Vor rund 120 Tagen bin ich zum Galaxy S26 Ultra gewechselt – eine Funktion möchte ich überraschend nicht mehr missen

Mit seinem Ultra-Modell macht Samsung vieles richtig.

Im Mai bin ich vom iPhone zum S26 Ultra gewechselt. Diese Entscheidung bereue ich bislang keinen Tag. Ein Feature vom Samsung-Handy würde ich jetzt sogar schmerzlich vermissen. (Bild: Patrick S.GameStar Tech). Im Mai bin ich vom iPhone zum S26 Ultra gewechselt. Diese Entscheidung bereue ich bislang keinen Tag. Ein Feature vom Samsung-Handy würde ich jetzt sogar schmerzlich vermissen. (Bild: Patrick S./GameStar Tech).

Beim Galaxy S26 Ultra gibt es ein Feature, dessen Nutzen ich völlig unterschätzt habe.

Ihr ahnt es vielleicht bereits: Es geht um das Privacy Display. Im digitalen Briefing mit Samsung habe ich es Anfang des Jahres noch als »nette Idee« abgestempelt. Die letzten Monate fand ich mich aber inmitten von vielen Menschen wieder: Flugzeug, Taxi, Bus und Bahn, stets rückte mir jemand anderes auf die Pelle.

In solchen Momenten guten Gewissens Bankdaten zu checken, Überweisungen zu tätigen oder schlicht ausgewählte Apps mit Blickschutz zu öffnen, schafft ein wohliges Gefühl von Freiheit.

Und weil diese Funktion nicht permanent aktiv sein muss, passt es für mich wie die Faust aufs Auge.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Unser Autor ist nach wie vor von Smartphones begeistert, auch wenn der Fortschritt der letzten Jahre sich angefühlt hat wie das Schwimmen durch Gummi: mühsam und ohne Auftrieb. Umso mehr freut es ihn, wenn Hersteller sich etwas trauen und spannende Funktionen in ihre Geräte integrieren. Immerhin ist das Smartphone das Gerät, das er am häufigsten nutzt – neben seiner Kompaktkamera.

Galaxy S26 Ultra: Privacy Display vs. Displayschutzfolie

Mit Sichtschutzfolien gewinnt man bei mir keinen Preis. Einmal angebracht, wirken Farben vergleichsweise nicht mehr so knallig und das Display insgesamt dunkler – zumindest bei den Folien, die ich bislang gesehen habe.

Das ist es mir nicht wert, auch wenn mir der Reiz einleuchtet.

Dieser Kompromiss fällt beim S26 Ultra gänzlich weg, denn der Blickschutz schaltet sich wahlweise auf Abruf ein. Genau genommen wähle ich haargenau aus, welche App beim Starten das Privacy Display auslöst.

Mehr noch: In den Einstellungen hake ich an, ob die Funktion sich bei Abfrage von PIN, Passwort oder Muster einschaltet. Sogar Benachrichtigungs-Pop-ups können den Blickschutz aktivieren und neugierige Augen kontern.

Die Software steuert also einzelne Bereiche des Displays unterschiedlich an. Chapeau, Samsung! Ohne diese Auswahl wäre die Funktion nicht mehr als halbgar.

Aber wie funktioniert die Magie? Vereinfacht ausgedrückt wird beim Aktivieren der physikalische Abstrahlwinkel des Lichts direkt im Display-Panel verändert. Wird die Funktion eingeschaltet, strahlt das Licht nur nach vorne. Schalte ich es wieder ab, lassen die Kristalle das Licht ungehindert nach allen Seiten durch.

Das bringt aber auch Nachteile mit sich. Die dafür notwendige zusätzliche optische Schicht macht das Panel minimal dicker, aber vor allem komplexer. Selbst wenn Privacy Display ausgeschaltet ist, bleibt der maximale Blickwinkel nicht mehr so stabil und Farbverschiebungen sind früher sichtbar.

Im Alltag halte ich diesen Umstand allerdings für vernachlässigbar.

Video starten 14:01 Nach knapp 30 Smartphone-Tests: Hier sind unsere 5 Highlights 2025

Warum meine Wahl eigentlich auf das S26 Ultra fiel

Wie eingangs erwähnt: Das Privacy Display war nicht der Hauptgrund, warum meine Wahl auf das Galaxy S26 Ultra gefallen ist. Es waren mehrere andere.

Einer davon: Neben iOS bin ich mit One UI bestens vertraut, auch wenn ich immer wieder neue Funktionen entdecke.

Stock-Android gefällt mir zwar nach wie vor besser, aber Samsungs Betriebssystem lässt sich so weit an meine Bedürfnisse anpassen wie kaum ein anderes: Akkueinstellungen, Modi und Routinen, die Art der Benachrichtigungen und vieles mehr.

Mit Good Lock geht sogar noch deutlich mehr.

