Auf der IFA 2025 finden wir Sprach-KI überall: Ihr könnt künftig mit euren Fernsehern, Waschmaschinen und auch Barcode-Scannern sprechen.
Eine Technik, die mich wirklich überzeugt, ist Plaud. Das kleine Gadget nimmt eure Gespräche auf, übersetzt sie und fasst sie zusammen – und eure Daten bleiben geschützt.
Plaud: Ein ausgeklügeltes KI-Diktiergerät
Plaud.ai entwickelt seit 2021 KI-Notizgeräte. Das kleine Gadget gibt es in zwei Ausführungen:
- Der Plaud Note Pin. Das kleine Gadget ist etwa so groß wie ein USB-Stick. Ihr könnt ihn euch um den Hals hängen oder ihn an ein Armband packen.
- Das Plaud Note bzw. Note Pro: Das flache Notizgerät ist etwa so groß wie eine Visitenkarte. Mit einem Magneten klippt ihr es hinter euer Handy.
Verbindet ihr das Gadget mit der dazugehörigen App, transkribiert es die aufgenommenen Gespräche, fasst sie zusammen und visualisiert die Zusammenfassung für euch.
So könnt ihr beispielsweise eure eigenen Gedanken schnell und unkompliziert in die App bringen.
Aber auch bei Gesprächen mit anderen kann das Gerät hilfreich sein:
Jeder kennt lange Vorträge oder Gespräche mit zu vielen Informationen zum Verarbeiten. Das übernimmt Plaud für euch. Mit dem Plaud Note am Handy könnt ihr außerdem Telefonate aufnehmen und zusammenfassen.
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Der Fokus auf Datenschutz
Wem es bei dem Gedanken, dass Telefonate aufgezeichnet und verarbeitet werden, eiskalt den Rücken runterläuft, dem garantiert Plaud trotz LLM den Schutz persönlichen Daten:
- Keine Speicherung von persönlichen Daten im LLM: Plaud gibt an, dass die LLMs (Large Language Models) selbst keine persönlichen Daten speichern. Das bedeutet, dass die Rechte der betroffenen Personen gemäß DSGVO (z.B. Recht auf Auskunft, Löschung) nicht direkt auf das Modell selbst anwendbar sind, sondern auf die Eingabe- und Ausgabedaten des Systems.
- Vertraulichkeit durch Design ("Confidentiality by Design"): Jede Sitzung wird einzeln behandelt, und das LLM kann keine früheren Interaktionen wiedergeben. Das soll sicherstellen, dass Informationen aus einer Konversation nicht in einer anderen auftauchen.
- Verschlüsselung: Daten werden mit Verschlüsselungsprotokollen gesichert, sowohl während der Übertragung als auch bei der Speicherung.
- Datenspeicherung und Kontrolle: Ihr habt die volle Kontrolle über eure Daten und könnt wählen, wie die Daten gespeichert werden sollen.
- Keine automatische Cloud-Speicherung: Der Plaud-Recorder speichert die Audiodateien zunächst lokal. Sie werden nur dann in die Cloud hochgeladen, wenn der Benutzer sie mit der App synchronisiert. Das ermöglicht es euch, Daten lokal zu halten, wenn ihr das wollt.
- Sicherheitsinfrastruktur: Plaud nutzt die Infrastruktur von Google Cloud, um die Integrität und Verfügbarkeit der Daten zu gewährleisten.
- Datenschutzbeauftragter (DPA) und GDPR-Zertifizierung: Plaud hat eine GDPR-Zertifizierung erhalten und betont damit sein Engagement für den Schutz der Daten europäischer Kunden.
- Transparenz bei Sicherheitsvorfällen: Im Falle eines Sicherheitsvorfalls verpflichtet sich das Unternehmen, die Nutzer umgehend per E-Mail, Brief oder Push-Benachrichtigung zu informieren.
Aufgrund der lokalen Datenspeicherung und der transparenten DSGVO-Zertifizierung soll Plaud damit einen besseren Schutz eurer Daten bieten als die cloud-basierten Platzhirsche wie ChatGPT oder Gemini.
Ohne Abo bleiben eure Notizen begrenzt
Die Plaud-Diktiergeräte sind mit einem Preis von 170 - 180 Euro nicht allzu teuer für das, was sie leisten können. Allerdings: Wie bei vielen KI-Anwendungen braucht ihr bei Plaud ein Abo für den vollen Zugang, sprich unbegrenzte Notizen:
- Starter Plan: Kostenlos bekommt ihr 300 Minuten/Monat für Transkriptionen und Zusammenfassungen
- Pro Plan: Für 111 Euro im Jahr 1.200 Minuten/Monat
- Unlimited Plan: Um Plaud mit all seinen Features unbegrenzt und ohne Limit verwenden, werden 250 Euro im Jahr fällig.
Plaud bietet mit seinen kleinen Gadgets eine spannende Anwendung für die derzeitigen Fähigkeiten von LLMs: Ein kleines Gerät packt eure wichtigen Gespräche in eine App und schützt eure Daten.
Ein Wagnis müsst ihr aber eingehen: Wie viele Gesprächsminuten ihr tatsächlich braucht, werdet ihr erst in der Anwendung merken. Wenn die aufgebraucht sind, dürfte der Frust groß sein und die Frage anschließen: Wie viel ist euch die Anwendung wert?

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