»Das ist unheimlich. Und gefährlich«: Verbraucherschutz klar gegen Soziale-Medien-Verbot für Jugendliche – Plattformen sollen sich ändern

Ramona Pop von der Verbraucherzentrale spricht sich gegen ein Verbot sozialer Medien für Kinder aus – wo sieht sie die Verantwortung?

Ramona Pop von der Verbaucherzentrale ist gegen Social-Media-Pauschalverbot für Minderjährige. (Bildquellen: Wikimedia Commons, Adobe Stock) Ramona Pop von der Verbaucherzentrale ist gegen Social-Media-Pauschalverbot für Minderjährige. (Bildquellen: Wikimedia Commons, Adobe Stock)

Eine Debatte, die in den letzten Monaten immer wieder neu entbrannte, beschäftigt den Verbraucherschutz: Sollte man für Kinder und Jugendliche ein Verbot für die Nutzung sozialer Medien aussprechen?

Ramona Pop vom Verbraucherzentrale Bundesverband hat jetzt klar Stellung bezogen – und zwar gegen eine derartige Sperre. Die Verantwortung sieht sie woanders.


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Verbraucherzentrale gegen Verbot

Die schädlichen Einflüsse einer zu starken Nutzung von Social-Media-Plattformen dürften den meisten Menschen bekannt sein. Insbesondere Kinder und Jugendliche sollen vor einer Social-Media-Sucht und anderen negativen Effekten der Plattformen geschützt werden.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat der Funke-Mediengruppe nun eine Einschätzung zum diskutierten Verbot gegeben (Deutschandfunk und andere Medien berichteten). Vorständin Ramona Pop spricht sich gegen ein generelles Verbot aus:

Ich bin gegen ein einfaches Social-Media-Verbot für Jugendliche, weil man damit wenig erreicht und Jugendliche ausschließt

Handlungsbedarf sieht sie aber trotzdem. Dieser liege jedoch nicht auf Vorgaben, die Minderjährige von Social Media aussperren, sondern den Plattformen selbst. Das Geschäftsmodell von Social-Media-Plattformen basiere auf schädlichen Mechanismen, die süchtig machen oder manipulativ sind. Hier müsse man durch klare und harte Regulierungen ansetzen.

Konkret geht es Pop dabei um Autoplay, automatische Standortfreigaben und andere Funktionen, die eine Sucht oder Doomscrolling begünstigen. Außerdem nennt die sich ständig wiederholende Abfragen zu Kontaktfreigaben und fügt hinzu:

Das ist unheimlich. Und gefährlich. Genau das sind Mechanismen, die kontrolliert und reguliert werden müssen.

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Andere Fachleute haben sich bisher überwiegend ähnlich geäußert. Zuvor hatte bereits Peter Gray, Psychologe und Erziehungsexperte, seine Sicht auf ein mögliches Verbot kundgetan. Er kam zum selben Schluss wie Pop.

In der Europäischen Union gibt es indes Stimmen, die sich für einen eingeschränkten Zugang zu Social-Media-Plattformen für unter 18-jährige aussprechen. Unter den vereinzelten Mitgliedsstaaten, die ein Verbot in Erwägung ziehen, befindet sich auch Deutschland.

Im Auftrag der EU-Kommission wurde ein Expertengremium gegründet, das den Zugang für Kinder unter 13 Jahren limitieren möchte.

Jetzt seid ihr gefragt: Wie steht ihr zu einem Verbot? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.


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