Die Zeichen stehen auf Sturm: Spieler ruft zum Boykott von RAM-Kauf auf, Medien warnen teils vor dem PC-Kauf, doch so einfach ist es nicht

Die Speicherkrise und ihre Folgen nehmen immer mehr Fahrt auf, aber die genaue Zukunft ist wie so oft ungewiss.

Auch Tech-Autor Nils verfolgt die jüngsten Entwicklungen auf dem Hardware-Markt gespannt. Auch Tech-Autor Nils verfolgt die jüngsten Entwicklungen auf dem Hardware-Markt gespannt.

Bislang ist keine Hardware-Komponente so massiv von der wohl durch KI-Bedarf ausgelösten Speicherkrise betroffen wie Arbeitsspeicher. Doch auch für andere Komponenten wie Grafikkarten werden Preiserhöhungen befürchtet.

Wenig überraschend ein Thema, das sowohl die Community als auch Medien wie uns stark beschäftigt, mit teils drastischen Forderungen und Empfehlungen.

Darum geht es:

Doch der Blick auf das große Ganze zeigt eine schwierig zu beurteilende Situation. Darin spielen viele Faktoren eine Rolle (sowohl individueller als auch globaler Natur), was es sowohl erschwert, eindeutige Empfehlungen für das Hier und Jetzt auszusprechen als auch klare Vorhersagen für die Zukunft.

Die Argumente des Spielers und von Gizmodo

Der Reddit-Nutzer sieht die Verantwortung für die hohen RAM-Preise bei den Speicherherstellern:

Die aktuellen Preise waren das vorhersehbare Ergebnis einer bewussten Rücknahme der Produktion, nachdem eine Abschwächung nach Covid dazu geführt hatte, dass sie im Verhältnis zur Nachfrage zu viele Produkte hatten.

Gleichzeitig gibt es nur eine Handvoll Unternehmen, die diesen Markt kontrollieren, und es erscheint vernünftig, dass sie sich dazu entschlossen haben, genau das zu tun, was auch auf dem GPU-Markt geschehen ist: KI dafür verantwortlich machen, die Produktion einschränken und die Preise drastisch erhöhen, anstatt mit der Nachfrage Schritt zu halten.

Sein Ratschlag fällt dementsprechend folgendermaßen aus:

Jetzt ist es an der Zeit, „Nein“ zu sagen, älteren, günstigeren RAM-Speicher zu kaufen, gebrauchte Produkte zu erwerben und zu vermeiden, diese Praxis mit eurem hart verdienten Geld zu unterstützen.

Gizmodo steigt mit den unbestreitbar extremen Preiserhöhungen für Arbeitsspeicher in den Artikel ein und schildert anschließend mögliche Auswirkungen der Speicherkrise auf andere Komponenten wie Grafikkarten und Prozessoren, über die wir ebenfalls bereits berichtet haben.

Das sagt die Community dazu

In Bezug auf den Reddit-Beitrag gibt es viele Äußerungen, die bezweifeln, dass ein Boykott des Kaufs von RAM entscheidende Auswirkungen haben würde – und dass es im ersten Schritt überhaupt möglich ist, eine große Zahl an potenziellen Käufern von diesem Schritt zu überzeugen.

Bei Gizmodo konzentrieren sich die Kommentare primär auf Berichte eigener Erfahrungen mit PC-Käufen und der Preisentwicklung. Der Ratschlag, aktuell keinen Rechner zu kaufen wird direkt kaum kommentiert.

Wie die aktuelle Marktsituation aussieht

RAM ist extrem im Preis gestiegen, keine Frage. SSDs weisen tendenziell auch klar höhere Preise auf, aber bei anderen PC-Komponenten ist das (noch) kaum der Fall.

Egal, ob Grafikkarten, Prozessoren, Mainboards oder Netzteile: Ein Blick in die Preisentwicklungen im Verlauf des letzten Monats zeigt für die meisten Komponenten keine nennenswerten Erhöhungen und teils auch sinkende Kosten für Endkunden.

Gerade bei der Hardware, die selbst keine oder kaum Speicherchips nutzt, könnten die Kosten in Zukunft sogar sinken, wenn der PC-Markt durch die Speicherkrise generell einbrechen sollte.

Doch wie genau sich die Situation weiterentwickelt, ist schwer vorherzusagen.

Grundsätzlich gilt aus unserer Sicht: Achtet zunächst vor allem auf euren Bedarf an neuer PC-Hardware und denkt nur dann über einen Neukauf nach, wenn er wirklich nötig beziehungsweise sinnvoll ist.

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