Steam Deck 2: Der mutmaßliche AMD-Chip taucht erstmals auf – und wieder spielt Final Fantasy 7 eine Rolle

Im AMD-Treiber Adrenalin 26.9.2 steckt ein neuer Codename, der auf den möglichen Chip des Steam Deck 2 hindeutet – schließlich bezieht sich der Name wieder auf eine Figur aus Final Fantasy 7.

Das Steam Deck 2 könnte auf einen Chip namens Gainsborough setzen – natürlich wieder eine Final-Fantasy-Referenz. (© Valve Square Enix) Das Steam Deck 2 könnte auf einen Chip namens Gainsborough setzen – natürlich wieder eine Final-Fantasy-Referenz. (© Valve / Square Enix)

Das Steam Deck 2 lässt weiter auf sich warten. Bislang gibt es schlicht keine passende Hardware, die das gewünschte Upgrade liefern würde, wie Valve-Entwickler Pierre-Loup Griffais schon mehrfach in Interviews erklärte.

Die Messlatte hatte er schon damals hoch gelegt: Ein Plus von 20, 30 oder selbst 50 Prozent bei unveränderter Laufzeit sei Valve zu wenig. Scheinbar wendet sich das Blatt langsam, denn im AMD-Grafiktreiber Adrenalin 26.9.2 taucht erstmals der »Gainsborough«-Chip auf, zu dem es bislang gar keine offiziellen Informationen gibt.

Dennoch macht allein die Bezeichnung Hoffnung, dass es sich hierbei um den Chip des Steam Deck 2 handelt. Schließlich reiht sich diese nahtlos in die bisherigen Codenamen der Valve-APUs ein – sie alle referenzieren einen Charakter aus dem Square-Enix-Rollenspiel Final Fantasy 7.

Video starten 40:38 Das schmerzhafte Ende der Handheld-Ära

Gainsborough im Treiber

Aufgefallen ist der Eintrag zuerst wohl dem Nutzer »SixPie« im Spekulations-Thread des AnandTech-Forums. Neben »AT2« und »ATlite3« stach ihm ebenjener »Gainsborough«-Name ins Auge, der bis dato von noch keinem Leaker aufgegriffen würde.

Bei »AT2« und »ATlite3« handelt es sich mutmaßlich um die Bezeichnungen für die nächste Generation an Radeon-GPUs, die in der RDNA-5-Generation ihren Auftritt haben sollen – für das Steam Deck 2 also eher irrelevant.

  • Kurz darauf meldete der Leaker olrak29, dass Gainsborough auch einen eigenen Sockel namens FF6 besitze. Ob FF hier ebenfalls eine Referenz auf Final Fantasy darstellt, darf aber bezweifelt werden.
  • Einträge in der Import-Export-Datenbank NBD Data stützen den FF6-Sockel: Demnach ist der Chip als BGA-Variante (»Ball Grid Array«, also fest aufgelötet) mit 1.179 Kontakten aufzufinden. Ende Juli war laut Computerbase zugehöriges Testequipment mehrfach quer durch Asien unterwegs.

Was ein Custom-Chip für das auf Linux basierende SteamOS in einem Windows-Treiber verloren hat, erklärt der YouTuber Moore's Law Is Dead mit Testzwecken. Immerhin lässt sich das erste Steam Deck mit Einschränkungen auch mit dem Microsoft-OS betreiben.

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Valves Final-Fantasy-Faible als Hinweis

Schon mit dem ersten Steam Deck im Jahr 2022 präsentierte Valve sich als Fan von Final Fantasy 7: Während AMD die zugehörige 7nm-APU unter dem Namen »Van Gogh« führt, benannten die Steam-Entwickler ihre Custom-Version kurzerhand zu »Aerith« um.

Beim Steam Deck OLED schrumpfte der Chip wiederum auf eine Fertigungsgröße von 6 Nanometern und hieß fortan »Sephiroth« – benannt nach dem gleichnamigen Widersacher aus demselben Spiel, der im 1997 erschienenen PS1-Original den dramatischen Tod von Aerith herbeiführte. Irgendwo passend (und makaber) also, dass Sephiroth auch innerhalb der Valve-Hardware beerdigt.

  • Mit vollem Namen heißt die Blumenverkäuferin aus Midgar indes Aerith Gainsborough und würde damit wieder das Ruder übernehmen, sollte Gainsborough tatsächlich der gesuchte Steam-Deck-2-Chip sein.
  • Ob die Rückkehr von ihr als Valve-Chip auch ein Fingerzeig auf den finalen Teil der FF7-Remake-Trilogie darstellt, sei aber mal dahingestellt.

Zen 6 und RDNA 5? Zwei Leaker mit unterschiedlichen Ansichten

Wie stark Gainsborough wird, ist umstritten. Zum Vergleich: Das aktuelle Steam Deck rechnet mit 4 Zen-2-Kernen und 8 Compute Units (CUs) der RDNA-2-Architektur. Zwei Leaker zeichnen sehr unterschiedliche Bilder:

  • YouTuber Moore's Law is Dead (MLID), der eher eine durchwachsene Trefferquote hat, will Gainsborough in mehreren AMD-Dokumenten als Semi-Custom-Chip in TSMCs 3-Nanometer-Verfahren N3P gesehen haben.
  • Zen 6, RDNA 5 und 12 bis 24 CUs leitet er in seinem aktuellen Video auf eigene Faust ab, den Marktstart erwartet er nicht vor Ende 2027.
  • Leaker Gotou_kai3 hält auf X dagegen, die Grafikeinheit bremse den Chip aus: Sie teile sich den GPU-Baustein mit AMDs Notebook-APU »Medusa« und sei nur auf Sparsamkeit getrimmt. Leistungstechnisch ziele man eher auf ein Niveau von Intels Panther Lake mit 12 Xe-Kernen ab, was immerhin ordentlich Eindruck machte.
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Gotou_kai3 nennt Gainsborough dabei in einem Atemzug mit »Z3« und »Z3E« (mutmaßlich die nächste Generation von AMDs Ryzen-Z-Chips für Handhelds wie Asus' ROG Xbox Ally) und schreibt allen dreien denselben Grafikbaustein zu. In einem weiteren Post stellt er klar, dass Z3 und Z3E kein RDNA 5 nutzen.


Ob es überhaupt ein RDNA 5 in dieser Form geben wird, ist ohnehin unklar. Vielmehr scheint AMD schon mit der nächsten Generation einen Wechsel auf die »UDNA«-Architektur anzustreben.


Trifft das zu, stünde Gainsborough eher in einer Reihe mit Handheld-Chips von der Stange – und MLIDs RDNA-5-Vermutung auf wackligen Beinen.

Für Gotou_kai3 dämpft das auch die Erwartung, dass der Gainsborough-Chip wirklich ein großartiger Chip sein kann. Und selbst Moore's Law Is Dead hält es für möglich, dass Valve den Chip getestet und verworfen hat – AMD würde ihn dann womöglich PC-Herstellern anbieten.


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