Zumindest das Warten auf den Steam Controller hat ein Ende: Am 4. Mai 2026 erscheint die neue Periphierie und setzt dabei konsequent auf Valves eigenes Input-Schema.
Das sorgt zwar für tiefgreifende Konfigurationsmöglichkeiten bei den Trackpads, dem Gyro oder Maus-Keyboard-Emulation, hat aber auch den Haken, dass Steam als Softwareschicht vorausgesetzt wird. Und genau an diesem Punkt entzündet sich die Meinung der Community.
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Wir packen den Steam Controller aus: Eine verdammt gute Mischung aus Steam Deck und PS5-Controller
Steam Controller: Ein Launcher wird zum Härtefall
In der Praxis bedeutet die Einschränkung: Wenn ihr Spiele über andere Launcher wie den Epic Games Store oder GOG spielen wollt, müsst ihr die entsprechenden Executable-Dateien manuell in eure Steam-Bibliothek packen.
Dieser Workaround funktioniert allerdings nicht für den Xbox Game Pass unter Windows-Betriebssystemen: Windows 11 und die Xbox-App sperren die Spielinstallationen auf Systemebene.
Valve bestätigte die Einschränkung unter anderem gegenüber Gamers Nexus, der diesen Faktor zumindest in einer Reddit-Diskussion ein wenig relativiert:
So weit wir das verstehen, ist das Steam-Input-Schema Voraussetzung dafür, dass der Controller sowohl wie eine Maus und Tastatur als auch wie ein Gamepad funktioniert.
Ohne Steam Input verhält sich etwa der rechte Thumbstick demnach nicht als solcher. Wer das deaktiviert, verliere damit die Kernfunktionalität des Geräts.
Dass eine große Diskussion um diesen Faktor bisher ausbleibt, wundert aber etwa »ZekeSulastin«: Hätte eine andere Firma als Valve eine solche Einschränkung an Peripherie vorgenommen, wäre die Bewertung wesentlich unhöflicher als »etwas trostlos« ausgefallen.
Die Kritik richtet sich weniger gegen die technische Notwendigkeit als gegen das Empfinden, dass Valve hier einen Freifahrtschein genießt, den anderen Herstellern niemand geben würde.
Link zum Reddit-Inhalt
Ein Community-Workaround mit Zukunftspotenzial
In einem anderen Beitrag aus dem PCMR-Subreddit geht die Community auf die Suche, wie sich das Problem umgehen lässt. Als Workaround kursiert bereits GlosSI – ein Open-Source-Tool, das eine unsichtbare Vollbild-Ebene über Spielen erzeugt und Controller-Inputs in Standard-XInput übersetzt.
- Der Autor des Tools »Alia5_« hat sich direkt im Thread gemeldet und auch auf sein neueres Projekt SISR (»Steam Input System Redirector«) hingewiesen.
- SISR leitet Steam-Input-Konfigurationen auf Systemebene um und gibt den Controller als emulierten, aber vollständig kompatiblen Hardware-Controller an das Betriebssystem weiter. Für das System sei das nicht von echten Hardware-Controllern zu unterscheiden.
Das Problem beider Tools: GlosSI basiert noch auf dem Xbox-360-XInput-Standard und unterstützt weder Touchpad noch Gyro des neuen Steam Controllers; SISR setzt indes weiterhin Steam Input voraus und löst das Game-Pass-Problem damit nicht direkt.
Zur Lösung dieses Problems käme Microsofts neue GameInput-API ins Spiel, die 2025 im GDK-Paket veröffentlicht wurde und nativ Touchpads, Gyro-Sensoren und komplexe Eingabegeräte unterstützt. Mit diesem wäre eine elegante Lösung möglich:
- Valve könnte den »Lizard Mode« des Controllers, der bisher als einfache Maus-Emulation fungiert, durch eine native GameInput-Implementierung ersetzen.
- Das Ergebnis: Sobald Steam geschlossen wird, wechselt der Controller automatisch in den nativen Windows-Modus – und Game Pass, Epic Games, GOG und sogar Game-Streaming-Dienste würden ohne Umwege funktionieren.
Die technische Lösung liegt also auf dem Tisch, und sie wäre laut Community kein Großprojekt für Valve. Ob der Hersteller vor dem tatsächlichen Release am 4. Mai 2026 diesen Weg einschlägt, bleibt aber abzuwarten.
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