Es gibt einige Dinge am iPhone, die ich schätze. Dazu gehören die Kamera, die üppige Auswahl an Zubehör und schlicht AirDrop. Das sind alles Gegebenheiten, die mehr mit der Hardware oder dem Ökosystem zusammenhängen.
Ich habe mich für Android als neues Zuhause entschieden, unter anderem wegen der Software. Sie bietet mir viel Freiheit, ohne dass ich auf Drittanbieter-Software zurückgreifen muss. Und eine praktische Funktion bei den Mitteilungen lässt mich meine Wahl bis heute nicht ansatzweise bereuen.
Android: Kategoriebasierte Benachrichtigungen
Man kennt’s: Apps fluten Smartphones mit Benachrichtigungen. Viele dieser Pop-ups hat mein Daumen nahezu völlig selbstwillig zur Seite gewischt. Eine Mischung aus Gewohnheit und »Ist ja sowieso wieder weniger wichtig«.
Beim iPhone gibt es leider keine bequeme und wirkungsvolle Möglichkeit, diese unwichtigen Mitteilungen grundsätzlich von den wichtigen zu trennen.
In den Einstellungen des Handys gibt es schlicht keine Auswahl an Benachrichtigungskategorien. Lediglich in der App selbst kann es Optionen geben, die aber komplett vom Willen der Entwicklerinnen und Entwickler abhängen.
Anders bei Android:
- Das Betriebssystem gibt jeder App bestimmte Kategorien vor. Entwicklerinnen und Entwickler können ihre Mitteilungen anschließend sinnvoll aufteilen. Spoiler: Das ist leider nicht immer der Fall.
- Aber viele Apps nutzen das sehr gut – und dann liegt es in meiner Hand, welche Mitteilungen ich wirklich erhalten möchte und welche mich erst gar nicht belästigen sollen.
Ich zeige euch den Unterschied ganz konkret anhand von Yazio. Seit ein paar Wochen tracke ich täglich meine Kalorien- und Proteinzufuhr mit der App. Standardmäßig schickt sie mir Erinnerungen für morgens, mittags, abends und für Zwischenmahlzeiten.
In der Regel denke ich an die Haupt-Eintragungen von selbst, aber bei den »Snacks« brauche ich die Erinnerung, damit ich sie weder vergesse noch den Eintrag verschiebe.
Beim iPhone kann ich lediglich alle Benachrichtigungen zu Mahlzeiten komplett ein- oder ausschalten. Bei Android kann ich genau die Kategorie auswählen, die ich brauche, und den Rest stumm schalten.
Das Ganze ist zudem ein enormer Komfortgewinn. Während sich diese Optionen auf dem iPhone (wenn überhaupt vorhanden) tief in den jeweiligen In-App-Menüs verstecken, reicht bei Android ein einziger, standardisierter Blick in die Systemeinstellungen der jeweiligen App:
- Finger auf die entsprechende App gedrückt halten.
- Auf »Benachrichtigungen« tippen.
- Zu Benachrichtigungskategorien wechseln.
- Auswählen. Fertig.
Und das ist längst nicht alles, was Android zu bieten hat
Benachrichtigungskategorien werden nicht angezeigt? Mitunter müsst ihr diese zuerst aktivieren. Geht dazu wie folgt vor:
1. Öffnet die Einstellungen auf dem Smartphone.
2. Wählt jetzt den Punkt »Benachrichtigungen« aus und wechselt zu »Erweiterte Einstellungen«.
3. Aktiviert jetzt den Punkt »Benachrichtigungskategorien für jede App verwalten«.
9:26
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Benachrichtigungs-Abklingzeit und -Verlauf
Bei einer Funktion schaue ich neidisch auf die Google-Pixel-Fraktion: die Benachrichtigungsabklingzeit.
Wenn eine App innerhalb kurzer Zeit viele Benachrichtigungen hintereinander sendet, verringert das Smartphone automatisch die Lautstärke und Vibrationsintensität dieser aufeinanderfolgenden Alarme schrittweise.
Das ist ideal, wenn das Smartphone im Ernstfall auf Laut steht, man aber nicht von stetigen Mitteilungen bombardiert werden möchte. Leider gibt es diese Funktion auf meinem Samsung Galaxy nicht.
Dafür gibt es den Benachrichtigungsverlauf auf so gut wie jedem Android-Smartphone. Dieser speichert Informationen zu den Mitteilungen der letzten 24 Stunden. Wenn ihr versehentlich ein Pop-up wegwischt, könnt ihr nachträglich einsehen, welche Nachricht es war.
Diese Funktion könnt ihr wie folgt aktivieren:
- Öffnet die Einstellungen auf dem Smartphone.
- Wechselt zu »Benachrichtigungen« und anschließend zu »Erweiterte Einstellungen«.
- Tippt nun auf »Benachrichtigungsverlauf« und aktiviert diese Funktion.
Anschließend findet ihr dort die Mitteilungen der letzten 24 Stunden.
iPhone: In-App-Einstellungen und Fokus-Modi
Wie eingangs erwähnt, verfügen einige Apps über eigene, granulare Schalter für Benachrichtigungen. Das läuft jedoch komplett an iOS vorbei und hängt von den Herausgebern der Apps ab, nicht von Apple.
Zwar sind Fokus-Modi auf dem iPhone keine Alternative zu den feinteiligen Benachrichtigungen, sie bieten aber viele Möglichkeiten: iPhone-Fokus richtig nutzen: Diese versteckten Funktionen machen euren Alltag ruhiger und produktiver
Fazit
Natürlich ist längst nicht bei Android alles perfekt. Die Kategorien-Funktion hängt weiterhin davon ab, ob Entwicklerinnen und Entwickler sie sinnvoll umsetzen. Bei schlecht gepflegten Apps bleibt die Auswahl an Kategorien mau.
Trotzdem bleibt für mich am Ende genau dieser eine Unterschied hängen: Ich muss nicht mehr hoffen, dass eine App mir freiwillig Kontrolle gibt. Google hat sie mir als Standard eingebaut. Und genau deshalb ertappe ich mich nach jeder neuen App-Installation dabei, kurz in die Benachrichtigungseinstellungen zu schauen – nicht aus Zwang, sondern aus berechtigter Neugier, was ich diesmal alles abschalten kann.






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