Neben dem Markt für Handhelds gibt es einen weiteren, der stetig wächst und für immer mehr Spieler und Spielerinnen interessant wird: Mobile Controller. Das liegt nicht nur an der weiten Verbreitung von Mobile Gaming, sondern auch, weil sich Handys und Tablets exzellent dafür eignen, PC- und Konsolenspiele lokal oder über die Cloud zu streamen.
Mit einem solchen Controller verwandelt ihr euer Handy oder sogar ein Tablet in einen Gaming-Handheld. Ich habe schon sieben verschiedene Modelle ausprobiert und verrate euch hier, warum der neue Razer Kishi V3 Pro mich am meisten überzeugt hat.
Was ist der Razer Kishi V3 Pro?
Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Teleskop-Controller. Solche besitzen in der Mitte eine »Brücke«, die beide Hälften verbindet und ausziehbar ist. So könnt ihr euer Handy, euer Tablet oder sogar einen Handheld, wie die Nintendo Switch 2 einspannen.
Bei solchen Controllern unterscheiden wir zwischen zwei verschiedenen Arten:
- Verbindung zum Handy oder Tablet per Bluetooth (mit eingebautem Akku).
- Verbindung zum Handy oder Tablet per USB-C-Stecker (ohne eingebauten Akku).
Der Razer Kishi V3 Pro verbindet sich per USB-C. Das ermöglicht einige Vorteile, wie zum Beispiel eine geringere Eingabe-Latenz oder, über den Controller euer Handy oder Tablet aufzuladen.
Dass der Controller die Energie vom Akku eures Gerätes bezieht, ist natürlich ein potenzieller Nachteil. Ich habe schon bei einigen Geräten einen sehr hohen Standby-Energieverbrauch festgestellt.
Innerhalb von 10 Stunden hat der Razer Kishi V3 Pro für einen Energieverlust von 8 Prozent bei einem Asus ROG Phone 9 Pro gesorgt. In diesen 10 Stunden war das Handy im Standby mit deaktiviertem Bildschirm.
11 Features, die für mich einen neuen Standard setzen
TMR-Sticks: TMR-Sticks (Tunnel-Magneto-Resistance) verwenden Magneten, um die Position der Analog-Sticks zu bestimmen. Wie bei Hall-Effekt-Sticks wird dadurch der mechanische Verschleiß minimiert, was diese Sticks besonders langlebig und resistent gegenüber Stick-Drift macht.
- TMR-Sticks haben gegenüber Hall-Effekt-Sticks den Vorteil von höherer Präzision und niedrigeren Energieverbrauch.
- Dieses Feature ist selbst bei normalen GamePads noch nicht so häufig und sollte meiner Meinung nach Hall-Effekt-Sticks langsam ablösen.
- Controller ohne Hall-Effekt- oder TMR-Sticks solltet ihr euch ab einem Preis von etwa 40 bis 50 Euro gar nicht mehr kaufen.
Austauschbare Sticks: Wie bei vielen Premium-Controllern könnt ihr die Analog-Sticks austauschen. Im Lieferumfang sind ein kurzer mit konvexer Oberfläche sowie ein langer mit konkaver Oberfläche enthalten.
Glättungsringe: Die Analog-Sticks lassen sich dank der Glättungsringe butterweich bedienen. Außerdem verringern sie den Abrieb an den Joystick-Hälsen. Dieses Feature wird schon jetzt immer mehr zum Standard – selbst bei günstigen Controllern.
Vier Makro-Tasten: Die meisten Mobile-Controller haben höchstens zwei zusätzlich belegbare Tasten auf der Rückseite. Beim Razer Kishi V3 Pro sind zwei zusätzliche Schultertasten verbaut. Somit könnt ihr vier Tasten bedienen, während die Daumen auf den Analog-Sticks bleiben.
Insgesamt könnt ihr vier Tasten frei belegen. Sie sind alle mit klickenden Schaltern ausgestattet. Bei Bedarf könnt ihr sie in der Razer-Nexus-App auch deaktivieren. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Mikroschalter für Tasten und D-Pad: Die ABXY-Tasten, das D-Pad und die Makrotasten sind mit Mausklickschaltern ausgestattet. Dadurch spürt und hört man beim Spielen ganz genau, wann eine Taste auslöst. Gerade bei Spielen, die präzise Eingaben erfordern, ist das besonders nützlich.
2.000 Hz Abtastrate: Der Razer Kishi V3 Pro hat eine sehr hohe Polling-Rate von 2.000 Hz. Das bedeutet, dass der Controller 2.000 Mal pro Sekunde die Eingaben erfasst und an euer Handy oder Tablet weiterleitet, was zu einer schnelleren Reaktionszeit führt. Standardmäßig sind 1.000 Hz eingestellt. Über die Razer-Nexus-App könnt ihr 2.000 Hz aktivieren. Beachtet jedoch, dass dies den Energieverbrauch erhöht.
