Samsung in der Kritik: Neue SSD soll »preislich attraktiv« sein, doch genau dieser Punkt wird angeprangert

Mitten in der anhaltenden Speicherkrise bringt Samsung mit der SSD 990 ein neues Einstiegsmodell auf den Markt, das als preisbewusste Effizienz-SSD beworben wird. Fachmedien widersprechen dieser Einschätzung deutlich.

Samsung bewirbt die SSD 990 als preislich attraktiv – Tests von PCGH und ComputerBase zeichnen aber ein anderes Bild. (© Samsung) Samsung bewirbt die SSD 990 als preislich attraktiv – Tests von PCGH und ComputerBase zeichnen aber ein anderes Bild. (© Samsung)

Am 14. Juli hat Samsung die M.2-SSD 990 vorgestellt, die wahlweise mit 1 oder 2 Terabyte Kapazität auf den Markt geworfen wird. Laut Hersteller erreicht sie sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 7.250 MB/s, dazu soll neue NAND-Technologie die Energieeffizienz gegenüber der Samsung 990 Pro um bis zu 38 Prozent steigern.

In der zugehörigen Pressemitteilung bewirbt Samsung das Modell als »preislich attraktive Allround-SSD« mit »starkem Preis-Leistungs-Fokus«, die unverbindlichen Preisempfehlungen liegen bei rund 263 Euro (1 TByte) und 515 Euro (2 TByte).

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Was im Datenblatt fehlt: QLC statt TLC

Eine Zutat verschweigt Samsung im offiziellen Datenblatt komplett: ComputerBase musste beim Hersteller eigens nachfragen, um zu erfahren, dass die SSD 990 auf QLC-NAND der neuesten Generation setzt – speicherdichter, aber grundsätzlich langsamer beim Dauerschreiben als der TLC-Speicher der Schwestermodelle 990 Evo und Evo Plus. Zusätzlich sinkt die Garantie bei der SSD 990 auf drei statt der bei NVMe-SSDs üblichen fünf Jahre.

Enttäuschende Praxiswerte

Im ausführlichen ComputerBase-Test zeigt sich dann auch, dass die QLC-Bauweise in der Praxis Spuren hinterlässt. Beim realitätsnahen Lesetest (Kopieren eines 32-GB-Spieleordners) erreicht die SSD 990 nur rund 2.700 MB/s – nach Angaben der Redaktion ein neuer Negativrekord unter allen bisher getesteten PCIe-4.0-SSDs.

  • Auch der SLC-Cache, der kurzzeitig hohe Schreibraten von rund 5.000 MB/s ermöglicht, ist schnell erschöpft. Danach fällt die Schreibgeschwindigkeit auf 220 bis 320 MB/s – ein Niveau, das selbst günstigere QLC-Konkurrenten klar unterbieten können.
  • Positiv fallen dagegen immerhin die niedrige Leistungsaufnahme (maximal 5 Watt) sowie gute Ergebnisse in den eher praxisfernen Benchmarks 3DMark Storage und PCMark 10 auf. In der Gesamtwertung reicht es laut ComputerBase damit aber nur fürs untere Mittelfeld.

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PCGH: Auch der Preis passt nicht

Parallel dazu kritisiert PC Games Hardware in einem Kommentar den Preis. Für eine DRAM-lose PCIe-4.0-SSD mit nur drei Jahren Garantie sei selbst in der aktuellen Speicherkrise bestenfalls die Hälfte des aufgerufenen Preises nachvollziehbar. Als Vergleich zieht PCGH die Crucial T710 heran, die für einen ähnlichen Gesamtpreis wie die 2-TB-Version der SSD 990 die doppelte Kapazität, PCIe-5.0-Anbindung und bis zu 14.500 MB/s bietet.

Einschränkend zeigt ein schneller Blick in Preisvergleichsportale zwar, dass die tatsächlichen Straßenpreise bereits 10 bis 20 Prozent unter der UVP liegen. Am grundsätzlichen Befund beider Redaktionen ändert das wenig: Zwischen Marketingversprechen und dem, was die SSD 990 technisch wie preislich tatsächlich liefert, klafft eine deutliche Lücke.


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