Nach 180 Tagen gehört der Oura Ring 4 zu den besten Wearables, die ich getestet habe – eine Empfehlung fällt mir trotzdem schwer

Autor Patrick hat selten ein Gadget so ausgiebig getestet wie den Oura Ring 4. Nun ist es an der Zeit für sein Fazit.

Trotz der nervigen Abo-Gebühren hält Patrick am Oura Ring 4 fest. Sein Test erklärt es euch. Trotz der nervigen Abo-Gebühren hält Patrick am Oura Ring 4 fest. Sein Test erklärt es euch.

Vor wenigen Wochen habe ich mich noch ausführlich über den Abo-Trend im Bereich der Wearables ausgelassen. Nun muss ich euch erklären, warum ausgerechnet ich seit über 180 Tagen jeden Monat sechs Euro für einen kleinen Ring von meinem Bankkonto abbuchen lasse.

Manchmal wiegt die Neugier mehr als die Vernunft, und nach dieser langen Zeit möchte ich das Gadget nicht mehr vom Finger nehmen. Denn selten hat mich ein elektronisches Gerät so gut verstanden.

Transparenzhinweis: Oura hat mir den Ring nicht zur Verfügung gestellt. Ich habe mir das Gadget selbst gekauft.

Oura Ring 4
Oura Ring 4
Der Oura Ring 4 ist ein teures Gadget, für dessen Basic-Features eine Premium-Mitgliedschaft benötigt wird. Wenn ihr euch auf das Gerät einlasst, erhaltet ihr einen erstklassigen Schlaftracker, der euch ein extrem gutes Verständnis für euer eigenes Schlafverhalten vermittelt. Der Smart Ring punktet ebenfalls mit einem zuverlässigen Stressmanagement sowie einer hervorragenden App, die kleinere Fehler wie die automatische Workout-Erkennung wieder wettmacht.
  • Übersichtliche App
  • Präzise Herzfrequenzmessung
  • Hervorragendes Schlaftracking
  • Detaillierte Trend-Analysen + Berichte
  • Ausgezeichnetes Stressmangement + Symptommelder
  • Gute Akkulaufzeit
  • Abo-Gebühren sind nahezu Pflicht
  • Material wenig kratzresistent (Brushed Silver)
  • Automatische Workout-Erkennung stört
  • Schritte werden nicht präzise getrackt
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Oura Ring 4: Design und Verarbeitung

Bevor ich ins Detail gehe, muss ich ein paar Sätze zum Äußern loswerden.

Selbst nach über 180 Tagen trägt sich der Ring noch immer wunderbar am Finger. Nichts pikst, quetscht oder stört anderweitig. Das liegt zu einem Großteil an der aalglatten Innenseite sowie der nahezu perfekten Größe (Ringgröße 11), die ich mithilfe des kostenlosen Probiersets ermitteln konnte.

Sehr hilfreich war dabei der Ratschlag des Herstellers, den Ring lieber eine Nummer kleiner zu wählen, wenn man sich zwischen zwei Größen nicht entscheiden kann. Darauf komme ich später im Text beim Thema Aktivitätstracking noch einmal zurück.

Erstanden habe ich das Schmuckstück in der Farbe beziehungsweise dem Material »Brushed Silver«, das aber bereits nach kurzer Zeit deutliche Gebrauchsspuren in Form von Kratzern aufweist.

Die gute Nachricht: Diese Macken sind nur bei genauem Hinsehen sichtbar. Angesichts des hohen Preises von rund 450 Euro wiegt dieser Umstand allerdings durchaus schwer.

Dabei trage ich den Ring an der nicht dominanten Hand, um ihn bei Hausarbeiten nicht versehentlich zu beschädigen. Vor Gebrauchsspuren werden sich Ringe aber ohnehin nicht gänzlich schützen lassen.

Was ist im Ring drin?

