Ich hab's euch ja gesagt: Die Galaxy Watch Ultra2 wird eine Smartwatch sein, vor der sich die Konkurrenz warm anziehen muss. Sie hat einen brachialen Akku, ein extrem helles Display und eine Vielzahl an Profi-Features an Bord.
Diese Uhr schreit nach Abenteuer und will ausgereizt werden. Leider bleibt sie zumindest für mich ein Brocken am Handgelenk. Aber der Reihe nach.
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Transparenzhinweis: Samsung hat die GameStar-Tech-Redaktion nach London eingeladen, um die neuen Galaxy-Produkte vorab zu sehen. Der Hersteller hat Flug und Unterkunft bezahlt, aber keine Einsicht in die Berichte vorab erhalten. Eine Verpflichtung, einen Bericht zu schreiben, gab es ebenfalls nicht.
Die Smartwatch der Extreme
Samsung hat im Grunde an allen Ecken und Enden der Uhr enorm gefeilt.
- So wurde beispielsweise die Akkuleistung von 590 mAh auf 800 mAh erhöht, also um satte 35,6 Prozent!
- Gleichzeitig schrumpft das Gehäuse leicht um 1,4 Millimeter.
- Das Display soll 5.000 Nits hell werden und ist zudem minimal größer geworden.
- Anstelle des Exynos-Prozessors wandert Qualcomms Spitzen-SoC ins Gehäuse.
In Bezug auf den Prozessor gibt es auf den ersten Blick wenig Nennenswertes zu berichten. Die Navigation auf der Uhr läuft reibungslos und ohne Ruckler.
Zu den auf dem Papier beeindruckenden Spezifikationen gesellt sich außerdem ein Trail-Rrun-Modus für Extremsportler. Dabei wird aufgrund der körperlichen Bedingungen (etwa BMI oder Vitalindex) eine »Hydration-Erinnerung« gesendet. Das heißt, es wird signalisiert, wann es während des Laufs an der Zeit ist, einen Schluck Wasser zu sich zu nehmen.
In Kooperation mit Mares macht der Hersteller es Apple gleich und verwandelt die Uhr in einen Tauchcomputer. So erhaltet ihr Informationen wie Echtzeittiefe und Zeit direkt auf der Uhr. Laut Samsung wird diese Funktion Wear-OS-exklusiv für auf der Galaxy Watch Ultra 2 verfügbar sein.
Galaxy Watch Ultra vs. Ultra2
| Kategorie | Galaxy Watch Ultra | Galaxy Watch Ultra 2 |
|---|---|---|
| Gehäuse & Materialien | 47 mm Titan-Gehäuse (Grade 4), Kissen-Design, Saphirglas | 47 mm Titan-Gehäuse (Grade 4), Kissen-Design, Saphirglas |
| Abmessungen & Gewicht | 47,4 × 47,4 × 12,1 mm, ca. 60,5 Gramm (ohne Armband) | 47,4 x 47,1 x 10,7 mm, 61,5 Gramm |
| Display | 1,5 Zoll (37,3 mm) Super AMOLED, 480 × 480 Pixel, Always-On, bis zu 3.000 Nits Helligkeit | Saphirglas 1,5 Zoll (3,85 cm) 498 x 498 Super AMOLED, Full Color Always On Display, Bis zu 5.000 Nits |
| Prozessor | Exynos W1000 (3 nm, 5-Core) | Snapdragon Wear Elite (3nm, 5-Core) |
| Speicher | 2 GB RAM + 64 GB interner Speicher | 2 GB RAM + 64 GB interner Speicher |
| Akku & Laufzeit | 590 mAh Bis zu 100 Std. (Energiesparmodus) Bis zu 48 Std. (Sport-Energiesparmodus) | 800 mAh Bis zu 80 Std. (Always On Display ausgeschaltet) |
| Ladefunktion | Schnelles kabelloses Laden (WPC-Standard) | hochfrequentes Schnellladen (WPC - unterstützter drahtloser Ladestandard) |
| Konnektivität | LTE (eSIM), Bluetooth 5.3, Wi-Fi (2,4 GHz & 5 GHz), NFC | LTE (eSim), Bluetooth 6.0, WLAN 2,4 + 5 GHz, NFC |
| Ortung / GPS | Präzises Dual-Frequenz-GPS (L1 + L5), Glonass, Galileo, BeiDou | Präzises Dual-Frequenz-GPS (L1 + L5), Glonass, Galileo, BeiDou |
| Sensoren | BioActive Sensor (optischer Puls, EKG, BIA-Körperzusammensetzung), Hauttemperatursensor, Beschleunigungsmesser, Barometer, Gyroskop, Geomagnetischer Sensor, Lichtsensor | BioActive Sensor (optischer Puls, EKG, BIA-Körperzusammensetzung), Hauttemperatursensor, Beschleunigungsmesser, Barometer, Gyroskop, Geomagnetischer Sensor, Lichtsensor |
| Robustheit & Zertifizierungen | 10 ATM (Wasserdicht bis 100 m), IP68, MIL-STD-810H (Betriebs-Höhenbereich: -500 m bis 9.000 m) | 10 ATM1 + IP69K2 / DIN EN 133193 / MIL-STD-810H4 Tauchcomputer in Kooperation mit Mares |
| Betriebssystem | Wear OS powered by Samsung (mit One UI Watch) | Wear OS powered by Samsung (mit One UI Watch) |
| Besondere Features | Anpassbare Quick Button (Schnellzugriffstaste) • 86 dB laute Notfallsirene • Multi-Sport-Tracking (z. B. Triathlons) • Galaxy AI-Features (z. B. Energy Score & Schlafapnoe-Erkennung) | Anpassbare Quick Button (Schnellzugriffstaste) • 86 dB laute Notfallsirene • Multi-Sport-Tracking (z. B. Triathlons) • Galaxy AI-Features (z. B. Energy Score & Schlafapnoe-Erkennung) Trail-Run-Modus |
| UVP bei Marktstart | 330 Euro (Straßenpreis) | 750 Euro (UVP) |
All das kommt on Top zu dem ohnehin breiten Funktionsumfang der Uhr:
- Nachts überwacht die Smartwatch die wichtigsten Vitalwerte wie Herzfrequenz, HRV und Hauttemperatur und warnt aktiv bei Abweichungen.
