Ein kleines Update änderte alles: Warum ausgerechnet die PS Portal jetzt einer meiner Lieblings-Handhelds ist

Auf der PS Portal sind jetzt eigene Spiele über die Cloud spielbar und das ist genial – solange es funktioniert wie es soll.

Die PS Portal ist 2025 fast schon ein eigenständiger Handheld und deswegen nehme ich sie aktuell immer wieder gern mit. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die PS Portal ist 2025 fast schon ein eigenständiger Handheld und deswegen nehme ich sie aktuell immer wieder gern mit. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Updates für unsere Lieblings-Hardware sind in der heutigen Zeit zum Glück nichts Ungewöhnliches mehr. Geräte, die wir heute kaufen, werden meistens mit der Zeit besser und erhalten mehr Features – zumindest im Optimalfall. Nicht selten gibt es per Update nur »Verbesserungen für die Systemstabilität«. 

Hin und wieder erscheint aber mal eines, das nicht nur neue Features bringt, sondern ein Gerät grundlegend verändert. So war es dieses Jahr mit der PS Portal.

2025 ist Sonys Streaming-Handheld einer meiner Geheimtipps – nicht nur für Besitzer und Besitzerinnen einer PS5.

Was ist die PS Portal?

Video starten 1:41 Unboxing: Sonys neuer Handheld - Die Playstation Portal

Die PS Portal ist Sonys Handheld für Remote-Play von der PS5. Ihr könnt damit eure PS5-Spiele von der Konsole zur PS Portal streamen. Das funktioniert sowohl im heimischen Netzwerk als auch unterwegs, solange ihr eine aktive Internetverbindung habt und eure PS5 dementsprechend konfiguriert habt. 

Die Bedienelemente wurden vom Dualsense-Controller übernommen. Die PS Portal sieht sogar aus wie einer, der in der Mitte geteilt wurde, um ein 8-Zoll-Display dazwischen zu packen.

Weil der Handheld primär für das Streamen von Spielen konzipiert wurde, gibt es keinen aktiven Lüfter und insgesamt ist er sehr leicht. 

Technische Daten
Hier tippen/klicken zum Anzeigen
  • Display: 8-Zoll-LCD-Touchscreen
  • Auflösung: 1080p (Full HD)
  • Bildwiederholrate: 60 Hz
  • Controller-Features: DualSense-ähnliche Bedienelemente, inklusive adaptiver Trigger, Haptik und Touchpad
  • Audio: 3,5-mm-Klinke, integrierte Lautsprecher, Unterstützung für PlayStation Link
  • Konnektivität: WLAN (Wi-Fi 5 / 802.11ac), kein Mobilfunk
  • Streaming-Funktion: Remote Play von der PS5 oder Cloud-Gaming über PS Plus Premium
  • Akkulaufzeit: circa 4 bis 9 Stunden je nach Nutzung
  • Gewicht: circa 540 Gramm
  • Sonstiges: Kein Lüfter, keine native Spieleausführung, kein Bluetooth-Audio

Ein Update, das alles verändert

Bisher war die PS Portal in erster Linie ein Accessoire für die PS5. Das heißt, ohne die Konsole gab es keinen Grund, sich den Handheld zu kaufen.

Seit dem letzten Update ist es möglich, die eigenen digital gekauften Spiele über die Cloud zu spielen. Davor konnte man nur aus einer kleinen Auswahl an PS-Plus-Spielen wählen. 

Warum das so wichtig ist: Die PS Portal ist jetzt die günstigste Option, um PlayStation-exklusive Spiele, wie etwa Ghost of Yotei, zu spielen. Solltet ihr keine PS5 besitzen, reicht inzwischen die PS Portal aus, um solche Spiele zu spielen, solange euch Cloud-Gaming ausreicht.

Meine Erfahrung mit Cloud Gaming auf der PS Portal

Leider ist es etwas schwierig eine allgemeine Empfehlung für die PS Portal als Cloud-Gaming-Handheld auszusprechen, weil meine Spielerfahrung sich stark von eurer unterscheiden kann.

Wie gut Cloud-Gaming funktioniert, ist nämlich stark von eurer Internetverbindung abhängig. Je schneller, desto besser. Ich habe die PS Portal mit einer 50-Mbit-Verbindung bei meinen Eltern und einer 1-Gbit-Verbindung bei mir daheim getestet und teile mit euch meine Erfahrungen.


