Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Subwoofern. Toller Bass, ja, aber man muss auch erst mal einen Platz dafür finden.
Beim Sub der Samsung HW-Q810GF lohnt sich das. Der Basswürfel gehört zu den besten, die ich bisher in einer Soundbar-Schachtel gefunden habe. Für 450 Euro ist das eine starke Aussage, aber die Klangstange selbst ist nicht ohne Fehl und Tadel.
Transparenzhinweis: Samsung hat mir die HW-Q810GF für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Samsung hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Samsung HW-Q810GF: Design und Verarbeitung
Man könnte sagen, dass die Samsung Q810GF in allen Belangen »cool« ist.
- Das Modell ist rundherum komplett Schwarz.
- Bis auf an der Unterseite sitzen Metallgitter (die den Klang zum Glück nicht zu hart tönen lassen).
Das hat aber auch einen Nachteil: Das Design ist ebenso kühl. Das perforierte Metall ist an sich nichts Besonderes, wirkt aber auf die ganze Soundbar bezogen ziemlich unwohnlich. Hinzu kommen die vergleichsweise harten Kanten an den Seiten.
Die Q810GF gehört zur langen Sorte der Soundbars – und das ist gut so. Dadurch hat das Modell von Natur aus ein wenig mehr Platz zwischen den Kanälen. Das zahlt sich dann in einer breiten Klangbühne aus.
Die Maße von Soundbar und Subwoofer sind wir folgt (B x H x T in cm):
- Soundbar: 111 x 6 x 12
- Subwoofer: 24,9 x 25,2 x 24,9
In Sachen Anschlüsse und Lieferumfang ist die Soundbar minimalistisch. Absolut kein Beinbruch, denn das ist optimal für simples Anschließen und Losschauen.
- Zwei HDMI-Anschlüsse sind in den meisten Fällen völlig ausreichend; einer wie gehabt mit eARC. Einen digitalen Audio-In gibt es als Alternative.
- Die Fernbedienung ist wie von Samsung gewohnt klein und praktikabel. Ich mag das so.
Bevor ich auf den Klang eingehe, noch ein paar Takte zum Subwoofer. Der ist fast quadratisch, was mir lieber ist als ihre rechteckigen Kompagnons. Der Schall verteilt sich durch den breiteren Körper einfach ein bisschen besser.
Optisch ist der Tieftöner ohne Schnickschnack. Er bindet sich damit in die meisten Wohnzimmer ein. Gut.
Ein kleines, aber feines Detail sind die unterschiedlich großen Kanäle des Subs. Eine Membran besitzt einen weiteren Radius als die andere.
Das dient dazu, die tiefen Töne zu diversifizieren. Durch den Größenunterschied ändern sich die Frequenzen, wodurch der Bass voller und etwas differenzierter wirkt.
Wie herum ihr den Tieftöner stellt, ist egal. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)
Design und Verarbeitung sind nur ein Teil der Erfahrung. Wichtig ist, was die Q810GF am Ende liefert – und wenn’s ums Heimkino geht, habe ich nicht schlecht mit den Ohren geschlackert.
Samsung HW-Q810GF: So klingt sie Soundbar bei Filmen und Musik
Die Q810GF ist hauptsächlich für Kinoklang ausgelegt – und in dieser Disziplin brilliert sie. Einen nicht unerheblichen Teil steuert dabei der Subwoofer bei.
Dabei handelt es sich um einen der besten Subs, die ich bisher getestet habe, zumindest in Verbindung mit einer Soundbar.
Der Bass ist druckvoll, aber überlagert den Rest nicht. Das hängt zum einen mit der Würfelform zusammen, zum anderen mit den unterschiedlich großen Kanälen (und dem Innenleben). Wenn bei Dune die Ornithopter mit ihrem tiefen Brummen abheben, geht das durch Mark und Bein.
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Es ist nicht selbstverständlich, dass der Bass gleichzeitig so voll tönt, aber den Rest nicht überlagert. Tiefe Töne mit voller Wucht in den Raum schallen lassen, ist einfach. Sie Teil des Heimkino-Sounds zu machen, nicht.
Um den Bass mal eben schnell abzuchecken, greife ich gerne zum Trailer von Inception, wo das von Hans Zimmer berühmte »Inception-Horn« zum Einsatz kommt. Das geht im besten Fall direkt in den Magen, ohne die Stimmen zu übertönen. Das schafft der Sub der Q810GF mit Bravour.
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Auch die Soundbar selbst klingt sehr dynamisch. Durch ihre Breite bekommt sie auch eine breite Klangbühne, die Details gut herausspielt.
