Die wichtigste Neuerung der Steam Frame steckt für mich unsichtbar im Hintergrund

Die VR-Brille Steam Frame von Valve kann mehr als nur VR, und ausgerechnet eines der Features abseits der virtuellen Realtiät ist für mich das Spannendste.

An der Steam Frame begeistert mich vor allem ein Feature – und das liegt abseits von VR. (Bildquelle: GameStar Tech Steam) An der Steam Frame begeistert mich vor allem ein Feature – und das liegt abseits von VR. (Bildquelle: GameStar Tech / Steam)

Seit dem 14. September 2026 lässt sich die neueste Hardware aus dem Hause Valve vorbestellen: Steam Frame ist eine VR-Brille, die technisch durchaus Parallelen zu einer Meta Quest 3 zeigt.

Allerdings liegt Valves Fokus stärker auf SteamVR und die Verbindung zum PC, während das bei Meta eher eine Randnotiz darstellt.

Ich bin seit 2017 regelmäßiger und zwischendurch auch sehr enthusiastischer Nutzer der virtuellen Realität und habe von der ersten PSVR über HTC Vive, Oculus Rift, Go, Quest und wie-sie-alle-heißen bis hin zu Pimax und Pico alles auf dem Kopf gehabt, was ihr euch vorstellen könnt.

Ausgerechnet mich fasziniert also ein Feature der Steam Frame, das gar nicht so viel mit VR zu tun hat und zudem noch nicht einmal vollständig funktioniert? Und was soll das sein?

Dennis Ziesecke
Dennis Ziesecke

Dennis schriebt als freier Autor für GameStar. Neben seiner Vorliebe für Virtual und Augmented Reality inklusive einer umfangreichen Sammlung an Headsets konnte er auch die Rabbitholes rund um Balkonkraftwerke, Powerstations und Retrohardware nicht auslassen. Dennis ist Gründer von VR-Legion.de und hostete den VR-Podcast Realitätsflucht - Der XR-Podcast der Zockstube. In letzter Zeit wurde Dennis etwas VR-Müde - ob Valve daran etwas ändern kann?

Spannende Verknüpfung von Steam Frame und PC

Valve hat die Steam Frame stark um den PC und natürlich Steam als Ökosystem aufgebaut. Ein mitgelieferter Wireless-Adapter beispielsweise ermöglicht verzögerungsfreies Streamen von Inhalten auf die VR-Brille, ganz ohne dafür mehr tun zu müssen, als besagten Dongle in einen USB-Port zu stecken.

Aber Valve ist noch einen spannenden Schritt weitergegangen: Steht euch kein PC zur Verfügung, wird Steam Frame einfach selbst zu einem.

Obwohl auf der VR-Brille keine x86-Hardware wie die gewohnten CPUs von AMD und Intel steckt, sondern ein ARM-Chip, wie ihr ihn vom Smartphone kennt, kann Steam Frame Windows-x86-Games direkt in der Brille starten.

Ausgerechnet eure Steam Machine ist noch nicht (nativ) kompatibel zu Steam Frame – allerdings kann Steam Frame selbst zur Steam Machine light werden! Ausgerechnet eure Steam Machine ist noch nicht (nativ) kompatibel zu Steam Frame – allerdings kann Steam Frame selbst zur Steam Machine light werden!

Das wird durch eine Reihe zwischengeschalteter Programmschichten ermöglicht: Proton ist Linux-Gamern bereits bekannt, es ist dafür verantwortlich, Windows-Games unter Linux ausführen zu können.

Nun laufen für die ARM-Architektur entwickelte Programme aber nicht einfach so unter Windows oder Linux.

FEX ist ein Universalübersetzer für ARM-CPUs

Apple-User kennen eventuell noch Rosetta, die Emulationsschicht von Apple, um beim Umstieg von Intel-Prozessoren auf selbstentwickelte ARM-Chips auszuhelfen: Für Intel-Macs geschriebene Anwendungen ließen sich so auch auf einem M1-Mac ausführen.

FEX macht das auch und sorgt per Emulation dafür, dass eure für Ryzen und Core entwickelten PC-Games auf Steam Frame laufen. Aufgrund der eingeschränkten Hardware nicht mit voller PC-Grafikpracht aber hey, es läuft!

Valve hätte sich nur gerne noch etwas mehr Zeit nehmen können, weitere Spiele für FEX optimieren zu lassen, beziehungsweise die Funktionsweise zu testen.

Das der Steam Frame beiliegende Half-Life: Alyx beispielsweise läuft in niedrigen Einstellungen gut, Beat Saber generell auch - aber aktuell nur mit 60 FPS. Anspruchsvollere VR-Games für SteamVR hingegen laufen (noch?) zu langsam oder starten gar nicht erst.

Mit der Grafikpracht moderner AAA-Games (hier: Resonance: A Plague Tale Legacy) ist der Snapdragon im Steam Frame überfordert, das liegt aber nicht an FEX, sondern an fehlender Leistung. Mit der Grafikpracht moderner AAA-Games (hier: Resonance: A Plague Tale Legacy) ist der Snapdragon im Steam Frame überfordert, das liegt aber nicht an FEX, sondern an fehlender Leistung.

Aber das alles beschränkt sich nicht nur auf VR-Games, ihr könnt auf der Steam Frame auch alle anderen Titel laufen lassen, die ihr sonst auf einem Monitor zocken würdet.

Die Displays der VR-Brille werden dann zu einer großen virtuellen Leinwand und schon steht einer Runde Hades 2, Fallout oder ähnlichem nichts mehr im Wege. Und das auch im Zug, Hotel oder als Beifahrer im Auto.

Mein Fazit: Es gibt genug VR-Brillen, aber nicht genug kluge Software

FEX ist noch nicht final und Valve hat noch einiges an Arbeit vor sich. Ein Kaufgrund für die mindestens 1.049 Euro teure Brille ist die Emulation wohl auch nicht für viele.

Aber aus Nerd-Sicht finde ich es sehr spannend, meine Steam-Games einfach so nicht nur auf einer mobilen Brille, sondern auch gleich auf zwei eigentlich inkompatiblen Plattformen (SteamOS aka Linux und ARM statt x86) spielen zu können.

Valve hat FEX nicht selbst entwickelt, das Unternehmen hat die Entwicklung aber stark gefördert. Die Software ist aber nicht exklusiv nur für Valve nutzbar: FEX liegt bei Githubals quelloffene Software bereit.

Der Einsatz in der Hardware eines Unternehmens wie Valve adelt das Programm natürlich und dürfte für eine stärkere Verbreitung sorgen.


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