Ich habe sieben KI-Foto-Apps getestet, damit ihr es nicht müsst - von einer müsst ihr unbedingt Abstand nehmen

Objekte entfernen, Haarfarbe ändern oder sich in eine Anime-Figur verwandeln: Ich habe sieben KI-Foto-Apps für euch getestet - welche lohnt sich wirklich?

Rechts wurde Facetune und links AI Morph verwendet. In der Mitte ist das Original - also meine Wenigkeit. Rechts wurde Facetune und links AI Morph verwendet. In der Mitte ist das Original - also meine Wenigkeit.

KI-Features sind gerade der heißeste Trend bei Handyherstellern. Sowohl Samsung als auch Google haben bei der Präsentierung ihrer neuen Handys deutlich mehr Wörter über die nützlichen Software-Funktionen übrig gehabt, als für die verbaute Hardware. 

Weil die Kameras eines der Hauptmerkmale von heutigen Smartphones sind, widmen sich viele von diesen KI-Funktionen der Bildbearbeitung. Dabei müsst ihr nicht unbedingt ein Samsung Galaxy oder Pixel besitzen, um in den Genuss der KI-Bildbearbeitung zu kommen. 

Ich habe für euch sieben Foto-KI-Apps getestet, damit ihr es nicht müsst und bin größtenteils positiv gestimmt - aber es gab auch eine Ausnahme. 

Anmerkung: Die Apps sind in keiner wertenden Reihenfolge angeordnet. Die Preise können je nach Plattform variieren. Hier habe ich die Preise aus dem Google Play Store gelistet. 

AI Photo Editor: AI Morph 

  • Für Android und iOS
  • Abo: 32 Euro jährlich oder 5,50 monatlich
  • Abo ist kostenlos testbar für 3 Tage
  • Kostenlose Filter ohne Abo sind auch verfügbar, aber mit Werbeeinblendungen

Mit AI Morph kann man, wie der Name vermuten lässt, bestehende Fotos mit KI umwandeln. Es gibt abseits davon keine Bildbearbeitungs- und Retusche-Werkzeuge. 

Die Auswahl der KI-Stile ist dafür besonders umfangreich und vielseitig. Ihr könnt Portraits, Selfies, Gruppenfotos und sogar Tierbilder in andere Stile umwandeln lassen. Der Prozess geht recht schnell und die Ergebnisse sind meistens ziemlich gut. Wie auch bei anderen KI-Apps, kann sie aber auch mal daneben liegen und zum Beispiel Finger seltsam darstellen. 

Die Benutzeroberfläche von AI Morph ist sehr einfach zu bedienen. Die Stile sind in verschiedenen Kategorien einsortiert. Die Benutzeroberfläche von AI Morph ist sehr einfach zu bedienen. Die Stile sind in verschiedenen Kategorien einsortiert.

Es gibt realistische Filter, aber auch viele Cartoon- und Anime-Filter, die sogar den Artstyle von bekannten Serien und Filmen imitieren. Mir persönlich hat das Experimentieren mit der App ziemlich Spaß gemacht. Jedes neue »Morph-Foto« ist eine neue Überraschung und die Ergebnisse fand ich meistens zufriedenstellend.

Auch der Preis von 32 Euro im Jahr ist nicht zu hoch und meiner Meinung nach angemessen - wobei ich es dennoch nicht gut finde, dass immer mehr Apps auf ein Abo-System setzen. Die Gratisversion bietet trotzdem eine gute Auswahl an Filtern, allerdings mit tonnenweise Werbeeinblendungen. 

Das Salz in der Suppe: Man kann mit AI Morph auch KI-Avatare von sich selbst erstellen, wie es zum Beispiel auch bei Remini, einer anderen App, möglich ist. Dabei ladet ihr 8 bis 15 Fotos von euch selbst hoch, mit denen die KI trainiert wird, um Avatare zu generieren. 

Mehr zu Remini: Nie wieder Geld zahlen für Bewerbungsfotos? Eine KI-App geht mit beeindruckenden Ergebnissen viral

Der Nachteil: Die App verrät euch erst, was es kostet, NACHDEM ihr die Bilder hochgeladen habt. Ein absolutes No-Go meiner Meinung nach. Die Preise sind:

  • 50 Avatare: 4 Euro für Pro-Mitglieder, 5 Euro für Gratis-Nutzer
  • 100 Avatare: 6 Euro für Pro-Mitglieder, 8 Euro für Gratis-Nutzer
  • 200 Avatare: 8 Euro für Pro-Mitglieder, 10 Euro für Gratis-Nutzer

Beispielbilder:

Facetune AI Photo / Video Editor

  • Für Android und iOS
  • Abo: 44 Euro jährlich oder 7,50 Euro monatlich
  • Einmaliger Kauf: 220 Euro
  • Gratisversion ist verfügbar und bietet weniger Tools 

»Facetune«, der Name ist Programm - oder App in diesem Fall. Facetune eignet sich besonders gut für das Retuschieren und Bearbeiten von Portraits und Selfies. 

