Die Gerüchteküche rund um AMDs kommende GPU-Generation nimmt an Fahrt auf. Inzwischen sind gleich vier Chipdesigns durchgesickert, die für die nächste Serie an Grafikkarten gedacht sein sollen.
Dabei geht es insbesondere im Hinblick auf die Anzahl an Shadereinheiten wieder nach oben, nachdem man bei RX 9000 noch auf ein High-End-Modell verzichtet hatte. In direkte Konkurrenz mit Nvidia tritt man mit den geleakten Daten zumindest nominell dennoch nicht.
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Vier Chips in vier Größen
Die Informationen stammen vom in diesem Aspekt normalerweise gut informierten Kepler_L2, der im Anandtech-Forum die erwähnten vier Chipdesigns genauer erläuterte. Die Varianten hören zumindest intern auf die Namen »AT0«, »AT2«, »AT3« und »AT4«.
- Mit AT0 ist der größte Chip markiert, alle weiteren Dies werden in absteigender Reihenfolge immer kleiner.
- Falls ihr euch fragt, wo AT1 geblieben ist: Dieses Design wurde angeblich gestrichen, wie der YouTuber »Moore's Law is Dead« jüngst erklärte.
Das Spitzenmodell AT0 verfügt demzufolge über 96 Compute Units (CUs). Darunter positioniert sich das AT2-Design mit 40 CUs für das Performance-Segment, gefolgt von AT3 mit 24 CUs für Mainstream-Anwendungen und AT4 mit 16 CUs als Einsteiger-Option. Alle Chips sollen auf Basis der UDNA-Architektur gefertigt werden.
Strategischer Architekturwechsel
AMD kündigte bereits im vergangenen Jahr an, dass das Ende der RDNA-Architektur bevorsteht. An deren Stelle soll mit der »Unified DNA«-Strategie die neue UDNA-Generation treten, die die Gaming- und Datacenter-Architektur unter einem Dach vereint.
Diese Konsolidierung soll Entwicklungskosten senken und gleichzeitig Skalierungseffekte bei der Fertigung ermöglichen, wie ihr sie in der genannten Staffelung vorfinden könnt.
Denn wie gewohnt ist auch UDNA gewissermaßen hierarchisch aufgebaut.
Insgesamt finden sich im AT0-Chip acht Shader-Arrays wieder, die jeweils über zwei Shader-Engines verfügen. Pro Shader-Engine sind wiederum sechs Compute Units verbaut – woraus am Beispiel des AT0-Dies die genannten 96 CUs resultieren.
Einzige Ausnahme an dieser Stelle: Der AT2-Chip soll nur fünf CUs pro Shader-Engine haben, was die gedachten 40 CUs erklärt.
Die Milchmädchenrechnung für die Shaderanzahl
Wenn wie bislang 64 Shadereinheiten pro CU verbaut werden, landen wir bei insgesamt 6.144 Shadereinheiten für das gedachte Spitzenmodell.
Damit hätte man immerhin 50 Prozent mehr als bei der RX 9070 XT, wäre aber weiterhin weit hinter der RTX 5090 mit 21.760 Shadereinheiten. Zu einem guten Teil liegt das schlicht an der »Dichte«, mit der Nvidia seine Variante der CUs vollpackt: Hier sind 128 Shadereinheiten pro Bauteil drin.
Aber auch im Traumszenario, in dem AMD tatsächlich auf 128 Shadereinheiten pro CU setzt, landet man lediglich bei 12.288 Recheneinheiten – was immerhin über dem Niveau einer RTX 5080 wäre.
Die weiteren Chips landen in derselben Rechnung mit 64 Shadereinheiten pro CU zufolge übrigens bei folgender Menge:
- AT2: 2.560 Shadereinheiten
- AT3: 1.536 Shadereinheiten
- AT4: 768 Shadereinheiten
AMD teilt wohl alle Dies in mehrere Kategorien auf
In diesem Kontext steht ein weiterer Strategiewechsel an, wie der Leaker »Mareeswj« auf der X-Plattform erklärt. Denn mit dem Wegfall des erwähnten AT1-Chips, der eine große Lücke im gedachten UDNA-Portfolio hinterlässt, scheint zumindest vorläufig das Ende der »Standalone-Gaming-Chips« angebrochen zu sein.
So werde AT0 nicht nur für Radeon-Grafikkarten eingesetzt, sondern auch für mögliche »Prosumer«-Karten wie eine Radeon VII.
- AT2 sei indes für die nächste Generation an klassischen Konsolen gedacht. Sowohl die Xbox Next als auch die PlayStation 6 werden erneut mit AMD-Technik aufwarten.
- Die sehr kleinen AT3 und AT4 sind hingegen für Tablets und Handhelds gedacht.
Wie ihr seht, ist der aktuelle Stand der Dinge nicht gerade durchsichtig. Bis wir Konkreteres erfahren, vergeht auch noch einige Zeit: Mit dem Beginn der UDNA-Produktion wird erst im zweiten Quartal 2026 gerechnet. Richtige Grafikkarten dürften wir somit frühestens im Herbst 2026 in den Händen halten.
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