- Dialoge trennen sich besser von Umgebungsgeräuschen ab.
- Hochtöne liegen hörbar über den Mitten.
- Sounds auf mehreren Ebenen versumpfen nicht.
Die Transformers-Filme sind da ein bei mir beliebtes Testgebiet. Die hohen Metallgeräusche, wenn sich die Autobots den Kühler verbeulen, kombiniert mit schweren Soundeffekten, wenn so ein Koloss zu Boden geht. Gerne mit Dialog oder Musik dazwischen.
Die Ortung der Geräusche und Musik bleibt stets klar, das spricht für die breite Klangbühne. Bei Atmos holt die Q810GF noch einmal mehr raus – im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Ein volles Surroundsystem ist die 5.1.2-Soundbar dann eben doch nicht.
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Abstriche müsst ihr bei Musik hinnehmen. Samsungs Klangstange wurde klar fürs Heimkino konzipiert. Musik klingt nicht schlecht, aber hinkt der Sharp SBW55121 in der Hinsicht hinterher. Musik klingt einfach weniger diffizil und fein.
Einen weiteren Pferdefuß gibt es noch. Das hauseigene Q-Symphony funktioniert nur mit halbwegs aktuellen Samsung-Fernsehern. Mit diesen schaltet die Soundbar die TV-Lautsprecher als zusätzliche Kanäle hinzu. Der fächert den Kinoklang noch einmal mehr auf.
Testen konnte ich das nicht, da ich keinen Samsung-TV ab 2022 zu Hause habe.
So habe ich getestet
Die Samsung HW-Q810GF war mehrere Tage im Einsatz. Ich habe sowohl Filme, Serien und Musik als auch Spiele getestet.
Spezifikationen
- System: 5.1.2-Kanal-Soundbar-System mit 11 integrierten Lautsprechern und kabellosem Subwoofer
- Audioformate: Dolby Atmos, Dolby TrueHD, DTS:X, DTS Digital Surround, AAC, AIFF, ALAC, MP3, OGG, WAV, FLAC, LPCM
- Anschlüsse: 2x HDMI, optischer Digital-Audioeingang (TOSLINK), WLAN, Bluetooth
- Streaming: AirPlay 2, Chromecast built-in, Spotify Connect
- Bedienung: Fernbedienung, App-Steuerung (SmartThings), Sprachsteuerung über integrierte Alexa, Knöpfe am Gerät
- Maße (HxBxT in cm): Soundbar: 111 x 6 x 12; Subwoofer: 24,9 x 25,2 x 24,9
- Gewicht: Soundbar: 5,1 kg; Subwoofer: 7,2 kg
Preis und Verfügbarkeit
Die Samsung HW-Q810GF ist im Handel für knapp 450 Euro (Straßenpreis) erhältlich.
Die Samsung HW-Q810GF ist für euch, wenn …
- ihr eine simple Soundbar-Subwoofer-Kombo zum Einstöpseln und Loslegen sucht.
- euch ein differenzierter Bass sehr wichtig ist.
- ihr euch an einem kühlen Äußeren nicht stoßt.
- ihr vor allem Filme und Serien schaut, und weniger Musik hört.
Mögliche Alternativen zur Samsung HW-Q810GF:
- Klipsch Flexus Core 100: Die Soundbar hat keinen dedizierten Subwoofer, aber ist selbst mit einem großen Klangkörper gesegnet, der ordentlich Bass liefert. Der ist zwar nicht so feinfühlig, dafür kostet die Klangstange rund 100 Euro weniger.
- Sharp Q HT-SBW55121: Meine Referenz-Soundbar spielt in derselben Nachbarschaft, bietet allerdings einen schmaleren Tieftöner. Praktisch, wenn ihr weniger Platz habt, aber nicht ganz potent wie die der Q810GF. Preislich spielen die beiden Soundbars in derselben Liga.
Die Samsung HW-Q810GF ist eine klassische »damit macht ihr nichts verkehrt«-Empfehlung. Um den Heimkinoklang ohne viele Kopfschmerzen aufzubrezeln, ist sie absolut zu empfehlen. Vor allem der Subwoofer bei einem Preis von unter 500 Euro ist eine echte Wucht. Das war uns den Preis-Leistungs-Award wert.
Ihr müsst euch halt mit der Optik anfreunden. Die ist cool – und für meinen Geschmack zu sehr. Aber bei einer Soundbar geht es ja vor allem um das Hören und nicht um das Sehen.

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