Resident Evil Requiem zeigt eindrucksvoll, was die Switch 2 auf dem Kasten hat – und wo sie ins Stolpern gerät

Gruselig gut oder schaurig schlecht? Wir nehmen die Portierung für Nintendos Handheld-Konsole für euch unter die Lupe.

Grace Ashcroft begibt sich auch auf der Switch 2 auf Spurensuche. Geht das gut? Grace Ashcroft begibt sich auch auf der Switch 2 auf Spurensuche. Geht das gut?

Der Vorhang hat sich gelüftet, unser Test bestätigt: Resident Evil Requiem ist ein Hit!

Viele von euch spielen den neunten Resi-Teil auf dem PC, der PlayStation 5 oder der Xbox Series X. Aber was ist mit denen, die primär auf der Switch 2 spielen? Lohnt sich der Kauf für Nintendos Konsole oder sind die grafischen Abstriche zu viel des Guten?

Machen wir es kurz: Die Portierung von Resident Evil 9 ist abermals eine beeindruckende Leistung für den kleinen Handheld-Hybrid, zeigt aber auch schonungslos die Limitierungen der Switch 2 auf.

Performance und Optik zum Niederknien

In vielen Momenten sieht Resident Evil Requiem auf Nintendos aktueller Plattform unfassbar gut aus. Aber ach, warum mit Worten beschreiben, was ein Bild viel besser ausdrücken kann?

Wow!
Das ist Resident Evil: Requiem auf der Switch 2. In seinen besten Momenten zeigt das Spiel eine Grafik, wie wir sie bis dato noch nie auf der Nintendo-Konsole gesehen haben. Wow! Das ist Resident Evil: Requiem auf der Switch 2. In seinen besten Momenten zeigt das Spiel eine Grafik, wie wir sie bis dato noch nie auf der Nintendo-Konsole gesehen haben.

So, da habt ihr's: Wenn alles passt, kommt das mobile Requiem erstaunlich nahe an seine großen Konsolengeschwister heran. Das Spiel mit Licht und Schatten ist auch im Kleinformat grandios in Szene gesetzt. Texturen und allgemeine Objektqualität geben sich kaum eine Blöße.

Besonders erfreulich ist, dass Resident Evil Requiem auch auf der Switch 2 fast durchgehend mit einer Bildrate von 60 FPS läuft – sogar im Handheld-Modus! Das schmeichelt den Augen und zieht noch mehr ins gruselige Geschehen hinein.

Bevor wir uns den weniger guten Aspekten der Technik von Resi 9 auf der Switch 2 widmen, hier noch ein paar Impressionen aus dem Handheld- sowie dem Docked-Modus.

Niedrige Auflösung + Raytracing + DLSS = Problem

So beeindruckend Resi 9 auf der Switch 2 in vielen Momenten auch ausschaut, so sehr entblößt der anspruchsvolle Titel die Schattenseiten der im Vergleich zu PS5 und Xbox deutlich schwächeren Hardware. Im Klartext: Moderne Grafiktechnologien und flüssige Performance gehen zulasten der grundsätzlichen Bildqualität.

Hauptgrund dafür ist das Aushängeschild der aktuellen RE Engine: Raytracing. Auch die Switch-2-Version verzichtet nicht auf die Ausleuchtung der Spielwelt via aufwendigem RT. Um dennoch die 60 FPS halten zu können, muss die Switch 2 die Auflösung stark reduzieren.

Intern wird das Bild in nur 600p (entweder 1066x600 oder 1024x576, je nachdem, wie genau Capcom es nimmt) berechnet, ehe es via Nvidias Upscaler DLSS auf 1080p (1920x1080) hochskaliert wird – im Docked-Modus, wohlgemerkt. Im Handheld-Betrieb reduziert die Switch 2 die Auflösung noch weiter. Dadurch entstehen zwei Problemzonen in puncto Bildqualität:

  • Haare: Die feinen Details der Haarpracht von Grace, Leon und Co. kann DLSS aufgrund des niedrig aufgelösten Quellmaterials nicht erhalten. Was docked bereits nicht so berauschend aussieht, verkommt im Handheld-Modus endgültig zur Flimmerorgie. Schaut selbst:
Docked-Modus Docked-Modus Docked-Modus Docked-Modus

  • Raytracing-Rauschen: Der Begriff Rauschen ist technisch gesehen zwar nicht korrekt, beschreibt den optischen Eindruck auf das Auge des Spielers aber am anschaulichsten. Um die Hardware der Switch 2 nicht zu überfordern, arbeitet der Raytracing-Algorithmus nur mit einer sehr groben Genauigkeit. Dadurch seht ihr immer und überall an vielen Oberflächen unschönes … nun ja, Rauschen.

Das soll eine Schublade sein. Erkennt ihr noch was bei all dem Rauschen? Das soll eine Schublade sein. Erkennt ihr noch was bei all dem Rauschen?

  • Vor allem Oberflächen mit stark reflektierenden Oberflächen sind für diesen Effekt anfällig. Es dauert meist zwei bis drei Sekunden, ehe der Raytracing-Algorithmus seine Arbeit verrichtet hat und sich das Rauschen abschwächt. Hier noch weitere Beispiele:

Ist das … eine Pfütze? Statt hübscher Regenpfützen müsst ihr im Handheld-Modus so etwas ertragen. Wir sagen: Dann lieber gar kein Raytracing!

Alles andere als berauschend Nein, keine Sorge, es geht nicht um die … Hinterlassenschaften in der Toilette. Schaut mal die Wände links und rechts an: In Bewegung sieht das Rauschen noch unschöner aus.

Das Entwicklerteam wäre unserer Ansicht nach besser damit beraten gewesen, zugunsten einer hohen Bildqualität bei der Switch-2-Version eine konventionelle, altmodische Beleuchtungsmethode zu nutzen, statt kompromisslos auf Raytracing zu setzen.

Die Kombination aus niedriger Renderauflösung und Raytracing ist ein undankbares Duo. Deshalb ist Resident Evil Requiem auf der Switch 2 zwar eine in vielen Momenten bildhübsche Portierung, die aber stark mit den Limitierungen von Nintendos Konsole zu kämpfen hat. Bei zeitgenössischem Raytracing geht dem japanischen Kraftzwerg schnell die Puste aus.

Wie bewertet ihr das oben Gezeigte? Findet ihr die Portierung von RE Requiem für die Switch 2 beeindruckend oder schrecken euch die von DLSS und Raytracing erzeugten Bildartefakte doch eher ab? Hättet ihr 30 FPS zugunsten einer höheren Auflösung bevorzugt? Auf welcher Plattform werdet ihr Requiem spielen? Schreibt uns eure Meinung zu dem Thema gerne in die Kommentare!

zu den Kommentaren (0)

Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.