Hersteller von NAND-Chips fahren ihre Produktion wieder hoch - in Folge könnten mittelfristig die Preise für SSD-Festplatten wieder sinken.
Darum ist das wichtig: Gegen Ende des vergangenen Jahres fingen die SSD-Preise damit an, in die Höhe zu schießen. Einige Hersteller haben sich zum damaligen Zeitpunkt entschieden, die Produktion künstlich zu verknappen.
Im Detail: Wie das südkoreanische Online-Magazin The Chosun Daily berichtet, haben die meisten Hersteller von NAND-Speicher ihre Produktion wieder hochgefahren.
- Demzufolge hat Branchenführer Samsung die Produktion von 20 bis 30 Prozent auf inzwischen 70 Prozent hochgefahren.
- Western Digital ist von einem Produktionsniveau in Höhe von 50 auf 90 Prozent nach oben.
- Auch SK Hynix hatte Anfang des Jahres nur 20 bis 30 Prozent Auslastung in den NAND-Fabriken; diese sind nun auf eine unbestimmte Menge hochgefahren.
Im zweiten Halbjahr wird ein weiterer, leichter Anstieg in der NAND-Produktion erwartet.
Das bedeutet das für euch: Für SSDs steht ein umgekehrter Effekt im Vergleich zum Jahresanfang bevor.
Nachdem die Produktionsdrosselung für eine künstliche Verknappung des Angebotes und in Folge steigende Preise bedeutet hatte, können die größeren Produktionsmengen jetzt wieder dazu führen, dass die SSD-Preise sinken.
Die Entscheidung für die größere Auslastung der Fabriken hängt dem Chosun-Bericht insbesondere mit KI-Rechenzentren zusammen, die einen großen Bedarf an den Speicherchips haben.
Erster Abwärtstrend: Beispielhaft für den Preistrend sehen wir uns die Entwicklung bei der Western Digital Black SN850X mit 2TByte Kapazität an, die als eine der beliebtesten SSDs für Gaming-PCs gilt.
- Diese lag seit Ende des ersten Quartals 2024 kontinuierlich an der 160-Euro-Grenze.
- Erst seit Anfang Juni rückt die WD SN850X von dieser Marke ab und ist seit einigen Tagen recht konstant bei etwa 150 Euro im Handel.
Wie sieht der Spotmarkt aus? Die Entwicklung auf dem Spotmarkt für TLC-Wafer ist in der Regel ein guter Indikator für absehbare Trends bei SSD-Preisen.
| 128 GByte TLC | 256 GByte TLC | 512 GByte TLC | |
| Juli 2023 | 1,063 US-Dollar | 0,929 US-Dollar | 1,404 US-Dollar |
| Dezember 2023 | 1,3 US-Dollar | 1,498 US-Dollar | 3,075 US-Dollar |
| Juni 2024 | 1,397 US-Dollar | 1,703 US-Dollar | 3,328 US-Dollar |
Aus der Tabelle geht hervor, wie die Preise für die TLC-Wafer innerhalb eines halben Jahres regelrecht explodiert sind. Am SSD-Markt war dies zügig an den Endkundenpreisen für die Festplatten selbst bemerkbar.
- Seit Jahresanfang ist zumindest eine Eindämmung des preislichen Anstiegs zu beobachten, die in den vergangenen Wochen ihren Höhepunkt erfahren hat – teils wurde 512-GB-TLC für rund 4,1 US-Dollar gehandelt.
- Seit der vergangenen Woche ist allerdings ein leichter Abwärtstrend im niedrigen einstelligen Prozentbereich feststellbar.
In Kombination mit der gestiegenen Produktion und Nachfrage stehen die Zeichen entsprechend nicht schlecht, dass wir bald wieder günstigere SSDs in den (Online-)Regalen sehen.

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