E-Mail-Gigant aus Europa trifft die harsche Kritik seiner eigenen Nutzer – jetzt wollen sie Proton den Rücken kehren

Proton verärgert seine eigenen Nutzer, die jetzt teilweise drohen, auf andere Dienste umzusteigen.

Proton gilt für viele als DIE europpäische Alternative zu Gmail und andere Google-Diensten. Doch jetzt verärgert das Unternehmen aus der Schweiz seine eigenen Nutzer. (Bildquelle: Valerie Mpeopleimages.com - stock.adobe.com) Proton gilt für viele als DIE europpäische Alternative zu Gmail und andere Google-Diensten. Doch jetzt verärgert das Unternehmen aus der Schweiz seine eigenen Nutzer. (Bildquelle: Valerie M/peopleimages.com - stock.adobe.com)

Alternativen aus Europa sind gerade jetzt für viele Menschen ein wichtiges Thema in der Tech-Welt. Sie sehnen sich nach mehr Datensouveränität, Privatsphäre und einer Abkehr von den großen Tech-Unternehmen aus Übersee. 

Ein Name, der im Zuge dieser Diskussion immer wieder fällt, ist Proton. Das Schweizer Unternehmen hat sich Datenschutz und Privatsphäre groß auf die Fahne geschrieben und genießt einen guten Ruf in der Community – bis jetzt.

Proton sponsert kontroversen YouTuber

Die Kritik-Lawine wurde durch ein YouTube-Sponsoring ausgestoßen.

  • Der französische Content-Creator Vincent Lapierre, der sich im rechten politischen Spektrum bewegt und in der Vergangenheit mit rechtsextremen Gruppen in Verbindung gebracht wurde, hat in einem seiner Videos Proton als Geschäftspartner und Sponsor genannt. 
  • Die Diskussion hat seinen Ursprung im degoogle-Subreddit – einer Community für alle, die Google-Diensten den Rücken kehren wollen.
  • Das Thema wurde prompt an die dedizierten Proton-Subreddits weitergetragen, jedoch bemerkten die Ersteller schnell, dass die meisten ihrer Beiträge zu dem Thema von den Moderatoren, zu denen auch das Team von Proton gehört, gelöscht wurden.
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Viele Nutzer und Nutzerinnen haben ihre Enttäuschung zu dem Sponsoring und Protons Vorgehen gegen die Reddit-Beiträge geäußert und sich schon nach geeigneten Alternativen aus Europa erkundigt. 

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Jetzt hat das Unternehmen in einem Reddit-Kommentar auf die Kontroverse geantwortet (von Englisch auf Deutsch mit KI übersetzt):

»Ihr habt recht, das anzusprechen, und wir möchten das direkt thematisieren und euch den wichtigen Kontext liefern, wie es dazu kam.

Der Kanal von Vincent Lapierre hätte niemals Teil unseres Affiliate- und Sponsoring-Programms sein dürfen, da wir Assoziationen mit Kanälen, deren Inhalte von unserer Botschaft ablenken und unsere Community spalten könnten, bewusst vermeiden.

Proton agiert weltweit. Auch wenn unsere Dienste jedem unabhängig von politischen Ansichten offenstehen und unsere Mission überall dieselbe ist, gilt das nicht für unser Wissen über jede lokale Medienlandschaft. In diesem Fall hatte unser Team nicht genügend Kontext über die französische Medienszene, um eine fundierte Entscheidung zu treffen – und das haben wir zu verantworten.

Wir wollen auch ganz offen damit umgehen, was eine solche Platzierung ist und was nicht. Eine Affiliate- oder Sponsoring-Vereinbarung ist eine rein geschäftliche Platzierung zur Steigerung der Aufmerksamkeit, keine Billigung der Ansichten eines Creators. Im Fall von Vincent Lapierre handelte es sich um das Sponsoring eines einzelnen Videos, nicht um eine Partnerschaft.

Doch diese Unterscheidung entschuldigt nicht, was hier passiert ist. Es liegt in unserer Verantwortung, genau zu prüfen, mit wem wir unseren Namen in Verbindung bringen – und dieser Verantwortung sind wir dieses Mal nicht gerecht geworden. Wir überprüfen nun unsere Prüfprozesse und die Richtlinien für unsere Marketingagenturen, um sicherzustellen, dass sich so etwas nicht wiederholt.

Wenn ihr so etwas noch einmal seht, sagt uns bitte Bescheid. Wir sind auf euer Feedback und eure Wachsamkeit angewiesen«

Das Unternehmen räumt ein, den Hintergrund von Lapierre nicht sorgfältig überprüft zu haben und distanziert sich von dem YouTuber.

Auf die Entschuldigung folgte jedoch weitere Kritik, da es zu dem besagten Content Creator eine Wikipedia-Seite gibt, in der seine Kontroversen öffentlich aufgezählt werden. 

Eine Erklärung für die rigorose Löschung von Beiträgen zu dem Thema bleibt Proton seinen Nutzern bislang ebenfalls schuldig. Wir haben Proton zu dem Thema kontaktiert und aktualisieren diesen Artikel, sollte es dadurch neue Erkenntnisse geben.


Passend zum Thema: Handys aus Deutschland und Europa – 11 Hersteller abseits von Samsung, Apple, Xiaomi & Co., die ihr kennen solltet


Was haltet ihr von diesem Thema? Nutzt ihr Proton-Dienste und habt ihr vor, auf eine Alternative umzusteigen? Falls ja, welche befinden sich auf eurem Radar oder werden schon aktiv von euch verwendet? Oder seht ihr in der Kontroverse kein großes Problem und die Kritik ist lauter als sie sein sollte? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare! 

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