- Aus diesen Daten, dem geschätzten Stresslevel und der Aktivität berechnet die Uhr einen täglichen Herzgesundheits-Score für die langfristige Analyse.
- Beim Training misst die Funktion »Cardio Load« die Belastung des Herzens, um Überlastungen zu verhindern und optimale Reize zu setzen.
- Ein Fitnessindex vergleicht zudem die Ausdauerwerte mit denen von Gleichaltrigen und zeigt potenzielle Schwächen auf, sodass ihr personalisierte Ziele erhaltet.
Abgerundet wird das Ganze durch Ultrabreitband-GNSS. Mit L1+L5 sorgt die Smartwatch selbst unter dichtem Blattwerk und in Häuserschluchten für eine möglichst genaue Positionsbestimmung.
Unterm Strich macht die Uhr für Sportlerinnen und Sportler also eine extrem gute Figur – nur leider nicht am Handgelenk.
Für welche Funktionen brauche ich ein Samsung-Smartphone? Die Galaxy Watch9 und die Watch Ultra2 sind mit allen Android-Geräten ab Version 13 kompatibel. Um sämtliche Funktionen nutzen zu können, benötigt ihr allerdings nach wie vor ein Samsung-Smartphone. Dazu gehören:
- EKG-Funktion
- Bluthochdrucküberwachung (Vorhofflimmern)
- Schlafapnoe-Erkennung
- Fernsteuerung der Kamera
- Synchronisation von Schlaf- und DND-Modus.
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Noch immer zu schwer
Bevor ich mich auf dem Event zum Stand mit dem Galaxy Fold8 bewegte, musste ich mir unbedingt die Galaxy Watch Ultra 2 anschauen. Was habe ich mich darauf gefreut – und verdammt, wie groß war meine Enttäuschung.
Die Uhr ist an meinem Handgelenk immer noch ein echter Brocken. Gefühlt hat sich hier kaum etwas getan.
Das ist gleich doppelt schade, weil sich Samsung bei den Armbändern deutlich ins Zeug gelegt hat. Im Vorfeld hat der Hersteller große Töne von sich gegeben, die meine Ohren spitzten: »Sie sind deutlich weicher und bequemer«, hieß es.
Dieses Versprechen haben sie definitiv eingehalten.
Bei einer großen Smartwatch ist das Armband von entscheidender Bedeutung. Beim Silikonarmband hat Samsung ganze Arbeit geleistet. Es schmiegt sich wunderbar an die Haut an, sodass sich die Uhr sehr gut trägt! (Bild: Patrick S. / GameStar Tech)
Mein absoluter Favorit ist das Silikonarmband. Selbst bei der Watch Ultra 2 sitzt es angenehm am Handgelenk. Nichts zwickt oder drückt, und die Uhr bleibt gleichzeitig fest in Position.
Ich würde sogar fast so weit gehen zu sagen, dass es mit dem nahezu perfekten Armband der Suunto Vertical 2 mithalten kann.
Wenn mein Handgelenk also etwas größer oder die Uhr einen Tick kleiner wäre, hätte Samsung mich als potenziellen Kunden an der Angel. Wobei ich die Uhr mitsamt ihren Funktionen wohl kaum ausreize könnte.
Das muss euch aber nicht stören. Nur bleibt meine Empfehlung, dass man sich vor dem Kauf die Uhr beim Händler des Vertrauens einmal um das Handgelenk schnallen sollte.
Fazit
Auf dem Papier wirkt die Smartwatch wie der absolute Killer der Garmin Fenix. Aber eben nur auf dem Papier.
Wie gut der große Akku ist, wie hell das Display bei starkem Sonnenlicht scheint und wie verlässlich die Messwerte in puncto Schlaf und Herzfrequenz sind, muss der ausführliche Test erst zeigen.
Wie immer schicke ich die Uhr zusammen mit dem Polar-H10-Brustgurt ins Rennen. Einen 50-Kilometer-Trail-Run wird mein Körper zwar nicht bewältigen können, aber diese Funktion werde ich selbstverständlich ausprobieren.
Wenn sich die beeindruckenden Zahlen und Funktionen im Alltag widerspiegeln, dann kommt die Uhr trotz ihres stolzen Preises von 750 Euro nach oben auf die Liste der Empfehlungen, zumindest für die entsprechende Zielgruppe.
Und wer weiß, vielleicht gewöhne ich mich ja doch noch an den Klotz am Handgelenk. Trotz dieses Makels war ich jedenfalls noch nie so motiviert, mich sportlich mit einer Smartwatch auszutoben.





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