Kurioser Windows-Code - Funktion gegen Gamma-Strahlen entdeckt

Ein Microsoft-Programmierer hat verraten, dass es im Windows-Kernel Code gab, der einen Prozessor gegen Gamma-Strahlen schützen sollte.

von Georg Wieselsberger,
27.11.2018 07:35 Uhr

Windows enthält inaktiven Code gegen Gamma-Strahlen.Windows enthält inaktiven Code gegen Gamma-Strahlen.

Der Microsoft-Mitarbeiter Raymond Chen schreibt bei MSDN für ein Blog namens »The Old New Thing« und gibt Einblicke in die Programmierung und hilfreiche Tipps. Bei Slashdot ist einem Nutzer aber aufgefallen, dass Chen vor ein paar Tagen auch ein sehr ungewöhnliches Stück Windows-Geschichte in einem Beitrag präsentiert hat.

Der Code des Windows-Kernel ist nicht öffentlich, doch Chen zitiert einen sehr kleinen Teil, der vor allen aus dem Kommentar eines Programmierers besteht. Die Funktion des Code-Schnipsels mit dem Befehl INVD liegt darin, den Cache des Prozessors ungültig zu machen. Das ist vielleicht nicht ungewöhnlich, die Begründung allerdings schon.

Mache den Prozessor-Cache ungültig, damit verirrte Gamma-Strahlen (ich meine das ernst), die eventuell Bits im Cache während S1 verändert haben, ignoriert werden.

Ehrlich. Der Hersteller des Prozessors hat darum gebeten. Ich meine das ernst.

Selbst Chen ist sich bei diesem Fund nicht sicher, welche Gedanken hinter diesem Code stecken, denn wenn der Prozessor-Cache durch Gamma-Strahlen verändert werden kann, dann dürfte das vielleicht auch für den Arbeitsspeicher zutreffen - es sei denn, dieser ist vielleicht nicht so empfindlich gegen Strahlen. Der Kommentar zu dieser Funktion zeigt aber, dass auch der damalige Programmierer die ganze Sache für sehr seltsam hielt.

Außerdem war die Funktion im Windows-Kernel nicht lange aktiv, denn nur drei Wochen später wurde auch der Befehl INVD in einen Kommentar umgewandelt und damit inaktiv gemacht. Die gesamten Kommentare sind aber laut Chen noch immer im Windows-Kernel enthalten. Nur für den Fall, dass man sich vielleicht doch noch um Gamma-Strahlen, die den Prozessor-Cache verändert, kümmern müsse, so Chen.

Allerdings hat Chen von einem Kollegen auch erfahren, dass solche seltsamen Anfragen gerade bei frühen CPU-Versionen nicht ungewöhnlich waren und dass sie meistens bei späteren Versionen oder nach einer Änderung des CPU-Microcodes entfernt wurden.

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