Eingabeverzögerung: Fangen wir gleich mit dem Punkt an, der mir im Vorfeld die meisten Sorgen bereitete. Spielt ihr ein Spiel über die Cloud, verbindet sich die PS Portal mit Sony-Servern, die nicht selten hunderte Kilometer entfernt sind. Dadurch entsteht eine gewisse Verzögerung zwischen euren Eingaben und dem angezeigten Bild – das nennt sich Eingabeverzögerung oder Latenz. 

Über das neue Menü kann ich auf meine digitalen PlayStation-Spiele zugreifen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Über das neue Menü kann ich auf meine digitalen PlayStation-Spiele zugreifen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

In diesem Aspekt hat mich die PS Portal positiv überrascht, aber auch nicht vom Hocker gehauen. Die Eingabeverzögerung ist in den meisten Spielen zwar spürbar, aber nur, wenn man penibel darauf achtet. In Titeln wie Demon Souls, Silent Hill 2 oder Like a Dragon: Pirate Yakuza in Hawaii habe ich beim Spielen schnell vergessen, dass die Spiele gerade über die Cloud gestreamt werden. 

Es macht richtig Spaß und zeigt, wie weit Cloud-Gaming schon vorangeschritten ist. Ich habe übrigens keinen Unterschied zwischen einer 50 Mbit- und einer 1 Gbit-Verbindung bemerkt.

Meine anfängliche Euphorie ist aber schnell wieder abgeflacht, nachdem ich Doom Eternal per Cloud-Gaming ausprobiert hatte. Bei Spielen aus der First-Person-Perspektive, vor allem bei schnellen Shootern, macht sich die Eingabeverzögerung sehr stark bemerkbar.

Shooter, vor allem kompetitive oder besonders schnelle, machen eher wenig Spaß über die Cloud. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Shooter, vor allem kompetitive oder besonders schnelle, machen eher wenig Spaß über die Cloud. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Es war sehr schwierig, präzise zu zielen. Obwohl die Latenz nicht besonders hoch ist, reicht sie aus, um das Spielerlebnis signifikant zu trüben. Es fühlte sich etwa an, als würde ich unter Wasser spielen.


Bildqualität: Ein weiterer Punkt, bei dem ich mir im Vorfeld Sorgen machte, war die Bildqualität beim Spielen über die Cloud. Eine instabile Verbindung sorgt für Unschärfe, Grafikartefakte und niedrigere Auflösung.

Genau wie beim Thema Eingabeverzögerung war ich überrascht. Die Bildqualität beim Spielen über die Cloud vergisst man schnell, dass man das Spiel nicht auf nativer Hardware spielt.

Obwohl der Gesamtpreis der PlayStation Portal nur etwa 200 Euro beträgt, ist der Bildschirm überraschend gut. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Obwohl der Gesamtpreis der PlayStation Portal nur etwa 200 Euro beträgt, ist der Bildschirm überraschend gut. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Der 8-Zoll-LCD-Bildschirm besitzt jedoch lediglich eine 1080p-Auflösung und eine Bildschirmwiederholrate von 60 Hz, was aber für den Preis der PS Portal vollkommen in Ordnung ist.


Konsistenz: Kann eine PS Portal also als PS5-Ersatz herhalten, wenn die Spielerfahrung meistens kaum von nativer zu unterscheiden ist? Ja, meistens ...

Genau in diesem Wort steckt noch immer der größte Nachteil von Cloud-Gaming gegenüber nativer Gaming-Hardware. Bei optimalen Bedingungen fühlt sich das Spielen über die Cloud geradezu magisch an. 

Ich war bei Familie zu Besuch, packte die PS Portal aus und war in wenigen Sekunden in Demon Souls unterwegs. Weil nichts lokal installiert werde muss, konnte ich zudem im Handumdrehen zu einem der hunderten anderen Spiele wechseln, die mir alle mobil zur Verfügung standen. 

Doch so rund läuft es nicht immer. 

