Das Ende von ChatGPT, wie wir es kennen? OpenAI wendet sich von Privatnutzern ab – und es gibt einen Konkurrenten, den das besonders freut

Wird sich die Spitze der KI-Landschaft bald komplett wandeln? Die Zeichen häufen sich.

OpenAI steht einiges an Veränderung bevor, doch wie betrifft uns das und was passiert danach? (Bildquelle: Adobe Stock – Zerbor | OpenAI) OpenAI steht einiges an Veränderung bevor, doch wie betrifft uns das und was passiert danach? (Bildquelle: Adobe Stock – Zerbor | OpenAI)

OpenAI zieht die erst vor sechs Monaten gestartete Sora-App wieder aus dem Verkehr und viele sehen das bereits als Zeichen der Schwäche. Als Signal, dass das »Platzen der Blase« nahe ist. 

Auch wenn ich so weit momentan noch nicht gehen würde, gibt es einige Zeichen dafür, dass OpenAI vor einem Wandel steht – oder gar mehreren. Das könnte nicht nur dafür sorgen, dass ChatGPT in Zukunft deutlich weniger Features für herkömmliche User veröffentlicht. 

Auch die Konkurrenz dürfte sich freuen. Allen voran Google.

Jan Stahnke
Jan Stahnke

Seit August 2022 ist Jan ein Teil der Tech-Nerds von Gamestar Tech. Nach drei Jahren Ausbildung zum Informatikkaufmann hat er Informatik – Game Engineering studiert, bis er, drei Semester später, festgestellt hat, dass er doch lieber berichtet als entwickelt. Nach einem dreijährigen Exkurs als Radiomoderator und Redakteur schreibt er jetzt über KI, PC-Gaming und alles, was das Tech-Herz begehrt.

OpenAI zieht sich (vorerst) zurück

Schon im November 2025 hat Sam Altman, CEO von OpenAI, den Notstand (»Code Red«) ausgerufen. Damals wegen der starken Benchmarks von Gemini 3. Seither läuft es bei OpenAI nicht besser:

Bereits Anfang Februar gab es erste Gerüchte, dass bei OpenAI ein Richtungswechsel ansteht. Damals vermutete das Portal Cryptopolitan unter Berufung auf anonyme Quellen, dass so viel Fachpersonal das Unternehmen verlässt, weil Ressourcen für einige Projekte zu knapp sind oder diese aus anderen Gründen eingestellt werden.

Nun wissen wir mehr: Das Wall Street Journal (WSJ) berichtete am 16. März 2026, dass OpenAIs Führungsebene eine Umstrukturierung plane. Das bringt zwei große Veränderungen mit sich:

  • OpenAI soll sich in Zukunft mehr auf Business- und Coding-User konzentrieren.
  • Einige Projekte sollen eingestellt werden, um Ressourcen zu sparen.

Nur wenige Tage später folgte die Ankündigung, dass Sora eingestellt wird. Heute (am 27. März 2026) hat OpenAI gegenüber der Financial Times einen weiteren Projektstopp bestätigt: Der »Adult Mode« soll bis auf Weiteres auf Eis gelegt werden. Somit wird ChatGPT in nächster Zeit nicht für erotische Chats optimiert.


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Mal von der seltsamen Vorstellung abgesehen, dass das wirklich ein Plan war, zeigt mir diese Ankündigung, dass die Informationen des WSJ korrekt sind. Somit scheint sich OpenAI wirklich mehr auf Coding und Business zu konzentrieren.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass durchschnittliche Privatnutzer aus dem Fokus gerückt werden; also Nutzer wie ich und wahrscheinlich ihr.

Da drängen sich mir zwei brennende Fragen auf

  • Kann OpenAI sich wieder aus dem Schlamm ziehen und tatsächlich Gewinn erzielen?
  • Wer füllt die Lücke, die OpenAI im Nutzerbereich hinterlässt?

Die erste Frage wird uns wohl nur die Zeit beantworten können. Die zweite Frage hingegen sehe ich schon als geklärt.

Die Gewinner des Deals: Google (und Anthropic)

Momentan gibt es in der breiten Masse des westlichen Markts nur zwei Unternehmen, die sich als neuer Platzhirsch behaupten könnten: Google mit Gemini und Anthropic mit Claude. 

