Groß und günstig sind eigentlich zwei Attribute, die sich in der Regel ausschließen – nicht so bei TVs. Man bekommt Riesen-Fernseher für ein vergleichsweise schmales Budget, aber die haben meist eine mies arbeitende Hintergrundbeleuchtung.
Bei Amazon ist zum Prime Day jetzt ein Angebot aufgetaucht, bei dem ich mit den Ohren geschlackert habe: ein Samsung-TV aus dem 2024er Line-up in 85 Zoll für 900 Euro. Lohnt sich das? Oder fällt die Glotze in dieselbe Fallgrube?
Samsung Q70D: Was steckt drin?
Bei einem 85-Zöller von einem der größten Hersteller für unter 1.000 Euro stelle ich die Löffel auf. Schauen wir doch zuerst auf die technischen Daten.
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- Panel: QLED-LCD (VA-Panel)
- Auflösung: 3.840 x 2.160 Pixel (4K UHD)
- Bildwiederholrate: 120 Hz nativ
- Prozessor: Quantum Processor 4K
- Hintergrundbeleuchtung: Dual LED (Edge-Lit)
- Local Dimming: Nein
- HDR-Formate: HDR10+, HDR10+ Gaming, HLG
- Gaming-Features: VRR, ALLM, FreeSync Premium, Game Bar
- Betriebssystem: Tizen OS
- Sprachsteuerung: Bixby, Alexa-kompatibel
- Lautsprecher: 2.0-Kanal-System
- HDMI-Anschlüsse: 4x HDMI
- Netzwerk: WLAN (Wi-Fi 5), LAN
- Tuner: DVB-T2 HD, DVB-C, DVB-S2
Das ist gut am Samsung Q70D
In erster Linie ist der TV voll ausgestattet für Gaming: UHD-Auflösung, 120 Hz-Panel, VRR, ALLM und FreeSync Premium. Das macht das Modell attraktiv für Spielerinnen und Spieler, ganz besonders in der 85-Zoll-Variante.
- VRR (Variable Refresh Rate): Synchronisiert die Bildrate des TVs dynamisch mit der GPU. Reduziert dadurch Tearing und Stottern, vor allem beim Spielen wichtig.
- ALLM (Auto Low Latency Mode): Erkennt automatisch, wenn ein Spiel läuft, und schaltet den TV in den Game-Modus, wodurch weniger Input-Lag entsteht.
QLED-Fernseher sind ein No-Brainer, gerade, wenn es sich um ein Samsung-Modell handelt. Die verbauen die Quantum Dots seit vielen Jahren und waren quasi deren Vorreiter.
Durch Größe und Oberflächenbeschaffenheit besagter Nanopartikel verändern sich deren Absorptions- und Emissionseigenschaften – sie verstärken die Farben unterschiedlicher Spektren. Kurz gesagt: Die Farben knallen mehr.
Ich habe dazu bereits einen ganzen Artikel geschrieben.
Nicht zu unterschätzen sind auch die vier HDMI-2.1-Slots. Das ist das Maximum an HDMI-Eingängen und darunter würde ich persönlich auch nicht gehen. Fast alle Geräte – Blu-ray-Player, Konsolen, Soundbars – laufen am TV über HDMI, man kann davon nicht genug haben. Dass alle vier hier den 2.1-Standard besitzen, ist ein dickes Plus.
Obendrein kommt der Q70D mit der schlanken Fernbedienung von Samsung. Ich empfehle die kleineren Drücker mit weniger Knöpfen seit Jahren.
Das ist nicht so gut am Samsung Q70D
Kein Local Dimming ist für Filmfans ein No-Go und das dürfte auch der größte Nachteil des Modells sein. Der TV ist Edge-Lit, das bedeutet, dass die Hintergrundbeleuchtung vor allem in den Rändern sitzt.
Das hat den Nachteil, dass die Spitzenhelligkeit geringer ist, wodurch Farben und Kontraste blasser sind als bei Geräte mit Local Dimming. Schaut man in die Tests der Kolleginnen und Kollegen von HiFi oder Computerbild, dann wird auch genau das moniert. Darunter leidet auch HDR, das von einer hohen Spitzenhelligkeit profitiert.
Mini-LED ist die bessere Technik, was den Q70D abwertet. Klar, das Argument, dass es immer eine bessere Version gibt, ist ein zweischneidiges Schwert. Am Ende ist das Modell nämlich trotzdem ein starker Mittelklasse-TV.
Wenn ihr den passenden TV für euch sucht, schaut gerne in unsere Kaufberatung.
Für wen ist der Samsung Q70D zu empfehlen?
Ich empfehle den Fernseher vor allem, wenn zwei der folgenden Eigenschaften auf euch zutreffen:
- Ihr wollt einen großen TV, aber nicht zum Billigsten greifen.
- Ihr wollt einen großen TV, an den ihr hauptsächlich PS5 und Co. anschließt.
Die Kombination aus Gaming-Features und Größe machen den Q70D zu diesem Preis vor allem für Spieler interessant. Wollt ihr eine passende Alternative mit Mini-LED, empfehle ich den Hisense U7Q (via Amazon). Den bekommt ihr aktuell für 700 Euro – allerdings als 65-Zöller,
Filmfans sollten das Schiff vorbeisegeln lassen. Edge-Lit ist 2026 nicht mehr zeitgemäß und ohne Local Dimming versumpfen gerade dunkle Szenen in einem trüben Grau. Euch empfehle ich im selben Preisspektrum den Bravia 3 (ebenfalls auf Amazon). In der 85-Zoll-Variante zahlt ihr hier nur 200 Euro mehr, aber bekommt immerhin Direct LED, also eine Hintergrundbeleuchtung über das gesamte Display.
Wer gar keine Kompromisse eingehen will, greift zu einem OLED, doch die sind im Vergleich natürlich teurer – vor allem in riesigen Größen.



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