Eine technisch bessere Kamera macht in der Regel keine besseren Fotos. Das Ergebnis hängt nämlich maßgeblich von der Person hinter der Kamera ab. Gleiches gilt für Smartphones.
Viel wichtiger ist es deshalb, seine Ausrüstung gut zu kennen. Dazu gehören die Einstellungen der jeweiligen App und die damit verbundenen Möglichkeiten.
Sieben Einstellungen haben sich bei mir bewährt, die ich bei jedem neuen Samsung-Handy setze.
1. Wasserwaage und Raster
Die Wasserwaage und das Raster sind für den Bildaufbau von entscheidender Bedeutung. Ersteres hilft euch aktiv dabei, schiefe Fotos bereits beim Auslösen zu vermeiden.
Das geht zwar auch nachträglich mit wenigen Handgriffen in vielen Apps, ist aber ein unnötiger Zusatzschritt. Falls doch notwendig: Die Galerie-App von Samsung hat genau dafür eine Funktion.
Das Raster hilft euch dabei, die Motive nicht nur mittig, sondern auch auf den Linien und Kreuzungspunkten zu platzieren. Das wirkt für unser Auge automatisch harmonischer. Natürlich ist das für ein Bild nicht zwingend entscheidend und die Platzierung in der Mitte kann je nach Szene sinnvoller sein, etwa bei symmetrischen Motiven.
Hier findet ihr die beiden Optionen:
- Öffnet die Kamera-App auf dem Samsung-Handy.
- Tippt auf das Icon mit den vier Punkten und anschließend auf das Zahnrad.
- Scrollt runter zu »Allgemein« und tippt auf »Kompositionsanleitung«.
- Wählt anschließend »Raster und Wasserwaage« aus.
Probiert es aus!
2. Einstellungen beibehalten
Die Kamera-App soll sich meine Einstellungen immer merken. So sind meine bevorzugten Einstellungen beim nächsten Öffnen sofort verfügbar.
Das ist perfekt, um schnell ein Foto zu knipsen, das sofort sitzt und meinen Vorstellungen entspricht.
Hier findet ihr die Option:
- Öffnet die Kamera-App auf dem Samsung-Handy.
- Tippt auf das Icon mit den vier Punkten und anschließend auf das Zahnrad.
- Scrollt runter zu »Allgemein« und tippt anschließend auf »Zu behaltende Einstellungen«.
- Wählt eure bevorzugten Optionen aus.
Bei mir sind es »Hohe Bildauflösungen«, »Belichtung« und gelegentlich »Filter«. Letzteres aktiviere ich, wenn eine Reihe von Handyfotos einen bestimmten Look sein sollen.
3. Belichtung reduzieren
Smartphones hellen Szenen oft unnötig auf. Wenn ich die Belichtung reduziere, behalten helle Stellen im Bild – etwa Himmel und Wolken – je nach Szene mehr Details.
Dadurch wirken einige Fotos für meinen Geschmack zusätzlich kontrastreicher und plastischer.
Hier findet ihr die Option:
- Öffnet die Kamera-App auf dem Samsung-Handy.
- Tippt auf das Icon mit den vier Punkten und anschließend auf das Plus/Minus-Symbol.
- Reduziert die Belichtung, indem ihr nach rechts wischt.
Abhängig von der Szene passe ich die Helligkeit auf -0,3 bis -1,0 an.
4. Szenenerkennung ausschalten
Bei Samsung-Smartphones gibt es eine Option, die euch eine ganze Bildserie verhunzen kann – zumindest, wenn alle Fotos möglichst farbtreu aussehen sollen.
Die Szenenerkennung passt Farbe und Kontrast automatisch der jeweiligen Szene an.
Das bedeutet: Verändert sich der Bildausschnitt nur minimal, kann die Kamera eine andere Szene erkennen und das Foto farblich völlig anders abstimmen als das vorherige.
Hier findet ihr die Option:
- Öffnet die Kamera-App auf dem Samsung-Handy.
- Tippt auf das Icon mit den vier Punkten und anschließend auf das Zahnrad.
- Wechselt ganz oben zu »Foto-Optimierung« und deaktiviert »Szenenerkennung«.
