In den USA dürfen sie eine Idee testen, die seit mehr als 100 Jahren darauf wartet: die Erde mit einem Weltraumspiegel zu beleuchten

Die Spiegel sollen genutzt werden, um einzelne Orte kurzzeitig zu erhellen.

Solche Satelliten könnten in Zukunft wie Flutlichter funktionieren. (Bildquelle: Reflect Orbital) Solche Satelliten könnten in Zukunft wie Flutlichter funktionieren. (Bildquelle: Reflect Orbital)

Die Sonne ist für das Leben auf der Erde unverzichtbar. Dabei ist sie in den meisten Regionen nur wenige Stunden pro Tag zu sehen.

Ein Unternehmen aus den USA will genau das mit riesigen Weltraumspiegeln ändern. Die Idee, die nun tatsächlich getestet werden darf, ist schon über 100 Jahre alt.

Ein Spiegel für die Sonne

Schon jetzt gibt es zahlreiche Erfindungen, die das »Problem« der wenigen Sonnenstunden angehen. Straßenlaternen sorgen dafür, dass Städte auch nachts erleuchtet sind, und UV-Lampen bringen Pflanzen auch nach der Dämmerung zum Wachsen.

Solche Lösungen sind allerdings allesamt darauf angewiesen, dass irgendwie Energie erzeugt wird, die die Sonne ja eigentlich schon zu Genüge bieten würde – wenn sie denn dann durchgehend da wäre.

Eine neue Idee kommt jetzt vom US-amerikanischen Unternehmen Reflect Orbital. Die Firma möchte große Satelliten in die Umlaufbahn bringen, die das Licht der Sonne so reflektieren können, dass einzelne Orte auf der Erde auch nachts beleuchtet werden können.

Die US-amerikanische Federal Communications Commission hat nun den Start von Eärendil-1 genehmigt. Der Satellit soll beweisen, dass das Konzept auch in der Realität funktioniert.


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So neu ist die Idee allerdings gar nicht: Tatsächlich formulierte der österreichisch-ungarisch-deutsche Physiker und Raketenpionier Hermann J. Oberth schon vor knapp 100 Jahren einen ganz ähnlichen Gedanken. Die Sowjetunion führte Anfang der 90er-Jahre sogar einen erfolgreichen Test durch.

Die größte Herausforderung dabei ist der Faltmechanismus. Ein so großer Spiegel kann nicht einfach flach ins All geschossen werden. Viel mehr muss er so konstruiert sein, dass er sich hoch oben selbstständig ent- und zusammenfalten kann.

Große Pläne: Laut Reflect Orbital dürfte Eärendil-1 für etwa fünf Minuten so hell leuchten wie der Vollmond. 2027 soll dann in der Theorie schon eine Straßenbeleuchtung ersetzt werden können. Bis 2030 soll die Nacht tatsächlich zum Tag gemacht werden können.

Dem Unternehmen geht es allerdings nicht darum, dass es nie wieder dunkel wird. Viel mehr soll eine Flotte von Satelliten aufgebaut werden, die dann von Kunden gebucht werden kann.

Auf diese Weise könnten etwa Solarparks auch nachts Energie produzieren, Baustellen könnten »natürlicher« beleuchtet werden und das System könnte bei Suchaktionen aushelfen. Ein klarer Himmel wird dafür natürlich vorausgesetzt.


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Projekte wie dieses dürften all jene bestätigen, die schon jetzt vor zu viel Lichtverschmutzung warnen. Astrophysiker sind etwa auf möglichst dunkle Nächte angewiesen, um ferne Galaxien mit Teleskopen erkunden zu können.

Zu helle Nächte können zudem einen starken Einfluss auf das Leben von Wildtieren haben. Auch der Schlaf der Menschen kann darunter leiden.


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