Hier war ich bei der Familie zu Besuch und konnte ohne Probleme auf alle digitalen Spiele meiner PlayStation-Bibliothek zugreifen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Hier war ich bei der Familie zu Besuch und konnte ohne Probleme auf alle digitalen Spiele meiner PlayStation-Bibliothek zugreifen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Der größte Nachteil von Cloud-Gaming ist heute noch immer die inkonsistente Spielerfahrung. Egal ob GeForce Now, PlayStation Cloud Gaming oder Xbox Cloud Gaming, es gibt viele Faktoren, die euer Spielerlebnis negativ beeinflussen können.

Etwa 80 Prozent meiner Spiele-Sessions mit Cloud-Gaming auf der PS Portal verliefen reibungslos, aber die restlichen 20 Prozent waren so gut wie unspielbar.

Wenn die Internetverbindung mal instabiler ist oder die Bandbreite anderweitig belegt ist, kommt es zu Rucklern, schlechter Bildqualität und erhöhter Eingabeverzögerung. Was macht man da dann? In den meisten Fällen einfach abwarten und es später noch einmal probieren. 

Mit einer nativen Konsole oder einem nativen Handheld gibt es diese Probleme nicht.

Die PS Portal kommt ganz ohne Lüftung aus. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die PS Portal kommt ganz ohne Lüftung aus. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Monatliche Kosten: Außerdem ist Cloud-Gaming immer mit zusätzlichen Kosten verbunden. Die PS Portal ist jetzt zwar die günstigste Eintrittskarte in die Welt der PS-exklusiven Spiele, aber dazu kommen die Kosten für das PlayStation-Plus-Premium-Abo, das für Cloud-Gaming notwendig ist.

Aktuell erhaltet ihr die PS Portal für etwa 200 Euro und PS Plus Premium für ein Jahr für knapp 100 Euro. Insgesamt gebt ihr also etwa 300 Euro für dieses Setup aus, aber ihr profitiert immerhin noch von den kostenlosen Spielen, die es über das Abo gibt. 

Warum die PS Portal heute trotzdem zu meinen Favoriten gehört

Obwohl die Erfahrung mit Cloud-Gaming auf der PS Portal nicht immer perfekt war, überwiegen die Vorteile klar die Nachteile. Das liegt aber auch daran, weil ich selbst noch eine PS5 besitze und sie deswegen nicht nur als Cloud-Gaming-Handheld, sondern auch als Remote-Play-Gerät verwenden kann.

Der Handheld ist überaus komfortabel und die Möglichkeit, auf meine gesamte PlayStation-Spielebibliothek unterwegs zugreifen zu können, solange ich eine stabile Internetverbindung habe, ist einfach genial.

Unterwegs kann ich über die PS Portal auf meine eigene PS5 oder auf die Cloud zugreifen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Unterwegs kann ich über die PS Portal auf meine eigene PS5 oder auf die Cloud zugreifen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Solltet ihr keine PS5 besitzen und Interesse am Spielen von exklusiven Spielen haben, dann könnte sich der Kauf der PS Portal lohnen, solange ihr euch bewusst seid, dass die Erfahrung ab und zu schlechter sein kann. 

Besitzt ihr schon eine PS5, dann kann ich euch die PS Portal ganz besonders empfehlen. Mit ihr könnt ihr eure Spiele selbst unterwegs spielen, sei es über die Cloud oder über eine Remote-Verbindung zu eurer Konsole daheim. 

Solltet ihr euch jedoch nicht für das Cloud-Gaming-Feature interessieren, und nur an Remote-Play interessiert seid, dann könnt ihr viel Geld sparen, indem ihr eine Drittanbieter-App, wie zum Beispiel »Chiaki«, auf eurem Handy oder schon vorhandenem Handheld installiert. Das habe ich mit dem Steam Deck gemacht. So wird aus dem Valve-Handheld eine PS Portal-Alternative. 

Am Ende hat mir die PS Portal vor allem eines gezeigt: Manchmal braucht es nur ein einziges Update, damit ein Produkt genau zu dem wird, was man sich wünscht. Und auch wenn Cloud-Gaming noch lange nicht perfekt ist, ist es schon heute eine überzeugende Ergänzung zum klassischen Gaming – manchmal sogar eine echte Alternative.

Habt ihr schon Erfahrung mit der PS Portal gehabt? Was gefällt euch an dem Handheld und was welche Verbesserungen wünscht ihr euch? Wie steht ihr zum Thema Cloud-Gaming? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! 

zu den Kommentaren (5)

Kommentare(5)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.