Wann die Option sinnvoll für euch sein kann: Bevorzugt ihr kräftige und lebendige Farben, kann die Funktion hilfreich sein. Essen sieht beispielsweise mit der Szenenerkennung appetitlicher aus, weil die Farben mehr gesättigt sind.
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5. RAW nutzen
Für Fortgeschrittene: Aktiviert das RAW-Format. Das gibt euch bei der späteren Bearbeitung der Fotos viel mehr Spielraum und nimmt den typischen überschärften Handy-Look etwas heraus.
Aber Achtung: RAW-Bilder sehen ohne Nachbearbeitung »flach« aus. Aktiviert das Format also nur, wenn ihr euch im Nachgang wirklich die Zeit für die Bearbeitung nehmen möchtet.
Zudem sind die Bilddateien im RAW-Format deutlich größer und verbrauchen somit mehr Speicherplatz auf den Handys.
Hier findet ihr die Option:
- Öffnet die Kamera-App auf dem Samsung-Handy.
- Wechselt unten in der Leiste den Modus auf »Mehr«.
- Wählt jetzt »Pro«
- Aktiviert anschließend oben das RAW-Format.
Tipp: Das Smartphone speichert die Bilder wahlweise als JPEG- und RAW-Datei. Gehe dazu wie folgt vor:
- Öffnet die Kamera-App auf dem Samsung-Handy.
- Tippt auf das Icon mit den vier Punkten und anschließend auf das Zahnrad.
- Wechselt unter dem Abschnitt »Fotos« zu »Fotoformat«.
- Tippt nun auf »Pro-Modus-Bildformat« und wählt »RAW und JPEG-Formate« aus.
6. Die Auflösung
Neuere Samsung-Smartphones wie das Galaxy S26 Ultra werben mit extrem hohen Zahlen von bis zu 200 Megapixeln. Standardmäßig fotografiert das Handy jedoch nur mit 12 Megapixeln. Und das ist oftmals die bessere Wahl.
12 Megapixel sind ideal für alltägliche Schnappschüsse und Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Kamera fasst viel mehr Pixel zusammen, um mehr Licht einzufangen (16-in-1-Binning).
50 oder gar 200 Megapixel können bei Tageslicht sinnvoll sein, wenn ihr beispielsweise Landschaften oder Details fotografieren und im Nachgang viel Freiheit beim Heranzoomen haben möchtet.
Die aktuellsten Smartphones von Samsung (Galaxy S26 Ultra, Fold8-Serie) unterstützen zudem einen 24-Megapixel-Modus, den ich für Schnappschüsse fast immer bevorzuge.
Dieser kombiniert im Hintergrund ein belichtetes 12-Megapixel-Bild mit den feinen Details einer Aufnahme mit 50 Megapixeln.
Der Haken: Der 24-Megapixel-Modus ist etwas versteckt. Ihr müsst zuerst die kostenlose Good Lock-App herunterladen und das Modul »Camera Assistant« aktivieren. Dort könnt ihr anschließend den Modus freischalten.
7. Fokus und Belichtung sperren (AF/AE-Sperre)
Ihr habt das Smartphone auf ein Objekt oder eine Person gerichtet. Plötzlich streift etwas vor die Linse und der Fokus verschiebt sich. Um das zu verhindern, gibt es die AF/AE-Sperre.
- Tippt dazu im Bild auf das Motiv, das scharf sein soll.
- Haltet den Finger nun kurz gedrückt, bis ein gelber Kreis mit Schloss angezeigt wird. Im Pro-Modus erscheint das Symbol mit »AF/AE«
Schärfe und Helligkeit bleiben nun exakt auf diesem Punkt eingefroren – ganz egal, wie ihr das Smartphone danach bewegt oder was im Hintergrund passiert. Besonders beim Filmen ist die Fokus- und Belichtungssperre ein äußerst hilfreiches Tool.
Einige dieser Tipps gibt es in ähnlicher Form auch bei anderen Smartphones. Die Hersteller statten ihre Geräte mit immer mehr Kamera-Funktionen aus, um den Nutzerinnen und Nutzern möglichst viel Kontrolle zu geben. Man muss nur wissen, wo sich die Einstellungen befinden. Selbst das iPhone 18 Pro kann nun in der Apple-eigenen Kamera-App Weißabgleich, Verschlusszeit sowie die Blende anpassen und das Histogramm aktivieren.


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