Man kann Fotos auf Knopfdruck automatisch verbessern lassen, Gesichtsmerkmale verändern, Make Up auftragen, Objekte verschwinden lassen, Zähne aufhellen, Hintergründe austauschen und mehr. Die Benutzeroberfläche ist sehr schön aufgeräumt, übersichtlich und leicht zu bedienen. 

Beim Bild ganz links habe ich das Gesicht-Tuning wohl etwas auf die Spitze getrieben. Beim Bild ganz links habe ich das Gesicht-Tuning wohl etwas auf die Spitze getrieben.

Ich persönlich fand die »Headshots«-Funktion besonders cool. Ihr könnt damit Portraits umwandeln und die Kleider wechseln. So kann aus einem gewöhnlichen Selfie, zum Beispiel ein Bewerbungsfoto gebastelt werden. 

Mit KI-Selfies lassen sich eigene Bilder so modifizieren, als wären sie an einem völlig anderen Ort aufgenommen worden. Dabei gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Stilen und Themen.

Die Qualität der Ergebnisse ist dabei öfter beeindruckend, als das sie es nicht ist. Ihr müsst nur aufpassen, welches Preset man auswählt: wähle ich eines mit einer abgebildeten Frau, erhalte ich eine Frauenversion von mir. 

Die App hat außerdem einen Video-Editor integriert, der allerdings deutlich rudimentärer ist. Abseits von den gewöhnlichen Bearbeitungsmöglichkeiten wie Sättigung, Helligkeit, Kontrast und Farbe anzupassen gibt es noch die Funktionen für Hautglättung, Umformen, Makeup und Filter. 

Was etwas nervig war: Wenn ich auf meinem Android-Handy die Zurück-Geste verwende wird die App geschlossen, anstatt zum vorherigen Menü zu wechseln. Zum Navigieren muss die In-App-UI verwendet werden, was etwas ungewohnt für mich war. weiß

Auch mit Facetune lassen sich kostenpflichtige KI-Avatare erstellen. Und wieder musste ich zuerst die Bilder hochladen, bevor mir die Preise angezeigt wurden: 

  • 50 Avatare: 2,20 Euro für VIP und 4,50 Euro für Gratis-Nutzer
  • 100 Avatare: 3,30 Euro für VIP und 6,50 Euro für Gratis-Nutzer
  • 200 Avatare: 4,50 Euro für VIP und 9,00 Euro für Gratis-Nutzer

Beispielbilder: 

AI Mirror 

  • Für Android und iOS
  • Abo: 44 Euro jährlich oder 5,50 Euro monatlich
  • Gratis-Verwendung ist möglich, aber nur ein KI-Stil pro Kategorie und mit viel Werbung
  • Abo ist drei Tage lang kostenlos testbar

AI Mirror bietet einen sehr ähnlichen Funktionsumfang wie AI Morph. Es gibt über hundert Stile aus denen gewählt werden kann und die App wandelt eure bestehenden Fotos in diese um. Auch hier gibt es wieder Stile von bekannten Serien und Filmen.

Die Ergebnisse sind etwa auf dem Level von AI Morph. Die meisten davon sind ziemlich gut und bei manchen gibt es Wiederholungsbedarf. 

Die Vorschaubilder verstecken nicht, welche Stile imitiert werden sollen. Die Vorschaubilder verstecken nicht, welche Stile imitiert werden sollen.

Was ich ziemlich cool fand: Man kann auch bestehende Videos mit KI »morphen« und die Ergebnisse sind nicht schlecht, solange ihr nur Videos mit Gesichtern verwendet. Bei allen anderen Dingen kommt die KI durcheinander und generiert seltsame Artefakte und Elemente. 

Leider sind nur drei Videos kostenlos. Danach werden 2 Euro pro Video fällig - auch mit bestehendem Abo.

Im Gegensatz zu AI Morph besitzt AI Mirror vier KI-Bearbeitungstools: Das vorher erwähnte KI-Video, ein Foto-Upscaler, KI-Radierer und ein Magic Brush. Mit letzteren können Bildelemente »angemalt« und dann per Textbefehl verändert werden. Zum Beispiel markiert ihr die eigene Jacke und wandelt sie dann per Befehl in ein anderes Kleidungsstück um.

Besonders nervig: Die App hat eine Hintergrundmusik, die wie Fahrstuhlmusik klingt und die nicht deaktivierbar ist. Da hilft nur die Medienlautstärke des Handys stummzuschalten.

