Traditionsname der deutschen Autoindustrie will fünf Werke schließen und Tausende Stellen abbauen

Die Krise der Automobilhersteller trifft die Zulieferer mit voller Härte: Nach Bosch gerät mit Schaeffler der nächste Großkonzern ins Schlingern.

Schaeffler ist ein etablierter Zulieferer für Verbrenner und ist auch in der Elektromobilität erfolgreich. Doch selbst das reicht nicht aus, um die bestehende Belegschaft komplett zu halten. (Bild: Schaeffler) Schaeffler ist ein etablierter Zulieferer für Verbrenner und ist auch in der Elektromobilität erfolgreich. Doch selbst das reicht nicht aus, um die bestehende Belegschaft komplett zu halten. (Bild: Schaeffler)

Es ist schwer, das eigene Geschäft stabil zu halten, wenn die wichtigsten Kunden an Tempo verlieren: Schaeffler bekommt die Krise von Konzernen wie BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz oder General Motors mit voller Wucht zu spüren.

Schaeffler begründet sein neues Sparprogramm mit einem rückläufigen Markt, härterem Wettbewerb, einer sinkenden Nachfrage nach Verbrennerkomponenten sowie einem verzögerten Hochlauf der Elektromobilität. Die Folge ist ein umfangreicher Personalabbau mit 3.460 gestrichenen Arbeitsplätzen.

Ein vergleichbarer Schritt war zuvor bei Bosch zu beobachten: Auch dort reagiert das Unternehmen auf die schwächere Fahrzeugproduktion und zurückgefahren Bestellungen der Autobauer. Bosch hatte bereits im Vorjahr den Abbau von rund 13.000 Stellen in Deutschland angekündigt; Gewerkschaften versuchen seither, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.


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Fünf Werke sollen schließen

Bei Schaeffler stellt sich die Lage kaum weniger brisant dar. Das Unternehmen fertigt eine breite Palette an Komponenten, darunter Wälzlager, Elektromotoren und Fahrwerksteile – Elemente, die in nahezu jedem Fahrzeug stecken.

Doch das genügt längst nicht mehr, um die Auftragsbücher zu füllen. Aus diesem Grund hat der Konzern ein Sparpaket angekündigt, das in den Jahren 2027 und 2028 greifen soll. Die Belegschaft an den deutschen Standorten trifft es dabei am härtesten: Vier der fünf Werke, die vor dem Aus stehen, befinden sich in Deutschland.

Schließen sollen perspektivisch die Standorte in Berlin, Dortmund, Morbach und Schwalbach; der fünfte Standort liegt im belgischen Herstal.

Unterm Strich entfallen 2.660 der insgesamt 3.460 gestrichenen Arbeitsplätze in Europa auf Deutschland.

Dieser Artikel stammt im Original von unserer französischen Schwesterseite automobile-magazine und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.

Ein kostspieliger Einschnitt mit langfristiger Wirkung

Die Hälfte der Streichungen betrifft Arbeitsplätze in der Produktion. Auf Forschung und Entwicklung entfallen 30 Prozent, während die restlichen 20 Prozent auf sonstige Unternehmensbereiche verteilt sind.

Umgesetzt werden soll der Plan im Verlauf der Geschäftsjahre 2027 und 2028. Der Stellenabbau und die Schließungen schlagen vorerst mit 480 Millionen Euro an Sonderkosten zu Buche – eine zusätzliche Belastung für die Liquidität.

Allerdings rechnet Schaeffler ab 2030 mit jährlichen Einsparungen von rund 300 Millionen Euro. Selbst die verbleibenden Standorte müssen ihre Abläufe neu strukturieren, um Ausgaben zu senken: Europaweit sind nicht weniger als 16 Werksstandorte des Zulieferers betroffen, darunter auch die französischen Werke in Haguenau und Toulouse.

Um die Abhängigkeit vom schwächelnden Pkw-Markt zu verringern, will der Konzern seine weiteren Geschäftsfelder ausbauen. Neben der Luft- und Raumfahrt fasst Schaeffler künftig verstärkt die Rüstungsindustrie sowie die Robotik ins Auge – insbesondere humanoide Roboter stehen im Fokus, um künftiges Wachstum zu sichern.

Zwei Zukunftsmärkte, in denen ihr bereits etliche Automobilhersteller antreffen könnt. Damit bleibt Schaeffler seinen traditionellen Partnern erstaunlich nah: Auch Autobauer wie der Volkswagen-Konzern oder Renault orientieren sich Richtung Verteidigung.


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