Wir befinden uns an einem Punkt, an dem Technologie unseren Alltag derart dominiert, dass selbst für die Einkaufsliste ein Griff zum Smartphone nötig scheint. Doch während nicht wenige von der digitalen Flut überrollt werden, bestätigt eine Studie, dass viele Menschen noch zu Stift und Papier greifen – und sie dadurch Vorteile haben.
Gleich drei Untersuchungen im Fachblatt Journal of Consumer Psychology haben 2023 den Unterschied zwischen Personen analysiert, die ihren Alltag mit Papierkalendern organisieren, und jenen, die auf Smartphone-Apps setzen.
Und siehe da: Die Papier-Gruppe erzielt deutlich bessere Resultate. Ihre Pläne fielen qualitativ hochwertiger aus und sie wiesen eine höhere Wahrscheinlichkeit auf, ihre Vorhaben auch umzusetzen. Was diesen Unterschied verursacht, ist dabei das eigentlich Überraschende.
Dieser Artikel erschien im Original auf unserer Schwesterseite 3djuegos und wurde für GameStar Tech in angepasster, übersetzter Form veröffentlicht.
Warum Papierkalender Vorteile bieten
Der Grund liegt keineswegs darin, dass Personen mit Notizbuch von Natur aus organisierter oder pflichtbewusster wären – oder welche Eigenschaften euch sonst gerade in den Sinn kommen mögen.
Der entscheidende Unterschied liegt offenbar darin, wie umfassend wir unsere Aufgaben bei der Planung betrachten. Papierkalender scheinen ihre Nutzer eher dazu anzuregen, einzelne Vorhaben in einen größeren zeitlichen Zusammenhang einzuordnen.
Es gibt weitere mögliche Erklärungen, warum Papierkalender kognitive Vorteile bringen:
- Geschriebenes lässt sich nicht mit einem Fingertipp wieder löschen, weswegen wir geneigt sind, einzelnen Einträgen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Darüber hinaus erinnern wir uns wohl besser daran, so Spiegel.
- Schreiben wir etwas handschriftlich nieder, verarbeitet unser Gehirn das anders. Es bleibt uns länger im Kopf; wir beschäftigen uns mehr damit.
Weitere Beobachtungen zu handschriftlichen Notizen im digitalen Zeitalter erfahrt ihr in einem Papier des Mercator Institutes.
Obengenannte Effekte zeigten sich sogar bei Testpersonen, die zuvor ausschließlich digitale Kalender nutzten. Als sie testweise auf Stift und Papier umstiegen, verbesserten sich die Qualität ihrer Pläne sowie ihre Verbindlichkeiten den Einträgen gegenüber spürbar.
Das belegt einmal mehr, wie sehr das Schreiben von Hand im Vergleich zum Tippen auf einer Tastatur deutlich weitreichendere und qualitativ bessere neuronale Verknüpfungsmuster anregt. Diese These wird durch eine Psychologie-Studie gestützt, die ihr auf Frontiers in Psychology nachlesen könnt.
Schon gewusst? Die Gen Z hat eine Möglichkeit entdeckt, ihre Hirnaktivität anzukurbeln.
Natürlich bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass Papierkalender automatisch besser sind oder für jeden gleich gut funktionieren. Der Kalender am Handy hat unschlagbare Vorteile – Einträge synchronisieren, verschieben oder bearbeiten –, die nicht von der Hand zu weisen sind. Und man hat das Smartphone, nun, meistens zur Hand, während der Kalender bei den meisten in der Küche hängen dürfte.



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