Kennt ihr das? Ihr seid gerade unterwegs und plötzlich vibriert euer Handy oder eure Smartwatch. Ihr holt es aus der Tasche oder schaut auf euer Handgelenk, nur um festzustellen, dass es nichts Neues gibt.
Ich kenne es jedenfalls sehr gut und es ist nur einer der Gründe dafür, warum ich bei jeder Smartwatch die Vibrations-Benachrichtigungen deaktiviere - und das, obwohl es eine Kernfunktion der smarten Uhren ist.
Der andere Grund ist ein bestimmtes »Syndrom«, das ich dadurch entwickelt habe. Lasst es mich erklären!
Vibrations-Benachrichtigungen: Ein Segen und Fluch zugleich
»Benachrichtigungen lesen, ohne mein Handy aus der Tasche holen zu müssen? Wie praktisch ist das denn?! Ich werde alle Benachrichtigungen aktivieren und werde nie wieder etwas verpassen!«
Linh circa 2018, naiv und jung.Ja, das habe ich wirklich getan, als ich meinen ersten Fitness-Tracker damals gekauft habe. Für mich war es DAS Argument für die smarten Armbanduhren schlechthin.
Oh, was habe ich mich geirrt. Das Band hat ohne Übertreibung mehrere hundert Male am Tag vibriert. Erst da habe ich gemerkt, wie viele meiner Freunde so tippen:
3 Wörter, Enter, 2 Wörter, Enter, Emoji, Enter, und so weiter. Vielleicht kennt ihr das auch.
Ich nehme es niemandem übel, wenn er so tippt. Ich bin selbst schuld, wenn mir die Benachrichtigungen auf die Nerven gehen – schließlich kann ich sie individualisieren oder auch deaktivieren.
Zusätzlich wurde mir klar, dass viele Benachrichtigungen von meinem Handy total belanglos und nutzlos sind. Nein, Amazon, ich interessiere mich nicht für Poly- und Plastiktüten.
Außerdem wurde mir klar, dass es gar nicht notwendig ist, jede Benachrichtigung und Nachricht sofort sehen zu müssen. Die wenigsten davon sind dringend und können auch beim nächsten Blick auf das Handy gesichtet werden – die ich auch dort reduzieren sollte, aber das ist eine andere Geschichte.
Relevanter hingegen ist die Entwicklung eines bestimmten Problems: dem »Phantom Vibration Syndrome«, oder kurz PVS.
Was ist das Phantom Vibration Syndrome?
Wie der Name verrät, handelt es sich hierbei um ein Phänomen, bei dem Handynutzer – und inzwischen auch Smartwatch-Besitzer – Vibrationen wahrnehmen, die gar nicht vorhanden sind.
Genau das habe ich durch die anfänglich exzessive Nutzung von Vibrationsalarmen am Handgelenk entwickelt. Mehrmals am Tag habe ich das Vibrieren der Smartwatch gefühlt, nur um dann draufzuschauen und nur die Uhrzeit zu sehen.
Inzwischen hat sich das Problem verbessert, aber es kommt noch immer etwa einmal am Tag vor, dass ich ein Vibrieren spüre, das nicht da ist.
Meine Empfehlung
Wenn es nicht unbedingt sein muss, würde ich euch empfehlen, die Benachrichtigungen der Smartwatch auf ein Minimum zu reduzieren. Die meisten davon erfordern keine sofortige Aktion von euch oder sind möglicherweise sogar vollkommen unwichtig.
Wenn ihr ohnehin euer Handy mehrmals am Tag checkt, wäre es auch eine Option, sie komplett zu deaktivieren. Die Smart-Funktionen sind schließlich trotzdem noch da, wenn ihr sie nutzen wollt. Wer es noch konsequenter mag, kann auch direkt zu Modellen greifen, die Smart-Features ohnehin nur dezent im Hintergrund halten – wie die Withings ScanWatch 2, die ich hier getestet habe.
Letztlich ist es eine sehr individuelle Frage, welche Benachrichtigungen man braucht und welche nicht. Meiner Erfahrung nach kann es sich aber in mehrfacher Hinsicht lohnen, ihre Anzahl zumindest deutlich zu reduzieren.
Jetzt seid ihr dran! Habt ihr das Gefühl, dass euch die Benachrichtigungen eurer Smartwatch auf die Nerven gehen? Ich halte es zwar für unwahrscheinlich, aber habt ihr bei eurer ersten Smartwatch auch alle Benachrichtigungen aktiviert? Und habt ihr schon mal vom »Phantom Vibration Syndrome« gehört oder es selbst erlebt? Schreibt es gerne unten in die Kommentare!

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