  • Im Inneren des Rings befinden sich Sensoren, die für die Messung der Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität (HRV), der Atemfrequenz im Schlaf und der Blutsauerstoffsättigung zuständig sind.
  • Ein Hauttemperatursensor ist ebenfalls im Ring verbaut, um etwa Krankheiten frühzeitig zu erkennen, Erholungsanalysen zu bewerten oder den Zyklus der Frau zu erfassen.
  • Mit einem 3D-Beschleunigungssensor ist der Oura Ring ebenfalls ausgestattet, um Schritte, Aktivität und nächtliche Unruhe zu erfassen. Apropos nächtliche Unruhe.

Oura Ring 4: So gut ist das Schlaftracking

Wie ich vorhin bereits erwähnt habe, versteht der Oura Ring 4 mich so gut wie kaum ein anderes Gadget. Das bezieht sich insbesondere auf das Schlaftracking.

Andere Wearables legen mir täglich nahe, mich rund neun Stunden (oder länger) hinzulegen, oder erwarten eine Eingabe meiner Wunsch-Schlafzeit.

Oura hingegen orientiert sich voll und ganz an meinen Schlafgewohnheiten.

  • Damit sind meine gesammelten Daten der letzten Monate gemeint, in denen ich den Ring über Nacht getragen habe.
  • Oura erkennt ein Muster, ermittelt meinen Chronotypen (zum Beispiel Frühaufsteher) und zeigt mir zugleich, zu welchen Bettzeiten ich am besten geschlafen habe.
  • Dabei bewertet der Ring nicht nur die Schlaflänge, sondern vor allem die Schlafqualität. So kann es vorkommen, dass ein Schlaf mit rund 8 Stunden schlechter bewertet wird als ein Schlaf mit 6:20 Stunden.
  • Habe ich eine außergewöhnlich schlechte Nacht hinter mir, fragt die App nach möglichen Ursachen in Form von Tags, die ich eingeben kann, etwa Alkohol, Stress, Arbeit und vieles mehr. Die Eingabe eigener Tags bietet die App ebenfalls an.

Die Screenshots zeigen nur einen Bruchteil der Daten, die der Oura Ring zum Thema Schlaf aufbereitet. Die Screenshots zeigen nur einen Bruchteil der Daten, die der Oura Ring zum Thema Schlaf aufbereitet.

Nicht jeder Mensch ist gleich: Oura passt sich an die jeweilige Person an und gibt basierend auf dem individuellen Verhalten Empfehlungen für einen optimalen Schlaf, anstatt willkürlichen Zahlen zu folgen.

Die Eingabe von Tags ist besonders in der Retrospektive wichtig. So lässt sich einsehen, welche Faktoren (Essen, Sport, Arbeit etc.) den Schlaf über einen sehr langen Zeitraum hinweg positiv oder negativ beeinflussen. Auf diese Weise entsteht eine Art Schlaftagebuch, das aus meiner Sicht den größten Mehrwert solcher Wearables darstellt.

Langfristige Veränderungen, die auf einen besseren Schlaf hinarbeiten, werden dadurch messbar und motivieren.

Braucht man dafür unbedingt ein Gadget? Nein, aber mithilfe des Rings geschieht die Aufbereitung der immensen Daten eben (fast) automatisch – und letztlich ist es das, was den Ring smart macht.

Doch wie gut funktioniert das Tracking des Schlafs mit dem Ring? Dazu habe ich mir die Apple Watch Ultra 2, und den RingConn Gen 2 als Referenz genommen. Beim Tracken des Schlafs liegen alle drei Geräte nahe beieinander, was für die Gadgets spricht.

Schlaftracking-Vergleich
Messung #1

ModellGesamtschlafWachREMKernTief
Apple Watch Ultra 207:2300:2001:5804:1701:08
Oura Ring 407:1500:2702:0103:4801:27
RingConn Gen 206:5900:1701:5403:4401:04

Messung #2

ModellGesamtschlafWachREMKernTief
Apple Watch Ultra 208:1300:2502:0205:2800:43
Oura Ring 407:5500:4302:0104:1601:38
RingConn Gen 208:0000:1102:0504:2501:30

Messung #3

ModellGesamtschlafWachREMKernTief
Apple Watch Ultra 206:2600:1201:2304:0201:01
Oura Ring 406:1600:2101:1503:5001:11
RingConn Gen 206:1300:0701:0503:5801:10

Hinweis: Kein Wearable kann so präzise Daten liefern wie ein Schlaflabor. Die Daten sind daher immer mit einem gewissen Abstand zu genießen.

