PCs und ich - wir sind praktisch miteinander aufgewachsen. Ich habe meinen ersten PC mit - wenn ich mich recht erinnere - 8 Jahren erhalten: ein Windows 95-Rechner in einem Tower-Gehäuse, das bestimmt einen Meter hoch war.
Ich war zu der Zeit auch ein großer Fan der damaligen PC-Zeitschriften. Die »PC Praxis«, für die mein Kollege Nils früher geschrieben hat, war einer meiner Favoriten.
Was ich damit sagen will: Bei Problemen mit PCs komme ich in der Regel gut klar - aber das Problem, das eine Freundin von mir mit ihrem hatte, ist mir ein Rätsel. Vielleicht kann jemand von euch helfen?
Was ist genau passiert?
Der PC in Frage wurde von mir zusammengestellt, daher bin ich die erste Station beim Troubleshooting. Erst neulich hat sie sich eine neue CPU gekauft, weshalb wir ihr Mainboard updaten mussten.
Im BIOS ist mir aufgefallen, dass das DOCP-Profil nicht aktiviert war. Ihr Arbeitsspeicher lief also nicht mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit (bis zu 3.200 MT/s in diesem Fall), sondern nur mit 2.133 MT/s. Also habe ich das Profil für sie aktiviert, nachdem die neue CPU installiert wurde. Immerhin ist das auf dem Tisch liegen gelassene Performance.
So weit so gut. Ihr PC lief einige Tage ohne Probleme - bis vor kurzem.
Der Anfang der Probleme: Auf WhatsApp schreibt sie mir »Äh… Ich habe einen Bluescreen bekommen.«
Für mich war die Sache ganz klar: Das DOCP-Profil ist schuld! Bestimmt läuft die hohe RAM-Geschwindigkeit nicht stabil. Ich meine: Kennt ihr ein besseres Duo als RAM und Bluescreens?
Über einen Video-Call habe ich ihr gezeigt, wie sie das Profil im BIOS deaktivieren kann. Ihr ist ein stabiles System viel wichtiger als eines, das ein paar Prozente schneller ist, also wäre es erstmal einen Versuch wert, das automatische RAM-Übertaktungsprofil abzuschalten.
Gesagt, getan. PC neu gestartet - und dann Stille.
»Äh, soll das so lange dauern?« fragt sie mich etwas zögernd. »Vielleicht braucht der PC nach der Umstellung kurz einen Moment«, ist meine Antwort - gemischt mit Zweifeln, Hoffnung und Verwirrtheit.
Als aus Momenten Minuten wurden, kam mir so langsam der Gedanke: »Okay, da stimmt etwas nicht«. Wie kann das Deaktivieren eines Übertaktungsprofils, das das System potenziell instabiler macht, dieses »bricken«?
Kein Post: Ihr System weigerte sich zu posten, also nicht einmal das Logo des Mainboards erschien auf dem Bildschirm - kein Bild. Nur die Lüfter drehten sich. Der erneute Neustart brachte keinen Erfolg. Einmal spuckte der kleine Mainboard-Lautsprecher ein Fehlersignal aus.
Laut dem Fehlercode, soll es ein Problem mit der Grafikkarte sein - sehr unwahrscheinlich. Der Fehlercode kam auch nicht wieder. Das System weigerte sich lediglich zu starten.
Da sie nicht weit weg wohnt, bin ich schnell ins Auto gehüpft und hingefahren - sie hatte nämlich für den Abend einen Stream geplant.
So bin ich das Problem angegangen
CMOS-Batterie zurücksetzen und austauschen: Weil das Problem durch eine Einstellung im BIOS verursacht wurde, habe ich zuerst die CMOS-Batterie auf dem Mainboard zurückgesetzt - also rein und raus. Dadurch wird das BIOS zurückgesetzt - ohne Erfolg.
Schließlich habe ich eine neue Batterie eingesetzt - auch ohne Erfolg.
RAM-Sticks herausnehmen und wieder einsetzen: Für den nächsten Schritt habe ich die beiden RAM-Sticks ein- und ausgesteckt. Auch das hat nicht geholfen.
Nur einen RAM-Stick einstecken: Als ich das System dann nur mit einem einzigen RAM-Stick gestartet habe, gab es das erste Lebenszeichen: Das System kommt bis zum Logo des Mainboards und hängt sich dann auf - ins BIOS kam ich nicht.
Anderen RAM-Slot ausprobieren: Als ich dann den RAM-Stick in einen anderen Slot gesteckt habe, konnte der PC über das Mainboard-Logo hinaus starten. Bis zum Windows-Login schaffte er es allerdings nicht.
Es folgte eine Reihe von Bluescreens mit unterschiedlichen Fehlermeldungen - bei jedem Start ein anderer.
Die Lösung: Da der Rechner nun wenigstens startete, konnte ich das BIOS wieder aufrufen. Dann kam mir eine Idee: Warum aktiviere ich nicht einfach wieder das DOCP-Profil? In meinem Kopf dachte ich mir schon »Als ob das jetzt funktionieren sollte«.
Aber wie heißt es so schön: »Probieren über Studieren«. Und siehe da: Der PC startet Windows. Hä? Wie?
Nachdem ich bestätigt habe, dass alles reibungslos funktioniert und wichtige Daten gesichert sind, habe ich den PC nochmal ausgeschaltet und den zweiten RAM-Stick wieder installiert.
PC eingeschaltet - keine Probleme.
Seitdem läuft der PC stabil und Bluescreens sind auch keine mehr aufgetaucht.
Warum schreibe ich diesen Artikel? Vielleicht weiß jemand in unserer Community, was das Problem gewesen sein könnte. Obwohl ich schon sehr lange mich enthusiastisch mit PCs, Computern und Hardware beschäftige, gibt es immer neue Dinge zu lernen - und mit dieser Story hoffentlich auch.
Die Hardware des Patienten:
- CPU: AMD Ryzen 7 5700x
- CPU-Kühler: BeQuiet Pure Rock 2
- Grafik: XFX SWFT 309 Radeon RX 6700 XT 12 GByte
- RAM: Corsair Vengeance 32 GB DDR 4 RAM (3.200 MT/s)
- Mainboard: Gigabyte B450 S2H
- Speicher: Kingston 250 GByte NVME SSD & SanDisk SATA SSD 500 GByte
- Netzteil: BeQuiet 650 Watt 80 Plus Gold
- Gehäuse: Lian Li Lancool 205M
Kennt ihr die Lösung des Problems? Wenn ja, dann schreibt sie gerne in die Kommentare! Ihr könnt mir auch weitere Vorgehensweisen vorschlagen, die ich dann gegebenenfalls testen und ausprobieren kann.

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