PC-Gehäuse kann Feuer fangen - Herstellerreaktion sorgt für viel Kritik

Aktuell sorgen Sicherheitsbedenken beim Gehäuse H1 von NZXT für Aufsehen. Im Zentrum der Kritik steht eine zunächst unangemessene Reaktion des Herstellers.

von Nils Raettig,
02.02.2021 17:17 Uhr

Beim oben zu sehenden PC-Gehäuse H1 von NZXT kann es durch einen Hardware-Mangel zu einem Kurzschluss kommen. Im schlimmsten Fall entsteht dadurch ein Brand. Bekannt ist das Problem schon seit zwei Monaten, die vermeintliche Lösung hat jetzt allerdings für viel Aufsehen und Kritik gesorgt.

Worum genau geht es? Das an eine Xbox Series X erinnernde Gehäuse verwendet auch wegen seiner eher ungewöhnlichen Form für den Einbau der Grafikkarte eine sogenannte Riser-Card. Vereinfacht ausgedrückt verlegt sie den PCI-Express-Anschluss des Mainboards an eine andere Stelle.

Aufbau und Material der Riser-Card führen dazu, dass einer der zur Befestigung nötigen Schrauben ungewollt Kontakt mit den PCI-Express-Anschlüssen aufnehmen kann. Das birgt das Risiko eines Kurzschlusses und sogar der Entstehung von Feuer, wie GamersNexus im folgenden Video zeigt:

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NZXT reagiert zunächst mit neuen Schrauben

Anfang Dezember 2020 ist NZXT in einem Blog-Beitrag auf das Problem eingegangen. Um auf Nummer sicher zu gehen, wurde empfohlen, den PC bis zum Versenden passender Reparatur-Kits nicht einzuschalten.

Alternativ gab es auch eine kurze Anleitung, um die entsprechende Schraube zu entfernen (siehe das folgende Bild). Die Reparatur-Kits wurden schließlich Ende Dezember versendet. Anfang Januar 2021 hieß es schließlich, dass das Problem gelöst und das Gehäuse wieder bereit für den Verkauf sei.

Die im Bild markierte Schraube birgt das Risiko eines Kurzschluss im H1-Gehäuse von NZXT. Die im Bild markierte Schraube birgt das Risiko eines Kurzschluss im H1-Gehäuse von NZXT.

Warum wird NZXT dafür kritisiert? Die Reparatur-Kits enthalten Nylon-Schrauben, über die kein Kurzschluss mehr ausgelöst werden kann. Das berücksichtigt allerdings nicht das Problem, dass nicht jeder zwingend diese Schrauben für den Einbau der Riser-Card verwenden muss.

Die deutlich sicherere Variante zur Lösung des Problems besteht dagegen in einer Überarbeitung der Riser-Card, etwa in einer Erhöhung des Abstands zwischen dem Schraubloch und den Kontakten oder einer zusätzlichen Abschirmung.

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Kritik auf Youtube lässt NZXT doch noch einlenken

Das hat erneut GamersNexus zum Anlass genommen, NZXT scharf für dieses Vorgehen zu kritisieren. So lautet der Titel des entsprechenden Videos »NZXT ist unverwantwortlich & gefährlich: H1 Riser-Feuer-Risiko sollte zurückgerufen werden«.

Diese Kritik hängt auch damit zusammen, dass GamersNexus NZXT nach eigenen Angaben wiederholt auf das Problem hingewiesen und die Erkenntnisse aus eigenen Tests mit NZXT geteilt hat. Auch die Möglichkeit zur Reaktion vor der Videoveröffentlichung wurde demnach mehrmals gegeben, aber nicht genutzt.

Am Ende zeigen die Videos von GamersNexus aber doch noch Wirkung: Der CEO von NZXT hat sich in einem neuen Blog-Beitrag öffentlich bei den Kunden und auch bei GamersNexus-Host Steve Burke entschuldigt. Der Verkauf des Gehäuses wird wieder gestoppt und neue Riser-Karten erstellt.

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