Ich vergleiche die Testprodukte überwiegend mit anderen Geräten, die für ihre Genauigkeit im Schlafbereich bekannt sind. Der Vergleich soll vor allem zeigen, dass die Werte des Testprodukts nicht aus der Luft gegriffen sind und sich nicht zu stark vom Testfeld unterscheiden.

Dazu führe ich mindestens sieben Messungen durch, um einen Gesamteindruck zu gewinnen. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo zwischen diesen Ergebnissen.

Tagesform, Stressmanagement und Früherkennung von Krankheiten

Wie bei jedem modernen Wellness-Tracker gibt auch der Oura Ring einen Tagesform-Score im Bereich von 1 bis 100 aus. In diesen Wert münden sämtliche Metriken, die der Ring sammelt: Schlaf, Körpertemperatur, Herzfrequenzvariabilität und Aktivität vom Vortag.

Ich spiele wieder die alte Platte auf: Ein solcher Wert mag zwar in sehr vielen Fällen mein Tagesgefühl widerspiegeln, aber ich vertraue überwiegend meinem Körpergefühl, ob ich bereit für viel Belastung bin oder nicht. Das muss mir nicht zwingend in Zahlen ausgedrückt werden.

Außer der wirklich frühen Erkennung von Unstimmigkeiten, die erst kürzlich aufgetreten sind. Als ich von einer anbahnenden Sommergrippe geplagt war, tauchte in der App der sogenannte Symptommelder auf. Er hat mich auf eine erhöhte Körpertemperatur sowie Abweichungen des Ruhepulses hingewiesen.

Letzteres basiert auf Vergleichswerten aus den letzten Monaten. Während ich am Dienstag meine Erschöpfung noch auf zu viel Sport zurückgeführt habe, sah es am Mittwoch ganz anders aus. Der Ring hatte recht und ich wurde krank.

Ich war wirklich überrascht, wie gut das Gadget eine sich anbahnende Grippe erkennt. Ich war wirklich überrascht, wie gut das Gadget eine sich anbahnende Grippe erkennt.

Recht behält der Smart Ring ebenfalls in Bezug auf Stress, etwa durch den Verzehr von Alkohol verursachten körperlichen Stress.

  • Die Herzfrequenzvariabilität (HFV) sinkt durch Alkohol drastisch, wodurch der Abstand zwischen den Herzschlägen gleichmäßiger wird.
  • Was sich jetzt für viele richtig anhört, ist allerdings genau das Gegenteil. Ein hoher Wert der HFV deutet in der Regel darauf hin, dass der Körper flexibel auf Belastungen reagieren kann.
  • Ein niedriger Wert ist wiederum mit Stress, Überlastung, Schlafmangel oder eben Erkrankungen verbunden. Kurzum: Erholung steht auf dem Tagesplan. Genau das weiß der Ring extrem gut zu vermitteln.

Positiv überrascht bin ich zudem immer wieder davon, wie zuverlässig der Ring Anspannung oder Stress anhand von physiologischen Parametern (etwa HFV oder Herzfrequenz) erkennt und mir dies in der App aufzeigt.

Wie sehr stand ich die letzten zwei Wochen unter Stress? Sollte ich was dagegen tun? Das sind Fragen, die ein solcher Ring potenziell beantworten kann. Wie sehr stand ich die letzten zwei Wochen unter Stress? Sollte ich was dagegen tun? Das sind Fragen, die ein solcher Ring potenziell beantworten kann.