Unterstützung für Tablets: Wenn ihr euch einen Mobile-Controller kauft, würde ich euch zu einem Modell raten, das mit Tablets kompatibel ist. Selbst, wenn ihr aktuell nur mit dem Handy spielen wollt, stellt ihr sicher, dass ihr keinen neuen Controller kaufen müsst, wenn ihr ihn doch irgendwann mit einem Tablet verwenden wollt.
- Der Razer Kishi V3 Pro unterstützt kleine Tablets, wie das iPad Mini.
- Wenn ihr große Tablets verwenden wollt, müsst ihr zum Razer Kishi V3 Pro XL greifen.
- Eine gute Alternative ist der GameSir G8 Plus. Dieser verbindet sich zwar per Bluetooth und er hat weniger Funktionen als der Razer Kishi V3 Pro, aber dafür kostet er deutlich weniger.
Unterstützung für Hüllen: Immer wieder kommt es vor, dass diese Mobile-Controller nur wirklich mit Handys kompatibel sind, die in keiner Hülle stecken. Beim Razer Kishi V3 Pro sind kleine Gummiaufsätze im Lieferumfang, die ihr bei »nackten« Geräten verwenden könnt. Steckt euer Handy oder euer Tablet in einer Hülle, lässt ihr sie einfach weg. Es ist zwar nur ein kleines Detail, aber trotzdem sehr nützlich.
USB-Passthrough-Charging: Der Controller hat einen USB-C-Anschluss. So könnt ihr euer Handy oder Tablet beim Spielen aufladen.
3,5mm-Klinke: Bei Bedarf könnt ihr analoge Kopfhörer oder ein Gaming-Headset mit verbinden.
Screenshot und Home-Taste: Auch hierbei handelt es sich um kleine, aber nützliche Details. Besonders die Screenshot-Taste ist sehr nützlich, wenn ich schnell Inhalte aus meinen Spielen teilen möchte. Es gibt noch eine Taste, die die Razer Nexus-App aufruft, aber die habe ich nie verwendet.
Aber braucht es das alles? Meine Empfehlung
Ganz objektiv gesehen ist dies einer der besten, wenn nicht sogar der beste, Mobile-Controller. Kein anderer auf dem Markt ist so vollgepackt mit Features. Obendrein ist er sehr komfortabel, solange euch das asymmetrische Layout nicht stört.
Aber braucht man all diese Features bei einem Mobile-Controller? Das könnt ihr nur für euch selbst entscheiden. Der Razer Kishi V3 Pro ist mit einer UVP von 170 Euro nämlich alles andere als günstig. All diese High-End-Features, wie die 2.000 Hz-Polling-Rate, TMR-Sticks oder die vier Makrotasten, sind vor allem für Enthusiasten und eSport-Spieler und Spielerinnen interessant. Aber spielt diese Zielgruppe auf Handys und Tablets? Das wage ich zu bezweifeln.
Wenn ihr jedoch nach einem Controller sucht, den ihr heute und zukünftig für eure Handys und Tablets verwenden könnt und euch die besten Features wichtig sind, dann könnte sich die Investition langfristig auszahlen. Sie ist auch sinnvoll, wenn ihr eure PC-Spiele regelmäßig über Moonlight oder GeForce Now spielt.
Natürlich könnt ihr euch auch einen dedizierten Gaming-Handheld kaufen, aber auf dem Markt gibt es keinen einzigen, der all diese Controller-Funktionen besitzt. Als »Bonus« könnt ihr den Bildschirm und die Gaming-Hardware – also euer Handy oder Tablet – immer wieder austauschen.
Wenn es euch nur darum geht, euer Handy oder euer Tablet in einen Handheld zu verwandeln und ihr auf viele dieser Features verzichten könnt, dann gibt es viel günstigere Optionen, die ich euch empfehlen kann.
- 8bitDo Ultimate Mobile: Für gerade einmal etwa 40 Euro erhaltet ihr einen exzellenten Bluetooth-Controller mit Hall-Effekt-Sticks, zwei Rücktasten und ohne viel Schnickschnack.
- GameSir G8 Plus: Wenn ihr euer Tablet in einen Handheld vewandeln wollt, ist dieser Controller eine der besten Optionen. Ich selbst verwende ihn mit einem 12-Zoll-Android-Tablet.
- Scuf Nomad: Wenn ihr ein iPhone besitzt, ist dieser Controller eine herausragende Option mit einem symmetrischen Stick-Layout.
Mein Blick in die Zukunft: Razer legt hier eindrucksvoll vor, dass auch Mobile Controller mit High-End-Features ausgestattet werden können. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Streamen von Konsolen- und PC-Spielen zukünftig immer beliebter wird, weshalb es auch Platz für solche Premium-Geräte geben sollte.
Ich freue mich deswegen über die wachsende Auswahl an Mobile-Controllern, weil es so möglich ist, für jeden Spieler und Spielerin in die Welt der Handhelds einzutauchen, solange man ein Handy oder Tablet besitzt.

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