Wenn es eine Sache gibt, die auf allen Märkten wahr ist, dann: Konkurrenz belebt das Geschäft. Leider gibt es einen Bereich, bei dem es seit Jahren kaum oder nur sehr wenig davon gab: Windows für PC-Gaming.
Wer PC-Spiele spielen will, wird in den meisten Fällen das Betriebssystem von Microsoft benutzen. Das hat sich all die Jahre nicht verändert und ist auch 2025 noch immer so. Laut Statista ist auf über 70 Prozent aller Desktop-PCs und Notebooks Windows installiert.
Ich glaube, Valve hat jetzt die Chance, ein großes Stück von diesem Kuchen abzuschneiden. Mit dem Release vom Steam Deck sind so viele Spiele mit Linux kompatibel wie noch nie. SteamOS, das Betriebssystem von Valves Handheld, bietet nicht nur einige wichtige Vorteile – es könnte der erste ernst zu nehmende Herausforderer zum Quasi-Monopolisten Windows werden.
Was ist SteamOS?
Im Großen und Ganzen handelt es sich bei SteamOS um ein Linux-Derivat, das für die Bedienung mit Controller optimiert ist. Die Nutzeroberfläche ähnelt sehr stark dem Steam Big Picture-Modus, der auch auf Windows-PCs verfügbar ist. Das Betriebssystem ist auf dem Steam Deck installiert und Valve hat bestätigt, dass sie im Hintergrund auch mit anderen Hardware-Konfigurationen experimentieren.
Vorteile von SteamOS gegenüber Windows
- Valves Betriebssystem ist fokussiert und für Gaming optimiert. In einigen Fällen sorgt SteamOS sogar für mehr Leistung in Spielen, weil es deutlich schlanker als Windows ist.
- Vollständig mit dem Controller bedienbar – alternativ gibt es auch einen Desktop-Modus für Maus- und Tastaturbedienung.
- SteamOS ist im Gegensatz zu Windows kostenlos.
Nachteile von SteamOS gegenüber Windows
- Einige Spiele, vor allem jene mit Anti-Cheat-Maßnahmen, sind nicht mit SteamOS kompatibel.
- Wenn ihr mehr als Gaming mit eurem PC vorhabt, dann bleibt Windows die einfachere Option. Unter Linux müsst ihr oft nach alternativen Apps suchen, weil viele nativ nicht verfügbar sind, zum Beispiel Photoshop.
Warum Windows unbedingt Konkurrenz benötigt
Windows ist aktuell das vielseitigste Betriebssystem für PCs – und das hat seine Vor- und Nachteile.
- Das Betriebssystem ist nicht fokussiert. Viele Features sind für Spieler uninteressant und schlichtweg sogar unnötig. Ich würde sogar sagen, dass die Desktop-Oberfläche eines dieser Features ist.
- Windows wirbt recht aufdringlich mit den Produkten und Diensten von Microsoft. Dazu zählen Produkte wie Microsoft 365, OneDrive oder auch der Microsoft Game Pass. Außer letztem sind solche Dienste nicht nötig für reine Gaming-PCs.
Dazu kommt, dass die Bedienung von Windows nicht für Controller optimiert ist. Letztes Jahr hat Valve einen Bericht veröffentlicht, der zeigt, dass in ganzen 42 Prozent aller Spielsitzungen Controller verwendet wurden.
Und trotzdem bleibt den meisten PC-Spielern und -Spielerinnen nichts anderes übrig als auf Windows zu setzen. Es gibt ja nicht gerade viel Auswahl.
Das könnte sich hoffentlich bald ändern. Valve wird dieses Jahr SteamOS auf mehr Handheld-PCs von anderen Herstellern verfügbar machen. Den Anfang macht Lenovo mit dem Legion Go S – das erste Gerät mit dem Label »Powered by SteamOS«.
In einem Interview mit PCWorld hat Valve außerdem offenbart, dass sie »hinter den Kulissen« schon an der Optimierung von SteamOS für »andere Hardwarekonfigurationen« arbeiten. Den Anfang machen also die Handhelds, aber ich schließe nicht aus, dass auch SteamOS-Notebooks oder -Mini-PCs folgen könnten.
SteamOS auf Selbstbau-PCs wird es wohl eine Weile nicht geben. Valve arbeitet beim Lenovo Legion Go S sehr eng mit dem Hersteller zusammen, um die bestmögliche Software-Erfahrung zu gewährleisten. Der Lenovo-Handheld soll etwa dieselben Updates erhalten, wie auch das Steam Deck.
Bei Selbstbau-PCs gibt es praktisch unendlich viele verschiedene Hardwarekonfigurationen. Da eine Parität zwischen allen SteamOS-Geräten zu schaffen ist herausfordernd, um es milde auszudrücken.
Trotzdem ist das ein Ziel, dem ich sehr entgegensehne – und auch viele andere. In unserer Umfrage zu diesem Thema haben mehr als 70 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen dafür gestimmt, dass sie Windows für SteamOS den Rücken kehren würden.
Ich persönlich arbeite auf einem MacOS-Gerät, während meine Windows-Geräte ausschließlich zum Spielen da sind. Einige von ihnen sind mit meinem Fernseher verbunden, weshalb eine Controller-optimierte Steuerung sehr praktisch wäre.
Dank der Proton-Kompatibilitätsschicht sind außerdem die meisten Spiele problemlos unter SteamOS spielbar. Ich würde auch wechseln.
SteamOS ist auch für Windows gut: Sollte Valve es schaffen ihr Betriebssystem als plausible Gaming-Alternative zu Windows zu etablieren, dann ist Microsoft gezwungen, in Wettbewerb zu treten, um Spieler und Spielerinnen nicht zu verlieren oder zurückzugewinnen – und das ist gut für uns alle.
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