Beispielbilder: 

Picsart AI Photo Editor

  • Für Android und iOS
  • Abo: 40 Euro jährlich oder 6,34 Euro monatlich
  • Gratis-Version ist verfügbar und bietet einige Templates, Bilder und Videos 

Bei Picsart handelt es sich nicht nur um eine KI-Foto-App mit Bearbeitungs- und Generierungsfunktionen, sondern auch um eine Social-Media-Plattform. 

Es gibt eine Discover-Seite mit Kreationen von anderen Nutzern, die ihr als Vorlage für eigene Bilder verwenden kann. Dazu kommen sogenannte »Spaces«. Das sind kleine Communities, in denen Bilder zu bestimmten Themen gepostet werden.

Jedes Bild kann kommentiert, geliked und gespeichert werden. Die Benutzeroberfläche erinnert an Instagram. 

Picsart ist Social-Media-Plattform, Fotobearbeitung und Bildgenerator in einem. Picsart ist Social-Media-Plattform, Fotobearbeitung und Bildgenerator in einem.

Im Gegensatz zu den anderen Apps, die ich getestet habe, gibt es bei Picsart einen gewöhnlichen Bildgenerator, der aus euren Textbefehlen Bilder generiert. Auch Templates für Visitenkarten, YouTube-Vorschaubilder und mehr sind an Bord. 

Es können sogar animierte KI-Gifs erstellt werden. Für brauchbare Ergebnisse muss man jedoch Glück haben. Zum Beispiel wollte ich ein Gif von einem süßen Igel generieren, der über eine Wiese läuft. Ich habe stattdessen ein Gif bekommen, das aus Bildern von stillstehenden Igeln bestand. 

Zusätzlich dazu gibt es eine umfangreiche Bildbearbeitungs-Suite, mit der Objekte entfernt, Hintergründe getauscht, Portraits retuschiert und mehr gemacht werden kann. Auch ein Magic Brush ist dabei, mit dem ihr Bildelemente markiert, um sie dann per Textbefehl zu verändern oder zu ersetzen. 

Als kleinen Bonus gibt es regelmäßige Herausforderungen und Wettbewerbe, bei denen die Community mitmachen kann. Die Bilder der Gewinner werden prominent präsentiert. 

Sehr erfreulich: Es gibt einen »Kündigen«-Button in der App und auch beim Abschließen des Abos wird man darauf hingewiesen, dass jederzeit gekündigt werden kann.

Beispielbilder: 

Drawify 

  • Für Android und iOS
  • Abo: 19 Euro jährlich und 4,80 Euro monatlich
  • Gratis-Version mit weniger Filter ist verfügbar
  • Einmaliger Kaufpreis: 48 Euro

Drawify unterscheidet sich etwas von den bisher vorgestellten Apps. Hiermit könnt ihr eigene Bilder umwandeln und sie so aussehen lassen, als wären sie gemalt oder gezeichnet worden - und nicht viel mehr. Dafür ist der Preis auch günstiger. 

Drawify ist sowohl in der Funktionsweise als auch in der Bedienung sehr einfach. Drawify ist sowohl in der Funktionsweise als auch in der Bedienung sehr einfach.

Es gibt sogar für jede der sieben Kategorien 3 Gratis-Filter, wenn ihr kein Abo abschließen möchte. Allerdings muss man sich mit sehr nervigen Vollbild-Werbeeinblendungen abfinden und die gespeicherten Bilder haben keine hohe Auflösung. 

Die Kreationen können vereinfacht bearbeitet werden. Es ist möglich, den Effekt in der Stärke anzupassen, die Helligkeit, den Kontrast, die Sättigung und die Farbtemperatur anzupassen. 

Die Ergebnisse sind zufriedenstellend: Die App macht was sie verspricht. Mir persönlich würde die Gratisversion reichen. Ich halte einen Preis von 48 Euro für eine solche App für zu teuer. 

Beispielbilder:

Retouch - Objekte entfernen AI

  • Nur auf Android
  • Abo: 27 Euro pro Monat und 10 Euro pro Woche (!)
  • Drei Tage kostenlos testbar 

Ich mache es kurz: Haltet euch von dieser App fern. Sie ist nicht nur extrem teuer, sie bietet auch einen lächerlich kleinen Funktionsumfang dafür. 

Was witzig war: Die App fordert euch auf ein Abo abzuschließen, wenn ihr sie öffnet. Die Meldung lässt sich mit dem X in der Ecke oben links schließen. Anschließend »gewinnt« ihr eine VIP-Testmitgliedschaft, mit der man statt drei sieben Tage zum Testen hat. Allerdings kostet das Abo danach 30 statt 27 Euro im Monat. 

