht er aber mit den starken Einschränkungen eines Plus-Accounts nicht. Für Nutzer GiantLemonade ist in Anbetracht der immensen Rechenleistung, die Modelle wie Sora erfordern, ein Preis von 200 US-Dollar im Monat angemessen. Allerdings sind alle hier gezeigten und Beispiele offensichtlich mit einem Pro-Account entstanden.
Sora ist nur ein weiterer Schritt
Sora reiht sich nahtlos in die bisherige Produktpalette von OpenAI ein. Die Entwicklung der Video-KI baut auf Erfahrungen mit der hauseigenen Bildgenerierungs-KI DALL-E auf. Für besonderes Aufsehen sorgte die Firma im November 2022 mit der Veröffentlichung des KI-Chatbots ChatGPT. Der wird mittlerweile von 200 Millionen Menschen mindestens ein Mal im Monat genutzt. Der Chatbot war zu seiner Veröffentlichung vor 2 Jahren für die User kostenlos. Doch auf die aktuell beste Version könnt ihr mittlerweile nur noch im Rahmen eines Plus-Accounts zugreifen.
Was denkt ihr? Sind die Ergebnisse von Sora wirklich so beeindruckend? Und findet ihr die steigenden Kosten für OpenAI-Produkte angemessen? Schreibt es in die Kommentare!
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