Die Resilienz in der App zeigt zudem, wie gut ich in den letzten Wochen das Gleichgewicht zwischen körperlichem Stress und Erholung gehalten habe. Vereinfacht ausgedrückt gilt: Je länger meine Tagesformbewertung einen hohen Wert erreicht, desto besser für die Resilienz. Logisch.

Auch hier gilt wieder: Positive Veränderungen, die auf weniger Stress abzielen, sind messbar und motivieren.

Soweit zur Erholung – wie schlägt sich der Ring bei Aktivitäten?

Oura Ring 4: Aktivitätstracking

Der Oura Ring misst also Metriken wie Ruhepuls und HFV zuverlässig. Wie verhält es sich jedoch bei der Herzfrequenz während des Sports? Wie immer trage ich beim Laufen den Brustgurt H10 von Polar als Referenz.

Warum ein Brustgurt als Referenz? Ein Brustgurt zur Messung der Herzfrequenz gilt als Goldstandard und bietet gegenüber anderen Methoden wie der optischen Pulsmessung am Handgelenk entscheidende Vorteile.

Brustgurte messen die elektrischen Signale des Herzens direkt, was potenziell zu wesentlich genaueren Herzfrequenzmessungen führt. Externe Faktoren wie Hautfarbe, Haarbewuchs oder Passform des Geräts beeinflussen zudem die Messung mit einem Brustgurt weniger.

Im Vergleich dazu zeigt sich der Smart Ring sehr präzise. In vielen Fällen liegt der Oura Ring nur ein oder zwei Schläge daneben, wie die folgenden Messungen zeigen.

Herzfrequenzmessung
Messung #1
SchnittMax
Oura Ring 4159182
Polar H10158184
Polar H10 Oura Ring 4 Polar H10 Oura Ring 4

Messung #2
SchnittMax
Oura Ring 4167189
Polar H10167190
Polar H10 Oura Ring 4 Polar H10 Oura Ring 4

Messung #3
SchnittMax
Oura Ring 4162181
Polar H10160187
Polar H10 Oura Ring 4 Polar H10 Oura Ring 4

So gut der Ring die Herzfrequenz beim Sport (Laufen) auch misst, halte ich ein derartiges Gadget zum Sport überwiegend für ungeeignet.

  • Trotz der richtigen Passgröße verrutscht der Ring im Sommer aufgrund von Schweiß am Finger, was potenziell für ungenaue Ergebnisse sorgt (Messung 3). Hier zeigt sich, wie richtig die Wahl der kleineren Größe war. Eine Nummer größer und die Messwerte wären unter Umständen schlechter ausgefallen.
  • Für detailliertere Trainingsdaten müsst ihr das Smartphone mitführen. Ein GPS-Modul ist im Ring nämlich nicht verbaut.
  • Bislang musste ich sämtliche Workouts manuell starten. Der Ring unterstützt zwar die automatische Workout-Erkennung, allerdings ist diese unzuverlässig. Laufen erkennt er immerhin richtig, aber nicht die exakte Dauer des Workouts.

Ernüchterung erfolgt beim Auswerten der Trainingsdaten. Fairerweise ist ein Smart Ring allerdings kein »richtiges« Sport-Gadget. Ernüchterung erfolgt beim Auswerten der Trainingsdaten. Fairerweise ist ein Smart Ring allerdings kein »richtiges« Sport-Gadget.

Allgemein stört die automatische Workout-Erkennung eher, als dass sie hilft. Zumal das vermeintlich erkannte Training in der App zusätzlich bestätigt beziehungsweise verneint werden soll.

Ohne zu übertreiben: Wenn ich nur zum Kühlschrank laufe, erkennt das Gadget hin und wieder fälschlicherweise »Gehen«. So unsportlich bin ich nun auch wieder nicht. Bei einem Supermarkt-Einkauf war ich wiederum plötzlich Golf spielen.

»Dann schalte die Funktion doch aus!«: Geht leider nicht! Lediglich die Herzfrequenzmessung bei Workouts, die automatisch erkannt werden, lässt sich abschalten – um Akku zu sparen. Wer soll das verstehen? Hier kann man nur auf ein Update hoffen, ebenso wie beim Zählen der Schritte.