Wenn ihr das wieder ablehnt, kommt eine neue Meldung mit dem Titel »The best offer«. Jetzt könnt ihr eine Testwoche für 3,67 Euro kaufen und danach kostet das Abo nur 19 Euro im Monat. Ja, ich weiß: sehr seriös das Ganze (sarkastisch gemeint natürlich). 

Ich musste echt lachen, als mir die App anfing mit mir zu verhandeln. Ich musste echt lachen, als mir die App anfing mit mir zu verhandeln.

Nutzt ihr die App kostenlos, könnt ihr bis zu 6 Bilder pro Woche bearbeiten. Die verfügbaren Werkzeuge findet man auch in vielen Gratis-Apps. Das einzige Tool, das ich ganz nützlich fand, war die automatische Einfärbung von Schwarz-Weiß-Fotos. Das hat sogar ganz gut funktioniert. 

Auch hier gibt es übrigens sehr nervige Vollbild-Werbung und oftmals mehrere hintereinander. 

Beispielbilder:

Google One mit Google Fotos

  • Für Android und iOS
  • 2 Euro im Monat 
  • Google Fotos ist kostenlos, mit Google One kommen Extra-Funktionen hinzu
  • 100 GByte Drive-Speicher inklusive

Die letzte App auf dieser Liste habt ihr sogar schon installiert, wenn ihr ein Android-Handy (mit Google Play Services) besitzt: Google Fotos. 

Wer hin und wieder Fotos retuschiert und keine KI-Transformationen machen will, ist mit Google Fotos schon sehr gut bedient. Wer hin und wieder Fotos retuschiert und keine KI-Transformationen machen will, ist mit Google Fotos schon sehr gut bedient.

Schon in der kostenlosen Variante bietet euch die App grundlegende Werkzeuge, um eure Bilder zu bearbeiten und sie mit Filtern zu belegen. Schließt ihr ein Google One-Abo ab, kommen ein paar weitere hinzu.

Wenn ihr ein Bild in eurer Galerie-App betrachtet, könnt ihr auf das Drei-Punkte-Menü tippen und »Bearbeiten in« auswählen. Anschließend wählt ihr Google Fotos aus. Beim Öffnen des Bildes erkennt die App automatisch, was verbessert oder verändert werden kann und macht Vorschläge für mögliche Tools, die ihr anwenden könnt.

Dazu gehören zum Beispiel, Magischer Radier, Stimmung und Himmel verändern oder eine Ein-Klick-Optimierung. Auf generative KI-Features muss verzichtet werden. Wer allerdings nur seine Bilder retuschieren möchte und hier und da mal einen Filtern anwenden möchte, dem könnte das ausreichen. 

Beispielbilder:

Meine Empfehlung

Weil jede App ihre Stärken und Schwächen hat, habe ich mich dazu entschieden, sie nicht in einem Ranking aufzulisten. Stattdessen zeige ich euch auf, für welche Anwendungsszenarien ich sie empfehle:

Bearbeiten von Portraits, Selfies und anderen Personenfotos: Facetune und Picsart bieten hier die besten Möglichkeiten. Facetune hat insgesamt mehr verfügbare Werkzeuge, während ihr bei Picsart zusätzlich Teil von einer Community werdet. 

Apps zum Spaß haben und experimentieren: Sowohl AI Morph als auch AI Mirror machen sehr viel Spaß. Wenn ihr euch fragt, wie ihr wohl als Anime-Figur oder Superheld aussehen würdet, sind das empfehlenswerte Apps. Ich persönlich würde eher zu AI Morph greifen, weil es günstiger ist und fast denselben Funktionsumfang bietet. 

Auch Drawify fällt in diese Kategorie, aber dafür würde ich persönlich kein Geld bezahlen. 

Für Gelegenheits-Retuschierer: Wer mit dem ganzen KI-Kram nichts anfangen kann und nur hin und wieder ein paar Bilder mobil retuschieren möchte, kann ohne Bedenken zu Google Fotos greifen. Schon die Gratis-Version bietet die wichtigsten Werkzeuge. Mit Google One kommen noch ein paar dazu und 100 GB Google Drive-Speicher gibt es on-top. 

Retouch empfehle ich nicht. Es ist viel zu teuer für das, was geboten wird und wirkt nicht seriös. 

Das war’s! Ich hoffe mein kleiner Test war hilfreich für euch! Habt ihr selbst Erfahrung mit einem der Apps, die hier genannt wurden? Seid ihr zufrieden damit oder gibt es Nachteile, die mir entgangen sind? Oder kennt ihr weitere Apps, die ihr weiterempfehlen könnt und die ich hier nicht ausprobiert habe? Schreibt es uns gerne in die Kommentare und teilt sie mit uns!

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