RTX 5000 und der versteckte Sensor: Tool-Update erlaubt das Auslesen, prompt gibt es Berichte über zu hohe Werte

Der Sensor zum Ausmessen der Hotspot-Temperatur von RTX-50-GPUs war tatsächlich die ganze Zeit aktiv. Kaum ist das Auslesen wieder möglich, tauchen auch schon erste beunruhigende Messwerte auf.

Ein Update für HWMonitor macht die versteckte Hotspot-Temperatur von Geforce-RTX-50-Karten wieder sichtbar – und liefert erste beunruhigende Ergebnisse. (Bildquelle: Nvidia) Ein Update für HWMonitor macht die versteckte Hotspot-Temperatur von Geforce-RTX-50-Karten wieder sichtbar – und liefert erste beunruhigende Ergebnisse. (Bildquelle: Nvidia)

Als im Januar erste Tests zur Geforce RTX 5090 erschienen, fiel Beobachtern etwas auf: Der Hotspot-Wert, also die punktuelle Höchsttemperatur auf dem Chip, tauchte in Tools wie GPU-Z auf einmal nicht mehr auf. GPU-Z-Macher W1zzard erklärte gegenüber Videocardz den Grund: Nvidia habe diesen Messpunkt aus der öffentlich zugänglichen Schnittstelle gestrichen.

Anfangs sprangen Monitoring-Programme dabei noch auf einen offensichtlich falschen Wert von 255 Grad Celsius, bis GPU-Z das Feld irgendwann komplett ausblendete. Bei der Vorgängergeneration RTX 40 funktioniert die Anzeige bis heute problemlos.

Reparaturtechniker zeigen: Nvidia sah den Wert die ganze Zeit

Dass der Sensor selbst nie abgeschaltet war, zeigten die brasilianischen Reparaturtechniker Paulo Gomes und Sidnelson mithilfe von MODS – Nvidias eigener Diagnose-Suite, die eigentlich Werkstätten und der eigenen Fertigung vorbehalten ist und offiziell gar nicht zum Download bereitsteht.

Kopien kursieren dennoch in Reparaturkreisen; die beiden Techniker griffen für ihren Test sogar per Fernzugriff auf eine entsprechend eingerichtete Testumgebung zu.

  • Ihr Beispiel: eine Gigabyte Geforce RTX 5070 Ti, die in regulären Windows-Tools unauffällige 67 bis 68 Grad Celsius Durchschnittstemperatur anzeigte. Ein Blick durch MODS offenbarte jedoch ein völlig anderes Bild – dort kletterte der Hotspot mehrfach bis auf 107 Grad Celsius (exakt Nvidias eigene Drosselgrenze).
  • Die Karte reduzierte daraufhin automatisch ihren Takt. Beim Öffnen der Karte fanden die Techniker die Erklärung: eingetrocknete Wärmeleitpaste, die den Kontakt zwischen Chip und Kühlkörper beeinträchtigte. Nach dem Austausch pendelte sich der Spitzenwert bei rund 100 Grad Celsius ein.
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Ihr Fazit gegenüber Videocardz lässt sich so zusammenfassen: Wer sich allein auf die durchschnittliche GPU-Temperatur verlässt, bemerkt ein schleichendes Kühlproblem möglicherweise gar nicht – mit dem Risiko, dass die Karte dadurch über Jahre hinweg Schaden nimmt.

Erste Warnung vom Board-Partner

Am 14. Juli brachte CPUID mit HWMonitor 1.65 erstmals wieder ein reguläres Windows-Tool auf den Markt, das die Hotspot-Werte ausliest – ganz ohne Spezialsoftware oder Linux-Umgebung. Binnen weniger Tage zogen HWiNFO, AIDA64 und ein inoffizielles Plugin für MSI Afterburner nach; Afterburner selbst darf die Funktion laut Entwickler Alexey »Unwinder« Nicolaychuk aus lizenzrechtlichen Gründen als Nvidia-Partnersoftware nicht offiziell einbauen.

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Fast zeitgleich meldete sich bei Videocardz der erste Praxisfall: Ein Nutzer maß an seiner Colorful iGame Geforce RTX 5080 Vulcan einen Hotspot von rund 98 bis 100 Grad Celsius, während die Durchschnittstemperatur bei unauffälligen 69 Grad Celsius lag.

  • Er wandte sich daraufhin an Colorfuls chinesischen Kundenservice. Von dort kam eine gestaffelte Einschätzung zurück: Werte zwischen 50 und 90 Grad Celsius gelten demnach als unbedenklich, ab 95 Grad Celsius über zehn Minuten unter Last spricht der Hersteller von Überhitzung.
  • Als ersten Schritt riet der Support zur Kontrolle von Gehäuselüftung und Staubablagerungen; bleibt die Temperatur trotzdem hoch, folgt die Empfehlung, das Gerät zur Prüfung einzuschicken.

Es ist der bislang erste bekannte Fall, in dem ein Hersteller wegen der neu sichtbaren Hotspot-Werte aktiv eine Inspektion nahelegt.


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