Schritte

Das Zählen von Schritten ist bei Smart Ringen so eine Sache. Zumindest habe ich bislang noch kein Modell getestet, das Schritte akkurat zählt.

Da einige Monate seit meinen letzten Messungen vergangen sind und stetige Software-Updates die Algorithmen durchaus verbessern, habe ich mich erneut samt Pedometer und Apple Watch Ultra 2 auf den (kleinen) Weg gemacht.

Die Ergebnisse sind dabei unverändert.

OmronApple WatchOura Ring 4RingConn Gen 2
Schritte10131015872955
Schritte2022201918161841
Wie messe ich die Schritte?
Zum Aufklappen tippen / klicken

Um die Genauigkeit der Smart Ringe zu untersuchen, verwende ich neben einer Apple Watch Ultra 2 einen Schrittzähler (Pedometer), der auf meine Schrittlänge kalibriert wurde. Der Schrittzähler der Marke Omron zählt Schritte äußerst genau. Es werden mindestens drei Tests (meistens mehr) durchgeführt, um ausreichende Informationen zu erhalten.

Wenn ihr ein Gadget sucht, das eure Schritte akkurat zählt, sind derartige Gadgets nicht unbedingt das Richtige. Besonders bei längeren Strecken werden die Abweichungen zu den tatsächlichen Schritten nur noch größer.

Die Stärken und Vorzüge von Smart Ringen liegen definitiv beim Tracken von Schlaf- und Wellness-Daten.

In Bezug auf die Schritte bietet Oura ebenfalls eine detaillierte Ansicht. In Bezug auf die Schritte bietet Oura ebenfalls eine detaillierte Ansicht.

Der Aufbau einer App macht so viel aus

Die Entwickler haben sich neben dem Schlaftracking und der Aufbereitung der Wellness-Daten auch für den Aufbau der App ein großes Lob verdient.

  • Wenn ich morgens in die App schaue, werden mir sämtliche wichtigen Informationen in Form der Schlafdaten auf einen Blick angezeigt. Kein weiterer Fingertipp ist erforderlich.
  • Weitere relevante Informationen, etwa zu meiner Aktivität oder meinem Stresslevel, wandern über den Tag verteilt nach oben.
  • Darüber hinaus gibt es oben Schnellzugriffe, um detaillierte Informationen über die einzelnen Metriken zu erhalten.
  • In der unteren Leiste gibt es unter »Vitalwerte« das Gleiche in Grün.

Oura versteht es die wichtigsten Informationen in wenigen Sekunden zu vermitteln. Oura versteht es die wichtigsten Informationen in wenigen Sekunden zu vermitteln.

Der Abschnitt »Meine Gesundheit« hingegen bietet weitere Einblicke in … nun ja, meine Gesundheit. Neben Informationen zur Resilienz bietet die App auch Informationen zur Herzgesundheit und zum jeweiligen Schlafverhalten.

In diesem Abschnitt der App befindet sich zudem der Punkt »Bericht« der wöchentlich, monatlich oder quartalsweise aufbereitet wird. Besonders die letzte Zeitspanne liefert meiner Meinung nach die interessantesten Erkenntnisse über sich selbst. Insbesondere in Bezug auf die Schlafgewohnheiten.

Wenn ihr nach derartigen Daten sucht, lassen sich sämtliche Metriken in einer Trendübersicht einsehen. Klasse!

Die Quartalsberichte sind definitiv ein Highlight. Sie enthalten viele interessante Statistiken, beispielsweise zur durchschnittlichen Schlafzeit, zum Erreichen der Aktivitätsziele oder zu den Zeiten, zu denen man am aktivsten beziehungsweise inaktivsten ist. Die Quartalsberichte sind definitiv ein Highlight. Sie enthalten viele interessante Statistiken, beispielsweise zur durchschnittlichen Schlafzeit, zum Erreichen der Aktivitätsziele oder zu den Zeiten, zu denen man am aktivsten beziehungsweise inaktivsten ist.

