Habt ihr euch schon mal Gedanken drüber gemacht wie ihr eure Maus haltet? Ich nicht so wirklich – bis jetzt. Ihr vermutlich auch nicht – außer vielleicht, wenn ihr ambitioniert zockt.
Ich zeige euch hier die wichtigsten Griffarten und erkläre die jeweiligen Eigenschaften. Zum Schluss gibt es außerdem noch eine Unfrage für euch.
Eines vorweg: Ich beziehe mich hier ausschließlich auf die Verwendung gewöhnlicher PC- und Gaming-Mäuse. Nager mit Trackball oder Vertical-Mäuse werden in der Regel anders gehalten. Im folgenden Video ist eine vertikale Maus zu sehen und wie man sie hält:
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Die Hauptgriffarten und was sie unterscheidet
Am geläuftigsten sind Palm-, Finger-Tip- und Claw-Grip. Aber es gibt auch Mischformen.
Palmgrip: Bequem und geht immer
Fangen wir mit dem Palmgrip an. Bei dem liegt eure gesamte Handfläche sowie eure Finger flach und entspannt auf der Maus. Er nennt sich daher auch Handflächengriff. Die Maus bewegt ihr überwiegend aus eurem Arm und Ellenbogen heraus.
Dadurch ist er der stabilste Griff und gerade bei vielen Stunden am PC meist auch der angenehmste. Er eignet sich ideal für Büroarbeiten, Rollenspiele oder langsame Shooter sowie Point-and-Click-Adventures.
Kurzum alles, wo dauerhafter Komfort oder absolute Präzision auf kleinsten Strecken (etwa bei Headshots) wichtig sind.
Der ideale Griff für flotte Mausbewegungen oder, um eure Finger schnell umzupositionieren, ist der Palmgrip dagegen nicht.
Finger-Tip-Grip: Flott, zart und präzise
Hier kommt der Finger-Tip-Grip (manchmal auch Tip-Grip) ins Spiel. Er wird auch Fingerspitzen-Griff genannt und ist fast das Gegenteil vom Palmgrip. Ihr steuert eure Maus nur mit den Fingerspitzen, eure Handfläche liegt nicht auf der Maus auf.
So könnt ihr eure Maus ohne viel Kraft über den Bildschirm flitzen lassen. Ideal etwa für MMOs, aber auch schnelle Shooter.
Durch die geringe Kontaktfläche passt ihr eure Fingerposition am schnellsten an. Präzise ist der flotte Finger-Tip-Grip ebenfalls, wodurch er sich für kleinteilige Designaufgaben, stressige Strategie-Spiele oder schnelle Shooter eignet.
Auf der anderen Seite ist der Finger-Tip-Grip sicherlich der ungewohnteste Griff und man benötigt eine knappe Maus mit flachem Buckel. Manche müssen etwas üben, um ihn sicher zu beherrschen.
Außerdem ist er auf Dauer der anstrengendste Griff, wenn ihr ihn euch künstlich aneignen möchtet. Eure Hand ermüdet schnell, wenn ihr diesen Griff nicht gewohnt seid. Aber das ist bei den meisten Griffarten, die nicht zu euch, eurer Handgröße oder Maus passen.
Unsere Peripherie-Testerin Nele bevorzugt diesen Griff übrigens und musste ihn auch nicht erst üben. Für sie ist dies der angenehmste Griff und sie freut sich immer, wenn sie eine Gaming-Maus testen darf, die diesem Stil entgegenkommt, wie die aus dem folgenden Test:
Claw-Grip: Präzise Schnelligkeit mit Biss
Ein Mittelding zwischen Finger-Tip- und Palmgrip ist der Claw-Grip. Er wird auch Krallengriff genannt: eure Finger liegen gekrümmt mit den senkrechten Spitzen auf der Maus.
Der hintere Ballen eurer Handfläche berührt den Maus-Po leicht und nur dort. Seinen Namen hat dieser Griff-Stil, weil ihr beim Anwenden eine Klaue mit eurer Hand formt und damit viel Kraft ausüben könnt. Anders gesagt: Ihr krallt euch eure Maus förmlich.
Die Vorteile liegen auf der Hand beziehungsweise in der Kralle: Ihr führt die Maus präzise und mit einer gewissen Grundspannung über den Bildschirm. Durch die Berührung des Maus-Pos gewisst ihr zudem unter Umständen ein kontrollierteres Gefühl als beim Finger-Tip-Grip.
Gleichzeitig ist der Claw-Grip immer noch flexibel genug für schnelle Mausbewegungen und Anpassungen eurer Fingerposition.
Er ist die ideale Kombination aus Schnelligkeit und Präzision, das krallenartige Gefühl kann aber als unangenehm und anstrengend empfunden werden, weil eben mehr Spannung da ist. Wer lange Fingernägel hat, kann diesen Griff für gewöhnlich nicht benutzen.
Der Claw-Grip eignet sich super für alle schnellen und besonders hektischen Spiele. Auch für MMOs oder für sämtliche andere Games ist er gut geeignet, wenn ihr euch damit wohlfühlt und ihn nicht erzwingt.
Auch wenn der Krallengriff weniger anstrengend ist als der Tip Grip. So komfortabel wie der Palmgrip ist er wiederum nicht. Durch die gekrallte Haltung können sich eure Finger auf Dauer verkrampfen.
Welcher Griff ist der Beste?
Ihr ahnt es sicherlich schon, den besten Griff gibt es nicht. In einer wissenschaftlichen Untersuchung von 2024 kam herraus: Mit dem Finger-Tip-Grip benötigt ihr kürzere Mauswege bei nahegelegenen Zielen als beim Claw-Grip.
Insgesamt gibt es aber keine wirklichen Leistungsunterschiede zwischen den drei Griff-Arten.
Mich hat das erstaunt, gleichzeitig finde ich es aber auch ziemlich logisch. Denn, die wichtigste Rolle spielt ihr. Welchen Griff beherrscht ihr am besten und bequemsten? Davon hängt eure Performance wirklich ab.
Auch die Größe eurer Hand und Abmessungen sowie Form der Maus sind wichtig. Die Maus muss zu eurer Gaming-Hand und eurem Spiel-Stil passen.
Nele hat die ideale Maus für euch:
Die Technik soll euch dienen. Sucht euch daher entsprechend eurer Handgröße und bevorzugter Griff-Art die passende Maus aus:
Beim Finger-Tip-Grip sollte die Maus eher klein sein, beim Claw-Grip kurz und gerne mit ausladendem Hinterteil und beim Palmgrip so groß, dass eure gesamte Hand aufliegen kann.
Für den Palmgrip eignen sich größere und ergonomische Mäuse, damit ihr eure Finger und Handfläche vollständig und bequem ablegen könnt.
Es gibt neben den drei Grundformen also auch etliche Mischformen oder ihr wechselt zwischen den Griff-Arten. Macht es so, wie es für euch passt.
Und dann gibt es wie eingangs erwähnt noch andere Arten von Mäusen, etwa Trackball-Mäuse, die wieder etwas anders gegriffen werden.
Die ideale Griff-Art?
Die beste Art eure Maus zu greifen gibt es nicht, es kommt auf euch und euren Spielstil an. Probiert die verschiedenen Griffe aus. Sucht euch unbedingt eine Maus, die zu euch passt.
Jetzt seid ihr gefragt: Welchen Griff verwendet ihr? Teilt euren Maus-Griff mit uns in den Kommentaren.
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