Smartphone-Ladekabel - EU plant neuen Vorstoß wegen unbefriedigender Fortschritte

Weil die Hersteller sich bislang nicht in zufriedenstellendem Maß bei der Einführung eines einheitlichen Ladekabel-Anschlusses gezeigt haben, will die EU-Kommission jetzt erneut nachhelfen.

von Sara Petzold,
08.08.2018 12:45 Uhr

Die EU-Kommission bemüht sich weiterhin um einen einheitlichen Ladekabel-Standard.Die EU-Kommission bemüht sich weiterhin um einen einheitlichen Ladekabel-Standard.

Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ist nicht erfreut: Auch nach zehn Jahren entsprechender Bemühungen seitens der EU-Kommission gibt es seitens der Elektronikhersteller noch immer keinen einheitlichen Standardanschluss für Smartphone-Ladegeräte, der bei allen Geräten verbaut wird. Denn die Hersteller haben die entsprechenden Bemühungen zur Vermeidung von mehr als 51.000 Tonnen Elektroschrott jährlich mit einem Schlupfloch umgangen.

Eigentlich hatten sich 14 Firmen, darunter auch Apple und Samsung, bereits 2009 dem Druck der EU gebeugt und ein freiwilliges Memorandum unterschrieben, in dem sie sich zur Vereinheitlichung der Ladegeräte bis 2011 verpflichteten. Allerdings fruchteten die entsprechenden Bemühungen kaum: Zwar verbauten einige Hersteller USB-C oder USB-Micro-Anschlüsse, Apple setzte allerdings weiterhin auf den Lightning-Port-Sonderweg.

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Auch die erst kürzlich vereinbarte Verpflichtung zum USB-C-Standard enthält eine Lücke: Denn wie Golem berichtet, müssen konforme Ladekabel nur auf Smartphone-Seite mit dem USB-C-Anschluss ausgestattet sein - am Ladegerät dürfen nach wie vor proprietäre Stecker verwendet werden. Auf Nachfrage äußerte die EU-Kommissarin Vestager deshalb deutlich ihren Unmut über die gegenwärtige Situation.

»In Anbetracht des unbefriedigenden Fortschritts mit diesem freiwilligen Ansatz wird die EU-Kommission in Kürze eine Impact-Assessment-Studie durchführen, um die Kosten und Vorzüge verschiedener anderer Optionen zu evaluieren«, erklärte Vestager gegenüber Reuters.

Wann oder ob auf diese Studie Taten folgen werden, bleibt allerdings unklar - bis zu einer eventuellen Einführung dürften in jedem Fall (noch mehr) Jahre vergehen.

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