Erst kürzlich hatte OpenAI den Rechtsstreit mit Elon Musk für sich entschieden – nun gerät der Konzern gleich an mehreren neuen Fronten unter Druck.
Kündigungswelle im Sicherheitsbereich
Am auffälligsten sind die Personalabgänge an der Spitze. Fidji Simo, seit Mai 2025 von CEO Sam Altman persönlich als Chefin des Anwendungsgeschäfts eingesetzt, verlässt das Unternehmen aus gesundheitlichen Gründen – sie leidet laut einem Fortune-Bericht aus dem Jahr 2021 am posturalen Tachykardiesyndrom (POTS).
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Wenn der Chatbot zur Gefahr wird: KI und unsere Psyche
Fast zeitgleich verließ laut Wired auch Johannes Heidecke, Leiter der Sicherheitssysteme, das Unternehmen – inmitten einer Umstrukturierung von Sicherheits- und Forschungsteams. Gizmodo brachte die ständige Fluktuation mit einem Seitenhieb auf den Punkt: Bei OpenAI trete quasi permanent irgendein Sicherheitsverantwortlicher zurück.
- Seine Chronik: Jan Leike (Superalignment) ging im Mai 2024, das Team löste sich danach auf; fünf Monate später verließ Miles Brundage (AGI-Vorbereitung) den Konzern; ein Jahr darauf Andrea Vallone (Sicherheitsforschung zu psychischer Gesundheit).
- Im Februar 2026 löste sich zudem das Team »Mission Alignment« auf, aus dem Josh Achiam als »Chief Futurist« hervorging – er kündigte eine Woche vor Heidecke.
Zwei Klagen mit Sprengkraft
Rechtlich sieht sich OpenAI mit zwei schwerwiegenden neuen Vorwürfen konfrontiert. Apple hat OpenAI verklagt und wirft dem Unternehmen vor, gezielt frühere Apple-Ingenieure abgeworben zu haben, um sich Design- und Hardware-Wissen aus Cupertino anzueignen und damit eigene KI-Geräte als Konkurrenz zu Apples Produkten schneller auf den Markt zu bringen.
Parallel dazu haben die New York Times sowie 16 weitere Medienhäuser bei einem Bundesgericht in Manhattan Sanktionen gegen OpenAI beantragt.
- Der Vorwurf: OpenAI habe erklärt, urheberrechtlich geschütztes Material in eigenen Systemen technisch nicht aufspüren zu können – während interne Recherchen genau das schon vor Klageeinreichung belegt hätten.
- Anwalt Steve Lieberman, der die Daily News und sieben Schwesterzeitungen vertritt, will laut der Associated Press erreichen, dass OpenAI für das Verschwindenlassen von Beweismaterial zum Training mit gestohlenen journalistischen Inhalten belangt wird.
Browser-Aus und Vorwürfe zu chinesischen Kunden
Zusätzlich zog OpenAI die Reißleine bei ChatGPT Atlas: Der KI-Browser wird nach nur neun Monaten wieder eingestellt, unmittelbar nachdem der Konzern mit »ChatGPT Work« ein neues Desktop-Angebot präsentiert hatte, das Chatfunktion, Codex-Coding-Werkzeug und Web-Browsing in einer Oberfläche vereint.
- Für zusätzlichen politischen Zündstoff sorgt eine Recherche der Financial Times: Sowohl OpenAI als auch Google sollen fortschrittliche KI-Modelle – bei OpenAI konkret GPT-5.6 – an Singapur-Töchter chinesischer Technologiekonzerne lizenziert haben, die laut Pentagon-Einstufung militärische Verbindungen aufweisen.
- Rechtlich sei daran laut FT nichts auszusetzen, politisch dürfte der Fund aber neuen Rückenwind für strengere KI-Exportregeln in Washington liefern.
Wie groß der Flurschaden am Ende ausfällt, bleibt offen. Bloomberg-Kolumnist Mark Gurman schrieb hierzu: Ein Gerichtsurteil lasse noch Jahre auf sich warten, doch schon jetzt erschwere die Klage OpenAIs Personalgewinnung und Produktpläne.
Das Ganze könnte auch Auswirkungen auf den geplanten Börsengang haben – möglicherweise verschieben sich die OpenAI-Pläne angesichts der für das Unternehmen katastrophalen Stunden auf 2027.
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