Der Oura Ring 4 überzeugt mit solider Akkulaufzeit

Das Sammeln der Daten verbraucht Strom. Nach etwa sechs Tagen hänge ich den Ring ans Stromnetz, meistens bei einer Restkapazität zwischen 15 und 20 Prozent. Nach etwa 80 Minuten ist das Wearable wieder voll aufgeladen und kann am Finger getragen werden.

Mit dieser Laufzeit liegt der Ring im oberen Mittelfeld. RingConn zeigt mit seiner zweiten Generation hingegen, wie lange die Laufzeit eines solchen Gadgets ausfallen kann: etwa zwölf Tage.

Oura Ring 4: Was ist im Abo enthalten?

Aufgrund der Abo-Politik bekleckert sich das Unternehmen nicht mit Ruhm, im Gegenteil. Zwar sind die monatlich fälligen sechs Euro für das Premium-Abonnement in meinen Augen verschmerzbar, aber ohne die Mitgliedschaft fallen die wichtigsten Funktionen weg.

  • Detaillierte Schlafanalyse
  • Herzfrequenzmessung rund um die Uhr (tagsüber, nachts, Aktivität)
  • Integration in Gesundheits- und Wellness-Apps von Drittanbietern wie Strava
  • Erweiterte Temperaturüberwachung
  • Blutsauerstoffmessung (SpO2)
  • Kardiovaskuläres Alter
  • Ausdauerleistungsfähigkeit (VO2max)
  • Cycle Insights
  • Stress tagsüber
  • Dynamische Aktivitätsziele mit automatischer Aktivitätserkennung
  • Oura Labs
  • Pregnancy Insights
  • Resilienz
  • Wochen-, Monats-, Quartals-, Jahres- und Jahrestagsberichte

Insbesondere der Wegfall der detaillierten Schlafanalyse und der Herzfrequenzmessung über den Tag hinweg ist mehr als fragwürdig. Derartige Metriken sollten meiner Meinung nach niemals hinter einer Paywall verschwinden.

Wie eingangs erwähnt, war meine Neugier größer als meine Vernunft. Um der Anzahl an laufenden Abos Herr zu werden, verzichte ich dafür inzwischen auf ein Streaming-Abo.

Um das Ganze dennoch in eine positive Richtung zu lenken: Der Hersteller zeigt sich bei der Update-Politik immerhin von einer guten Seite.

Regelmäßig gibt es Neuigkeiten zu diversen Verbesserungen und Neuerungen, die in die App integriert werden. Das Tracking der Schritte war etwa noch vor wenigen Monaten katastrophal.

Schade nur, dass ein Teil davon zuerst in den USA verfügbar bleibt und voraussichtlich erst später nach Deutschland kommt, wie die Funktion zum Tracken von Mahlzeiten.

Video starten 11:59 Schlaftracker versus Schlaflabor - Wie genau sind Apple Watch und Co.?

Datenschutz

Oura erhebt hochsensible Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Körpertemperatur, Schlafphasen und Bewegungsdaten sowie persönliche Angaben wie Alter, Gewicht, Größe und gegebenenfalls Zyklus- oder Schwangerschaftsdaten.

Die Informationen werden zum Großteil in der Cloud des Anbieters gespeichert. Der Hersteller gibt an, diese Daten nicht an Dritte zu verkaufen oder weiterzugeben. Leider gibt Oura nicht explizit an, wo die Daten verarbeitet werden. Unter bestimmten Rahmenbedingungen werden sie in einem anderen Land verarbeitet.

»Oura ist ein globales Unternehmen mit Servern auf der ganzen Welt, und Ihre personenbezogenen Daten können gelegentlich auf Servern außerhalb des Landes, in dem Sie Ihren Wohnsitz haben, verarbeitet werden.«

Ferner gibt das Unternehmen an, dass sämtliche relevanten Daten mit einer Kontolöschung von den Servern verschwinden. Die Mozilla Foundation stuft den Schutz der Daten (Privatsphäre mitsamt all der persönlichen und gesundheitlichen Daten) als »ziemlich gut« ein.