Der Vorteil von Google ist beachtlich. Während sich OpenAI immer weiter von Endkunden entfernt, macht Google das Gegenteil: 

  • KI-Funktionen im ohnehin extrem beliebten Chrome-Browser
  • Gemini in Gmail, Google Docs und Co.
  • Videogeneration durch Veo 3 (OpenAI entfernt sich vorerst von Video, Anthropic war nie in diesem Bereich tätig)

Google ist mit Gemini bereits sehr nah am User und bietet die KI da an, wo User ohnehin schon arbeiten und Zeit verbringen.

Das dürfte Google zusätzliche Beliebtheit bei vielen Usern verschaffen. Das macht das ohnehin schon immer stärker werdende Gemini zu einem potenziellen neuen Marktführer in Sachen LLM im Privatgebrauch.

Auch Anthropics Claude sollte nicht unterschätzt werden. Google hat zwar den Vorteil der bestehenden Service-Infrastruktur (Gmail, Docs, Sheets, YouTube etc.), doch Claude überzeugt mit hervorragender Technik und macht sich bei Usern mit freigegebenen Funktionen beliebt, die einst kostenpflichtig waren. 

Mehr Details zu Anthropics geschickten Manövern seht ihr hier:

Ich denke allerdings, dass die oben genannten Vorteile sowie die deutlich größere Toleranz für Verlustgeschäfte aufgrund der enormen Rücklagen von Google am Ende entscheidend sein werden, wenn es um den neuen Platzhirsch unter den LLMs geht.

OpenAI am Ende?

Ich glaube zwar, dass OpenAI mit dem Fokus auf Business und Coding viele Endkunden verlieren wird und seine weltweite Spitzenposition in Sachen LLMs einbüßen könnte, doch es gibt auch Argumente, die dagegen sprechen. Lasst sie mich kurz erläutern:

1. Modelle kommen immer schneller

Die Abstände zwischen den neuen Modellen von OpenAI werden immer kürzer. Während wir früher Jahre oder mehrere Monate auf ein Update von GPT warteten, ist heute spätestens nach einem Monat ein neues Update verfügbar. 

Kein Zweifel, weil bessere KI-Modelle für schnellere Entwicklung von neuen Modellen sorgen.

Dementsprechend könnten neue Funktionen für Privatnutzer in Zukunft vielleicht deutlich schneller umgesetzt werden als früher. Somit würde man auch weniger Ressourcen in Form von Arbeitskräften brauchen. 

Das könnte die Funktionen für User schnell aus dem unbegrenzten Schlaf holen. Immerhin behauptet OpenAI von Sora und dem »Adult Mode« nicht, dass sie nie wiederkommen. Vielmehr sind sie vorerst pausiert.

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2. Die Schüsse im Lauf

OpenAI hat wohl noch zwei Projekte am Start, die bald erscheinen sollen. Sie könnten mehr Licht auf OpenAIs Pläne werfen:

  • Ein neues Modell mit dem Codenamen »Spud«.
  • Eine Super-App, die mehrere Dienste verbinden soll

Die Super-App soll wohl mehrere OpenAI-Dienste wie die ChatGPT-App, Codex und die Desktop-App verbinden und zu einer einheitlichen App machen. Das soll nicht nur die Nutzererfahrung verbessern. Auch interne Ressourcen sollen dadurch frei werden, wie das WSJ berichtet

Das neue Modell »Spud«, das von vielen schon als GPT-6 bezeichnet wird, soll laut The Information bereits gut vorankommen. Altman sagte seinen Mitarbeitern gegenüber, dass das Unternehmen in »wenigen Wochen« ein »sehr starkes Modell« erwarte, das »die Wirtschaft wirklich beschleunigen« könne.


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Ich möchte den etwas nach Trump klingenden Versprechungen von Altman nicht allzu viel Glauben schenken und erstmal abwarten. Dennoch könnte es sein, dass »Spud« noch die ein oder andere Überraschung bereithält, die auch für Privatkunden interessant sein könnte.

Vorerst heißt es »Abwarten«. 

Wie denkt ihr über die Maßnahmen, die OpenAI ergreift? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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