Der S-Pen im Galaxy S24 Ultra kam noch mit Bluetooth-Funktion. (Bild: Patrick S.GameStar Tech) Der S-Pen im Galaxy S24 Ultra kam noch mit Bluetooth-Funktion. (Bild: Patrick S./GameStar Tech)

Noch ein Grund: Ich gehöre zur alten S-Pen-Schule. Kein Witz – gäbe es diesen Stift nicht, wäre es wohl ein Smartphone der Konkurrenz geworden. Stift raus, Notiz festhalten, speichern. Perfekt, um Gedanken oder Erinnerungen in Sekunden zu sichern.

Zusammen mit Samsung Notes bearbeite ich damit außerdem im Handumdrehen PDFs. Nur eines habe ich Samsung bis heute nicht verziehen: das Aus für die Bluetooth-Funktion. Das war der perfekte Kamera-Fernauslöser.

Apropos Kamera: Für die S26-Serie gibt es inzwischen einen 24-Megapixel-Modus – für mich der Sweetspot. Mehr Auflösung als bei 12 Megapixeln, also genug Spielraum zum Zuschneiden. Und das ohne die riesigen Dateien der 50-Megapixel-Aufnahmen und ohne das Rauschen, das bei wenig Licht durchaus mitkommt (im Pro-Modus).

Möchte ich mehr Freiheit, liegt die Samsung-App Expert RAW bei mir über die Seitentaste bereit, um Fotos in RAW zu knipsen und Kontrolle über ISO, Belichtungszeit sowie Weißabgleich zu erhalten.

Enorme Flexibilität gibt es auch in puncto Video: Das S26 Ultra schafft 4K mit bis zu 120 FPS. Das bringt beim Zoomen im Schnitt mehr Spielraum mit. Leider fällt bei mir die Nutzung des LOG-Profils gänzlich weg (flaches Profil für mehr Spielraum bei Colour Grading). Final Cut Pro unterstützt den APV-Codec von Samsungs Videodateien leider nicht. Sehr schade!


Mehr zum Thema:


Galaxy AI ist nach wie vor »nett«

KI-Funktionen auf Smartphones sind für mich noch immer ein großes Fragezeichen. Und kaum ein anderes Gerät bringt so viele davon mit wie das S26 Ultra. Samsung hat ihnen sogar ein eigenes Menü in den Einstellungen spendiert – stolze 14 KI-Features stehen dort. Rechnet man Googles Funktionen dazu, Circle to Search und Co., werden es noch einmal mehr.

Im Alltag nutze ich davon genau eine: (Sprach-)Notizen in der Notes-App zusammenfassen. Das war's.

Mir fehlt schlicht der Mehrwert. Now Brief liefert nach wie vor unbrauchbare Tageszusammenfassungen: Wetter, zufällige Nachrichten oder Videos und mein Schlafwert, sofern ich eine Samsung-Smartwatch trage. Dafür brauche ich kein Briefing.

Now Nudge wiederum schlägt Kalendereinträge vor, wenn es sie aus Bildschirminhalten ableiten kann. Wirklich relevant war das in meinem Fall selten. Die Hinweise wirkten oft deplatziert und sorgten vor allem für mehr Benachrichtigungs-Rauschen.

Poco F7 Pro
Poco F7 Pro
Das Poco F7 Pro punktet mit hoher Performance, tollem OLED-Display und einem großen Akku.
Nothing Phone (3a) Pro
Nothing Phone (3a) Pro
Der »große Bruder« des Phone (3a) punktet mit einem besseren Kamerasystem und unterstützt eSIMs.
Google Pixel 9a
Google Pixel 9a
Das Pixel 9a ist die richtige Wahl, wenn ihr eine gute Kamera und eine lange Akkulaufzeit zu einem fairen Preis sucht.
Samsung Galaxy A56 5G
Samsung Galaxy A56 5G
Das Galaxy A56 überzeugt mit hellem OLED-Display, langem Update-Support und einem guten Kamerasystem.
Poco F7
Poco F7
Für einen Preis von unter 400 Euro bietet das Poco F7 eine Premium-Ausstattung und Top-Performance, für die ihr bei anderen Herstellern deutlich tiefer in die Tasche greifen müsst.
Nothing Phone (3a)
Nothing Phone (3a)
Wer ein stylisches Handy mit langer Akkulaufzeit, tollem Display und langem Sicherheits-Update-Support sucht, kann mit dem Phone (3a) nicht viel falsch machen.

Vom Manipulieren meiner Fotos lasse ich grundsätzlich die Finger. Ein Foto darf – und sollte – auch mal nicht perfekt sein. Dass heute so viele Bilder, Plakate oder Flyer wie aus dem Katalog aussehen, liegt schließlich genau an diesen Werkzeugen.

Wer voll auf KI steht, wird hier sicher glücklich. Für mich ist das alles aber noch nicht der Wandel, der uns anfangs verkauft wurde. Hängen bleiben am Ende die technischen Dinge – wie eben das Privacy Display.


Kommentare(1)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.