Mehr so nach Gefühl - das war bisher meine Devise für's Nudelnkochen. Ein Marketing-Gag auf Spotify hat mich dazu animiert, mit Musik dem Geheimnis von al dente
nachzugehen.
Der angeblich beste Aggregatszustand für Nudeln? Härter als gedacht – im wahrsten Sinne des Wortes.
Den Marketing-Gag hätte es natürlich nicht gebraucht, um mich dem Thema zu widmen. Aber er hat mich dazu animiert und am Ende habe ich so oder so etwas gelernt.
Deshalb berichte ich euch hier von meinen Erfahrungen.
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Nudeln auf den Punkt mit Spotify
Der Fund auf Spotify kam unerwartet – nein, kein Metal mit mongolischem Kehlkopfgesang oder sonstige obskure
Musik.
Die Nudelmarke Barilla hat auf Spotify Playlisten, die nach einigen ihrer Nudelsorten benannt sind. Die heißen dann etwa:
- Absolute Carbonara
- Boom Bap Fusilli
- Moody Day Linguine
Der Clou: Jede Playlist ist genau so lang wie die Kochzeit der jeweiligen Nudel. Ein Marketing-Gag eines Hartweizenprodukte-Konzerns, zweifelsohne. Aber dennoch eine Gelegenheit, nachzuspüren, ob der nicht für's Nudelkochen nicht tatsächlich hilfreich sein kann.
Zum ersten Mal in meinem Leben kaufe ich also Barillas Spaghetti No 5
– mit 2,09 Euro meinem Geschmack nach zu teuer. Aber was tut man nicht alles, um den Geheimnis von al dente
auf den Grund zu gehen?
Die Barilla-Playlists auf Spotify
Zuerst einmal darf ich Barilla loben für das ansprechende Album-Design ihrer Playlisten. Bunt, witzig, ein bisschen Pop-Art-Style.
Tatsächlich aber offenbar die Werke verschiedener italienischer Künstler und Grafiker – sympathisch!
Für die Spaghetti No 5 brauche ich das Mixtape Spaghetti
. Ansonsten lässt mich der Nudel-Konzern allerdings mit der Umsetzung des Kochens alleine – al dente ja, aber wie?
Zum ersten Mal in meinem Leben google ich, wie man Spaghetti eigentlich richtig kocht und orientiere mich an der Seite von Barilla – Chapeau Barilla, schlau gemacht:
- Ein Liter Wasser auf 100 Gramm Spaghetti.
- Deckel auf den Kochtopf legen.
- Salz erst in das kochende Wasser.
- Herdplatte nach der Hälfte der Kochzeit ausschalten und Deckel auf den Topf legen.
Die Playlist verrät mir leider nicht, wann die Hälfte der Kochzeit vorbei ist – hier muss ich dann doch auf die Uhr schauen. Das hätte man schon konsequenter umsetzen können.
Mit Italo-Hip-Hop zu den perfekten Spaghetti
Die Playlist startet mit dem Song Dadaa von DJ-Premier. Ich habe keine Ahnung von Hip Hop, aber der Song ist durchaus gut gewählt – er klingt ein wenig wie freshe Warteschleifenmusik – immerhin haben wir noch ganze neun Minuten vor uns.
Boogie Loogi Bpm von Neffa und DJ Luigi bringt etwas mehr Stimmung in die Bude. Italienischer Oldschool Hip Hop mit Slap-Bass-Samples und einmal scratcht auch jemand die Turntables – kann man sich nicht ausdenken.
Ja, der nächste Song dürfte uns allen wieder von MTV bekannt sein: Hard Knock Life von Jay-Z. Wusstet ihr eigentlich, dass der Refrain It's a hard knock life
aus dem Musical Annie kommt? Eine herzerwärmende Geschichte über Waisenkinder mit einem harten Leben eben.
Apropos hart: Meine Spaghetti sind mittlerweile gar nicht mehr so hart. Früher hätte ich wohl gekostet. Jetzt verlasse ich mich auf die Musik.
Da unterbricht auch schon eine überfreundliche italienische Stimme und weist mich im Playlist Timer
darauf hin, dass meine Nudeln bald fertig sind. Der hätte mir ruhig nach der Hälfte der Kochzeit sagen können, dass ich jetzt den Herd ausschalten kann, aber: Ein originaler Barilla-Track.
Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Der italienische Rapper Ernia erzählt mir in seinem Pop-Rap-Song Superclassico, dass sein Leben zwar hart, aber eben auch ein Superklassiker ist und ich blicke melancholisch aus dem Fenster. Je häufiger er das Wort Superclassico
sagt, desto mehr meine ich elastico
zu verstehen.
Wie es wohl meinen Nudeln geht? Die sind mittlerweile auf jeden Fall ziemlich elastico. Und da ist es auch schon vorbei:
Aus, aus, aus, die Musik ist aus. Sogleich gieße ich das Wasser ab – al dente?
Der erste Test: Ich werfe eine Nudel an den einen Vorratsschrank und sie klebt! Ich weiß nicht, wo ich das herhabe, dass Al-dente-Nudeln an der Wand kleben müssen. Naja, hier der Beweis.
Der Geschmackstest? Hart, überraschend hart. Al dente
, für den Zahn, bissfest also, wie mir Wikipedia erklärt.
Hätte ich so eine Nudel ohne die Playlist aus dem Wasser gefischt, ich hätte sie noch ein bisschen länger kochen lassen – aber mit Soße geht's.
Ja, es ist ein Marketing-Gag, aber...
Das Ganze funktioniert selbstredend auch mit No-Name-Nudeln mit einer Kochzeit von 10 Minuten. Grob eine Minute weniger für al dente
.
Ich persönlich finde Barilla einfach zu teuer und dafür auch nichts wirklich besonderes.
Dennoch: Die Spotify-Playlisten von Barilla sind meiner Ansicht nach gelungenes Marketing, sie haben mir italienischen Hip Hop nähergebracht und gezeigt, dass al dente
härter ist als gedacht.
Ihr könnt mit dem Wissen aus dem vorangegangenen Artikel nun zwei Dinge tun:
- Mit der unnützen Info, dass Barilla Spotify-Playlisten für ihre Nudeln haben, auf der nächsten Party glänzen.
- Das Geheimnis von »al dente« selbst mit den Spotify-Playlisten ergründen oder euch vielleicht für eurer eigenen Nudel-Playlist inspirieren lassen.
Ich für meinen Teil habe nun noch einen Teller Nudeln zu verzehren. Buon appetito – ich habe fertig.

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