Weitere Informationen dazu findet ihr in der Datenschutzerklärung des Herstellers.

Wissenswertes zum Test
Spezifikationen

MerkmalSpezifikation
MaterialVolltitan (innen & außen), hypoallergen
Gewicht3,3 bis 5,2 Gramm
Breite7,9 Millimeter
Dicke2,88 Millimeter
RinggrößenUS 4–15
FarbenGold, Roségold, Silber, Schwarz, Stealth, Brushed Titanium
SensorenPPG (Herzfrequenz + SpO₂), Hauttemperatur, rot/grün/IR-LEDs, Beschleunigungsmesser
MessungenSchlafphasen, 24/7 Herzfrequenz, SpO2, HRV, Körpertemperatur, Aktivitäts-Tracking, Stress
BatterielaufzeitBis zu 8 Tage
Ladezeitetwa 80 Minuten
WasserfestigkeitBis 100 Meter / 328ft
KonnektivitätBluetooth Low Energy, Flugmodus verfügbar
KompatibilitätiOS & Android, Integration mit 40+ Apps, EMF-sicher, automatische Updates
ZusatzfunktionenAI-Empfehlungen, VO₂max, Zyklus- & Schwangerschaftsfeatures, Langzeitberichte
Abo notwendigJa (Oura Membership, monatlich/jährlich)

Preise und Verfügbarkeit

Der Oura Ring ist bereits ab einem Preis von 400 Euro im Handel erhältlich. Für die Nutzung sämtlicher Funktionen des Rings wird eine Abo-Gebühr in Höhe von 6,00 Euro pro Monat fällig.

Solltet ihr den Oura Ring 4 kaufen?

Der Oura Ring 4 lohnt sich für euch, wenn ihr …

  • … sechs Euro im Monat in Ordnung gehen.
  • … auf der Suche nach einer starken Ergänzung zur Smartwatch seid.
  • … ausgiebig das eigene Schlafverhalten tracken möchtet.
  • … Stress sowie das allgemeine Wohlbefinden über eine lange Zeit messen möchtet.

Mögliche Alternativen zum Oura Ring 4

Mit seiner 2. Generation bildet RingConn die große Konkurrenz, vor allem, wenn ihr auf ein Abo-Modell verzichten möchtet. Der Ring trackt den Schlaf ähnlich gut, und die App bietet ebenfalls Trend-Einblicke und Journal-ähnliche Funktionen. Bei Sportaktivitäten sind die Daten allerdings weniger präzise als bei einem Brustgurt.

Der Amazfit Helio Ring ist eine günstige Alternative, die sich zum Einstieg gut eignet. Die Schlaf- und Herzfrequenzdaten sind genau, allerdings werden keine Schritte gemessen. Zudem fällt die Akkulaufzeit von knapp drei Tagen eher gering aus.

Der Galaxy Ring von Samsung bietet in Kombination mit einem Samsung-Handy smarte Funktionen. Wie bei anderen Herstellern auch, hält das Wearable abhängig von der Größe bis zu sieben Tage ohne Aufladen durch. Andere Tester berichten, dass der Ring ähnlich wie der RingConn bei hohen Belastungen für ungenaue Herzfrequenzdaten sorgt.

Eine finale Bewertung fällt bei Oura alles andere als leicht. Sind sechs Euro pro Monat für das, was der Ring bietet, zu viel? Das müsst ihr für euch selbst entscheiden. Wenn ihr euch auf das Gerät einlasst, erhaltet ihr einen sehr leistungsstarken Wellness-Tracker, der eine enorme Menge an Daten übersichtlich und klar aufbereitet und sich dabei stets an der jeweiligen Person orientiert. Die großen Trend-Analysen machen Veränderungen messbar und motivieren. Genau das ist die große Stärke des Oura Rings.

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